Nach etwa 4 Stunden Schlaf wurde ich an diesem Samstag wach - vorerst das letzte Mal in Spanien. Mein Bus nach Marbella fuhr erst um 12 Uhr - also hatte ich noch ca. 4 Stunden Zeit - aber auch noch viel zu erledigen.
Mein Essen habe ich teilweise weggeschmissen, teilweise da gelassen und größtenteils eingepackt, um es nach Marbella mitzunehmen. Mein Zimmer musste komplett befreit werden: Alles, was ich nicht mitnahm raus in den Müll. Die Bettwäsche samt Kissen und Decke war etwas komplizierter. Für den Müll zu schade. In der Wohnung lassen kam mir aber ebenso vor, wie in den Müll zu werfen. Ich bin mit dem Zeug raus, um einen Obdachlosen zu suchen - aber in der Straße, wo sonst oft einer war, war an diesem Morgen keiner. Ich bin noch weiter bis zur ehemaligen Wohnung von Christoph, wo hinter einer Hausecke immer einer mit seinen 5 Hunden hauste - aber auch er war nicht da, nur die Hunde. Ich habe mein Zeug einfach dazugestellt und bin wieder in die Wohnung. Habe zuerst mein Zimmer und danach ihm den Rücken gekehrt.
Mein Gepäck bestand aus einem Koffer, 2 Rucksäcken und einer großen Plastiktüte. Damit stapfte ich langsam zur Bushaltestelle.
Die Fahrt nach Marbella verlief unspektakulär und zum Glück auch ohne Stau. In Marbella kaufte ich mir direkt ein Ticket zum Flughafen für 6:15 Uhr am nächten Morgen. Ola B. (ab hier nur noch Ola - weil die andere Ola schon wieder in Polen ist) holte mich ab und half mir beim Schleppen. Aus der chaotischen 8-Leute-WG war mittlerweile nur noch eine 4-Leute-WG geworden (Ola, Karolina, Gosia und Ala waren noch übrig). Kurz nachdem ich ankam mussten sie aber alle zur Arbeit. Ich nutzte die Zeit, meinen Koffer umzupacken und den Rucksack von dem mitgebrachten Essen zu befreien. Zwischendrin war ich kurz am Meer, um mich bei einer gelben Flagge und gutem Wellengang fürs erste zu verabschieden. Zurück in der Wohnung trocknete ich meine Sachen, packte nochmal den Koffer um und keine Ahnung was mehr. Auf jeden Fall war es bald 21:30 Uhr und ich legte eine verspätete Siesta bis Mitternacht ein.
Kurz danach kam Ala von der Arbeit. Wir haben für alle Nudeln mit einer Super-Experimentiersoße gemacht (da war alles drin - von Gemüse über Joghurt bis zu einer geheimen Zutat, die ich erst in meinem zweiten Kochbuch enthüllen werde ...).
Im Laufe der nächsten Stunden kamen auch die anderen Mädels heim. Sogar Ola war recht früh wieder da - schon gegen 2 (statt 4).
Wir haben schnell das Essen gekillt und sind danach in die Disko - aber irgendwie kamen wir erst gegen 4 an... Achja, da war ja noch der Sangriamix den Karolina gemacht hat - den haben wir noch leer gemacht, während wir Fotos und Musik getauscht haben.
In der Disko blieben wir aber nicht lange, weil es zu voll und zu heiß war. Dann doch lieber am Meer sitzen. Gegen halb 6 haben wir uns mit zwei spanischen WG-Freunden getroffen, die uns später auch heimgefahren haben.
Ich bekam von den Mädels ein Sandwich und einen Apfel mit auf den Weg und wurde nach einem traurigen Abschied sogar zum Busbahnhof gefahren (von einem der Spanier).
Am Flughafen habe ich Poster von verschiedenen spanischen Städten gesehen - Granada war auch dabei. Ich musste ein Foto davon machen, weil in einer Ecke die "Plaza de Trinidad" abgebildet war ... Ich gab mein Gepäck auf - Koffer und ein Rucksack mit insgesamt 23,5 Kilo - also 3,5 kg Übergepäck, ich musste aber nichts bezahlen.
Im Flugzeug gab es eine kleine Aufregung, weil aus den Gepäckfächern Wasser tropfte, aber keiner Flüssigkeiten dabei hatte. Ein paar Tüten wurden auf die andere Seite gelegt - und es tropfte auf der anderen Seite! Die Lösung des Problems: Einer hatte eine gebrauchte Kaffemaschine dabei, die wohl noch Wasserreste drin hatte. Der Rest des Fluges war ruhig. Ich kam wieder gut in Deutschland an - und somit war mein Spanienabenteuer zu Ende!
Ich danke allen Beteiligten und auch der Stadt Granada - auf baldiges Wiedersehen!
Samstag, 26. Juli 2008
Freitag, 25. Juli 2008
Koffer packen 2
Gestern Abend nach der erfolgreichen Heimkehr vom Jakobsweg habe ich mich mit Markus zum Tapasessen getroffen. Diesesmal aber schon um 20 Uhr, weil meine Mitbewohner zum Abendessen ein "Abschiedsessen" machen wollten (also zwischen 22 und 23 Uhr). Nicht für mich speziell, sondern für alle. Estella fährt in Urlaub und sieht die anderen nicht mehr, bevor die Wohnung aufgelöst wird. Dass ich auch wegfahre, war wohl eher Zufall.
Ich habe Markus erstmal kurz von dem Weg erzählt und ihm dafür gedankt, dass er mein Handy mit 5 Euro aufgeladen hatte, damit ich auch mit der Außenwelt in Kontakt bleiben konnte. Wir sind in eine coole Tapasbar gegangen, wo ich zuvor nur einmal gewesen bin (als DJ und Steffi zu Besuch waren). Mein Ziel für diesen Abend war es, die spanische Delikatesse "Schnecken" zu probieren. Ich muss sagen, diese Tiere schmecken viel besser, als ihr Name vermuten lässt. Auf jeden Fall besser, als Muscheln. Das Einzige was stört, ist, dass man sie ertmal aus ihrem Häuschen rauspulen muss - am Anfang ist das noch etwas aufwändig, aber man hat es schnell raus. Meine zweite Tapa war ein gegrillter Tintenfisch - natürlich viel besser als Schnecken!
Als ich wieder zu Hause war, meinte 2 von meinen Mitbewohnern, dass sie keinen Hunger haben, der dritte war gar nicht da. Nach ein wenig Geschwätz hin und her, hat sich rausgestellt, dass kein gemeinsames Abendessen stattfinden würde und alle stattdessen mit ihren Freunden was machen würden. So viel Verlass ist also auf sie. War im Prinzip nicht so schlimm, so scharf war ich darauf nicht, mit denen allen zu essen - aber dann hätte ich mit Markus doch noch die eine oder andere Tapa mehr gegessen...
Aber da meine Füße sowieso noch viel Erholung brauchten, habe ich beschlossen an diesem Tag nicht mehr rauszugehen und mich auszuruhen.
Freitag - 25. Juli 2008 - mein (vorerst!!!) letzter Tag in Granada!
Gegen 10 Uhr ging ich raus auf die Straße, vorbei am Kino, um zu gucken, um wieviel Uhr "Akte X" läuft, hin zum Uniladen, um für Ola B. eine Stofftragetasche mit Unilogo zu kaufen. Danach nochmal in das Erasmusbüro, um mich nochmal von der Uni abzumelden, diesesmal aber einen Zettel mit meinen Aufenthaltsdaten in Spanien zu bekommen und nicht mit den Semesterdaten. Obwohl es danach noch recht früh war, ging ich zum guten alten "Nido del Buho", um eine Lachsbrottapa am Vormittag zu essen.
Der nächste Teil des Tages verlief ein wenig unspektakulär: Koffer packen und quetschen. Sachen zum eventuellen weglassen aussortieren und nochmal alles rausnehmen und aufs neue reinquetschen.
Am Abend, als alles fertig war, packte ich die letzten "Geschenke" (Klebeband, Dreifachstecker, Julias Sonnenschirm und Kleinkram) für Markus ein und bin zu ihm. Dort an der Plaza de Torros haben wir uns mit Federica getroffen und Markus hat uns eine weiter Tapasbar aus seiner Gegend gezeigt. Fede war total verbrannt von der Sonne und wir machten uns einen Spaß daraus, sie davon zu überzeugen, mit uns am nächsten Tag zum Strand zu fahren. Später kam ein deutscher Kollege von Markus dazu - Fede war wieder nur von Deutschen umgeben - aber es hat ihr sichtlich Spaß gemacht ;-)
Um 22 Uhr, als die Filmzeit langsam näher kam, schnappten wir uns aus Markus' Wohnung einen Sixpack Alhambra 1925 - hatte ich bis dahin noch nicht probiert - und sind zu mir in die Wohnung. Ich hatte noch eine Flasche mit Restbrandy von Julia bekommen (man munkelt, sie stammte von Rabeas Besuchern). Diese Reste haben wir abwechselnd mit dem Bier leer gemacht - pur und leider ohne Eis. Es war schon ein wenig eckelhaft, aber auch nicht so viel. Aber natürlich hatte ich noch mehr Alk: Eine kleines Fläschchen "Lepanto", den ich mir in Jerez im Souvenirshop von Gonzales Byass gekauft hatte. Lepanto ist der teuerste Brandy von Gonzales Byass, ist 15 Jahre alt und sauteuer. Mein kleines Fläschchen, was nicht mal für zwei Chupis des Standards "Chupi 69" gereicht hätte, hat schon 3 Euro gekostet. Fede und Markus' Kollege hatten aber schon genug und so konnten wir den Stoff alleine süffeln. Ich muss sagen, man hat schon einen deutlichen Qualitätsunterschied gemerkt! Also das mit den 15 Jahren und Reifen ist nicht ganz ohne! Da war es aber schon halb 12 - wir mussten schnell zum Kino, um nicht den Anfang zu verpassen. Markus Kollege kam nicht mit, dafür aber die letzten 3 Bier aus dem Sixpack. Da Fede keins wollte, blieb nach dem Film sogar noch eine Flasche übrig (in Spanien - oder zumindest in Granada - ist es erlaubt, eigene Getränke und Speisen ins Kino mitzubringen).
Der Kinosaal war fast leer und der Film zwar nicht schlecht, aber für den Titel "Akte X" hatte irgendwas gefehlt ...
Der nächste Programmpunkt in dieser Nacht war natürlich die "Chupiteria 69". Fede hat sogar die ersten 3 freiwillig mitgetrunken - ohne jeden Zwang unsererseits ;-). Beim letzten wollte sie aber nicht mehr mitmachen. Der coolste Chupi an diesem Abend war natürlich ein 120 (Zutaten frei wählbar). Wir wollten einen Tequila-Sunrise: Also Tequila, Grenadina und Orangenlikör. Aber das letzte gar es nicht, der Barkeerper bot uns stattdessen Marakujalikör an und wir bestellten noch Sahne dazu - da hat er erstmal komisch geguckt, hat sie aber noch draufgesprüht. An diesem Abend gingen alle Punkte an Markus, da er noch am längsten in Granada sein wird. Nach dem letzten Bier, das wir noch aus dem Kino hatten, gingen wir zum Abschluss auf ein Heiniken in die Bar direkt gegenüber - diesesmal war viel los und es gab keine gratis Chupis mehr ...
Gegen vier Uhr war ich in der Wohnung - etwas traurig aber kaum angetrunken. Mein Lieblingsmitbewohner (der Javi mit der Handtasche) saß auch ganz traurig im Wohnzimmer. Er meinte, er hat nach langer Bedenkzeit einen PR-Job bei Eidos in London angenommen und geht im September dorthin. Er und sein Freund haben sich (wohl deswegen?) getrennt - dabei hat er erst vor paar Wochen soviel von ihm geschwärmt... Wir haben uns noch ein wenig über dies und das unterhalten und danach verabschiedet. Ich werde ihn wohl nicht so bald wiedersehen - aber zumindest habe ich seine e-mail Adresse. Irgendwie tat es mir an diesem Abend ein wenig leid, dass ich während meiner Erasmuszeit zumindest mit ihm (wenn schon nicht mit meinen anderen Mitbewohnern) mehr unternommen habe - er ist echt ein lustiger Kauz. Vor allem ein Kauz...
Ich habe Markus erstmal kurz von dem Weg erzählt und ihm dafür gedankt, dass er mein Handy mit 5 Euro aufgeladen hatte, damit ich auch mit der Außenwelt in Kontakt bleiben konnte. Wir sind in eine coole Tapasbar gegangen, wo ich zuvor nur einmal gewesen bin (als DJ und Steffi zu Besuch waren). Mein Ziel für diesen Abend war es, die spanische Delikatesse "Schnecken" zu probieren. Ich muss sagen, diese Tiere schmecken viel besser, als ihr Name vermuten lässt. Auf jeden Fall besser, als Muscheln. Das Einzige was stört, ist, dass man sie ertmal aus ihrem Häuschen rauspulen muss - am Anfang ist das noch etwas aufwändig, aber man hat es schnell raus. Meine zweite Tapa war ein gegrillter Tintenfisch - natürlich viel besser als Schnecken!
Als ich wieder zu Hause war, meinte 2 von meinen Mitbewohnern, dass sie keinen Hunger haben, der dritte war gar nicht da. Nach ein wenig Geschwätz hin und her, hat sich rausgestellt, dass kein gemeinsames Abendessen stattfinden würde und alle stattdessen mit ihren Freunden was machen würden. So viel Verlass ist also auf sie. War im Prinzip nicht so schlimm, so scharf war ich darauf nicht, mit denen allen zu essen - aber dann hätte ich mit Markus doch noch die eine oder andere Tapa mehr gegessen...
Aber da meine Füße sowieso noch viel Erholung brauchten, habe ich beschlossen an diesem Tag nicht mehr rauszugehen und mich auszuruhen.
Freitag - 25. Juli 2008 - mein (vorerst!!!) letzter Tag in Granada!
Gegen 10 Uhr ging ich raus auf die Straße, vorbei am Kino, um zu gucken, um wieviel Uhr "Akte X" läuft, hin zum Uniladen, um für Ola B. eine Stofftragetasche mit Unilogo zu kaufen. Danach nochmal in das Erasmusbüro, um mich nochmal von der Uni abzumelden, diesesmal aber einen Zettel mit meinen Aufenthaltsdaten in Spanien zu bekommen und nicht mit den Semesterdaten. Obwohl es danach noch recht früh war, ging ich zum guten alten "Nido del Buho", um eine Lachsbrottapa am Vormittag zu essen.
Der nächste Teil des Tages verlief ein wenig unspektakulär: Koffer packen und quetschen. Sachen zum eventuellen weglassen aussortieren und nochmal alles rausnehmen und aufs neue reinquetschen.
Am Abend, als alles fertig war, packte ich die letzten "Geschenke" (Klebeband, Dreifachstecker, Julias Sonnenschirm und Kleinkram) für Markus ein und bin zu ihm. Dort an der Plaza de Torros haben wir uns mit Federica getroffen und Markus hat uns eine weiter Tapasbar aus seiner Gegend gezeigt. Fede war total verbrannt von der Sonne und wir machten uns einen Spaß daraus, sie davon zu überzeugen, mit uns am nächsten Tag zum Strand zu fahren. Später kam ein deutscher Kollege von Markus dazu - Fede war wieder nur von Deutschen umgeben - aber es hat ihr sichtlich Spaß gemacht ;-)
Um 22 Uhr, als die Filmzeit langsam näher kam, schnappten wir uns aus Markus' Wohnung einen Sixpack Alhambra 1925 - hatte ich bis dahin noch nicht probiert - und sind zu mir in die Wohnung. Ich hatte noch eine Flasche mit Restbrandy von Julia bekommen (man munkelt, sie stammte von Rabeas Besuchern). Diese Reste haben wir abwechselnd mit dem Bier leer gemacht - pur und leider ohne Eis. Es war schon ein wenig eckelhaft, aber auch nicht so viel. Aber natürlich hatte ich noch mehr Alk: Eine kleines Fläschchen "Lepanto", den ich mir in Jerez im Souvenirshop von Gonzales Byass gekauft hatte. Lepanto ist der teuerste Brandy von Gonzales Byass, ist 15 Jahre alt und sauteuer. Mein kleines Fläschchen, was nicht mal für zwei Chupis des Standards "Chupi 69" gereicht hätte, hat schon 3 Euro gekostet. Fede und Markus' Kollege hatten aber schon genug und so konnten wir den Stoff alleine süffeln. Ich muss sagen, man hat schon einen deutlichen Qualitätsunterschied gemerkt! Also das mit den 15 Jahren und Reifen ist nicht ganz ohne! Da war es aber schon halb 12 - wir mussten schnell zum Kino, um nicht den Anfang zu verpassen. Markus Kollege kam nicht mit, dafür aber die letzten 3 Bier aus dem Sixpack. Da Fede keins wollte, blieb nach dem Film sogar noch eine Flasche übrig (in Spanien - oder zumindest in Granada - ist es erlaubt, eigene Getränke und Speisen ins Kino mitzubringen).
Der Kinosaal war fast leer und der Film zwar nicht schlecht, aber für den Titel "Akte X" hatte irgendwas gefehlt ...
Der nächste Programmpunkt in dieser Nacht war natürlich die "Chupiteria 69". Fede hat sogar die ersten 3 freiwillig mitgetrunken - ohne jeden Zwang unsererseits ;-). Beim letzten wollte sie aber nicht mehr mitmachen. Der coolste Chupi an diesem Abend war natürlich ein 120 (Zutaten frei wählbar). Wir wollten einen Tequila-Sunrise: Also Tequila, Grenadina und Orangenlikör. Aber das letzte gar es nicht, der Barkeerper bot uns stattdessen Marakujalikör an und wir bestellten noch Sahne dazu - da hat er erstmal komisch geguckt, hat sie aber noch draufgesprüht. An diesem Abend gingen alle Punkte an Markus, da er noch am längsten in Granada sein wird. Nach dem letzten Bier, das wir noch aus dem Kino hatten, gingen wir zum Abschluss auf ein Heiniken in die Bar direkt gegenüber - diesesmal war viel los und es gab keine gratis Chupis mehr ...
Gegen vier Uhr war ich in der Wohnung - etwas traurig aber kaum angetrunken. Mein Lieblingsmitbewohner (der Javi mit der Handtasche) saß auch ganz traurig im Wohnzimmer. Er meinte, er hat nach langer Bedenkzeit einen PR-Job bei Eidos in London angenommen und geht im September dorthin. Er und sein Freund haben sich (wohl deswegen?) getrennt - dabei hat er erst vor paar Wochen soviel von ihm geschwärmt... Wir haben uns noch ein wenig über dies und das unterhalten und danach verabschiedet. Ich werde ihn wohl nicht so bald wiedersehen - aber zumindest habe ich seine e-mail Adresse. Irgendwie tat es mir an diesem Abend ein wenig leid, dass ich während meiner Erasmuszeit zumindest mit ihm (wenn schon nicht mit meinen anderen Mitbewohnern) mehr unternommen habe - er ist echt ein lustiger Kauz. Vor allem ein Kauz...
Donnerstag, 24. Juli 2008
111 km Jakobsweg
Letzte Woche Freitag (18. Juli) bin ich um 18 Uhr (habe mein Ticket ändern lassen) nach Madrid losgefahren. Auf der Fahrt wurden die Filme "I am legend" und "Das Leben der anderen" gezeigt - aber aus den Kopfhörern kam nur Rauschen. Die Radiokanäle haben ebenfalls nicht funktioniert. Der Bus kam dort gegen 23:30 Uhr an. Ich bin sofort zum Ticketschalter gelaufen, um für 0:30 Uhr ein Ticket nach Lugo zu kaufen - aber der Bus war schon ausverkauft. Ebenso der Bus um 7:30 und um 9:30. Im Bus um 10:30 gab es zum Glück noch einen Platz frei, den ich mir sofort geschnappt habe. Ich hatte also 11 Stunden Wartezeit in Madrid vor mir! Das hat mich schon mal total demotiviert. Gegen 1 Uhr wurde ich müde und wollte auf den Wartebänken ein wenig schlafen. Doch gegen 1:30 Uhr kam ein netter Sicherheitswächter, der alle Leute aus der Station rausgeschmissen hat, die kein Ticket für 2:30 Uhr hatten ... So musste ich mit ganz vielen anderen vor der Tür oder gegenüber auf der Wiese rumsitzen/liegen/schlafen. Ich habe zuerst nur rumgesessen, mich aber irgendwann hingelegt und wohl auch etwa eine halbe Stunde geschlafen. Kurz vor 5 wurde die Station wieder aufgemacht, aber als ich mich dort auf die Sitzbänke legen wollte, wurde ich freundlich ermahnt, es nicht zu tun. Schnell wurde auch klar warum: Kurz nach 5 war die Station wieder voller Leute und es gab kaum frei Sitzplätze. Bis 10:30 Uhr hat sich die Zeit richtig gezogen, aber schließlich war es dann soweit und ich konnte in den Bus. In diesem Bus haben die Radiokanäle wieder nicht funktionier (ein Video wurde gar nicht erst angemacht). Es gab sehr oft Haltestellen, sodass sich die 7 Stunden Fahrt unheimlich gezogen hat. Ich habe neben einer Frau aus Paraguay gesessen (namens Zenaida) und mich ein wenig mit ihr unterhalten, so ging die Zeit wenigstens etwas besser rum. Die Frau arbeitet seit 2 Jahren als Haushaltshilfe in Spanien und war in dieser Zeit kein Mal zu Hause. Habe auch während einem Stopp mit einem Chico aus Madrid geredet und e-mail-Adressen getauscht - hätte so potenziell einen Ort zum Bleiben, wenn ich mal nach Madrid komme.
Um kurz vor 18 Uhr war ich endlich in Lugo. Der Bus nach Sarria, wo ich den Jakobsweg anfangen wollte, fuhr um 18:30. Im Bus habe ein junges spanisches Pärchen aus Murcia kennengelernt. Sie haben mir ein paar Sachen über den Weg erzählt. In Sarria haben sie mir geholfen, die lokale Polizei zu finden. Danach haben wir uns verabschiedet und uns seit dem auch nicht mehr auf dem Weg gesehen. In der Polizei erhielt ich sofort und kostenlos meinen Pilgerausweis und war somit berechtigt, in Herbergen zu übernachten. Aber diese (auch die privaten) waren schon alle total voll. Ich bin nochmal zu einer gegangen, wo ein großes Sofa im Eingangsbereicht stand, um zu fragen ob ich dort ein paar Stunden schlafen könnte. Die Frau meinte, wenn ich alleine bin, dann hat sie doch noch ein Platz für mich. Das oberste Stockwerk wurde nämlich nicht vermietet, weil dort das Bad renoviert werden soll. Dort hat sie mir ein Bett gegeben (für 5 Euro - ich glaube normal wären 7 bis 10 gewesen). Das war natürlich cool! Aber als ich dann abends dort saß und mein Essen verputzt habe, kam ich mir schon ziemlich allein und verloren vor. Ich war ewig weit weg von Granada, war hundemüde, hatte kaum Geld dabei, nur mit Glück eine Übernachtungsmöglichkeit, keine Ahnung was mich erwartete und ob das Geld überhaupt reichen würde. In den anderen Zimmer habe ich Jugendliche gehört, wie sie sich amüsiert und unterhalten haben - und ich saß allein auf dem Dachboden in einem staubigen Zimmer.
Ausgaben an diesem Tag: Bustickets (Madrid, Lugo, Sarria): ca. 53 Euro. Proviant und Albergue: ca. 10,50 Euro.
Tag 1, 20. Juli 2008 - 32 km
Ich bin kurz vor 4 wach geworden, noch bevor mein Wecker geklingelt hatte. Habe mich langsam fertig gemacht und war schon um 4:30 Uhr auf dem Weg. Draußen war es still und dunkel - von den Blitzen abgesehen. Noch bevor ich aus Sarria raus war, kam auch Donner dazu. Ich passiert den Kilometerstein 111, kurz dahinter hörte der Ort auf und ich befand mich in der Dunkelheit. Zum Glück war die Straße hier asphaltiert und das Grau des Jakobsweges hob sich von der Schwärze der Umgebung ab. So war das nicht lange. Bald war ich im dunklen Wald und kam nur sehr langsam weiter. Nach einer Ewigkeit erreichte ich eine weitere Markierung. Zu meiner Überraschung war es der Kilometerstein 110 - ich hätte wirklich weniger erwartet. Ich ging langsam weiter und schon bald war der Wald zu Ende. Jetzt fing der Regen an. Aber dafür war ich ja vorbereitet und spannte meinen Regenschirm auf (was ich aber vergessen hatte, war ein Gürtel für die Hose - so musste ich sie immer wieder hochziehen). Auf dem Weg war ich der einzige Pilger und die Orte die ich passierte ... naja, im Vergleich zu diesen Orten sind die Eifeldörfer Weltmetropolen ... Beispiel: Eine asphaltierte(!) Straße voll mit Kuhmist und zwei Häusern. Und es gab alle 5 bis 6 km eine solche "Siedlung". Kurz vor 7 Uhr wurde es hell und um 7:15 passierte ich den km-Stein 100! Nur noch 100 km waren übrig - die 100, für die es für Fußpilger die Compostela gibt! Erst gegen 8 Uhr traf ich die ersten Pilger (und bin mit denen direkt in ein Gasthaus bei km 98). Für 2,80 Euro gab es dort ein leckeres belegtes Brötchen. Oder eher ein halbes belegtes Brot! Das Ding war so groß wie mein Kopf und hatte fast eine ganze Packung Käse drauf (es hat mir zum Frühstück und zum Mittagessen gereicht). Die Pilger waren 3 Belgier mit einem Verwandten aus der Provinz Granada (nähe Gaudix, wem es was sagt ;-) ). Ich ging gestärkt und mit Tageslicht schneller weiter (der Regen hatte mit der Dunkelheit zusammen aufgehört). Etwa bei km 95 holte mich ein junger Franzose ein, als ich mehrmals eine Fotopause einlegte. Mit ihm bin ich bis Portomarin gelaufen, wo er auf seine Kumpels warten wollte (oder einfach nur mich loswerden ;-) ). Ich legte auch eine kleine Pause ein, kaufte mir Wasser und wechselte Socken und Schuhe (jetzt trug ich Sandalen mit Socken). Die letzten 10 km haben sich etwas gezogen, aber schließlich kam ich an einer Herberge kurz hinter dem km-Stein 79 an. Es war kurz vor 13 Uhr - und die Herberge war zu. Aber wenigsten war so sichergestellt, dass ich einen Platz bekommen würde. Es handelte sich dabei um eine öffentliche Herberge - das bedeutet: nur 3 Euro pro Nacht. So eine Herberge ist aber sonst wie ein Hostel (Küche, Dusche, Klo). Der einzige Unterschied ist, dass es nur einen großen Schlafsaal mit (in diesem Fall) 30 Betten gibt. Um 13 Uhr konnte ich rein, bekam ein Bett und konnte duschen (es gab aber nur lauwarmes Wasser). Danach kam erstmal eine Siesta von 2 Stunden - was auch bitternötig war. Sonst hatte man auch nicht viel zu tun in der Albergue. Sie befand sich mitten im Nirgendwo. Ich hatte zum Glück ein Buch mitgenommen ("Gespräche mit Gott") und habe angefangen das zu lesen. Konnte mich aber nicht so richtig darauf konzentrieren und bin stattdessen in den Aufenthaltsraum gegangen. Dort habe ich 3 polnische Pilgerinnen kennengelernt und mich ein wenig auf Russisch mit ihnen unterhalten. Das Abendessen kaufte ich in einer Bar direkt an der Albergue (große belegte Brötchen). Habe auch direkt was zum Frühstücken bzw. allgemein für den nächsten Tag gekauft. Als ich zurück in die Albergue kam, war irgendwie alles leer - nur ein Mädel war da. Ich habe sie gefragt, wo denn alle hin sind, weil es hier doch nichts gibt, aber sie wusste es auch nicht. Als wir uns ein wenig mehr unterhalten haben, fand ich raus, dass sie alleine unterwegs ist und am nächsten Tag nach Arzua kommen will (etwa 42 km Weg). Diese Etappe hatte ich auch schon überlegt, aber wegen der große Entfernung wollte ich es nicht wagen - wenn ich den Weg aber nicht alleine gehen müsste, würde ich es machen. Sie meinte, es ist ok, wenn ich mitkomme und so haben wir uns auf 5 Uhr aufstehen und schnell losgehen geeinigt. Sie heißt übringens Laura und kommt aus Italien. Unterhalten haben wir uns auf Spanisch und einem Mix aus Spanisch und Italienisch.
Ausgaben für diesen Tag: Essen, Wasser und Unterkunft: ca. 16 Euro.
Tag 2, 21. Juli 2008 - 39 km
Ich wurde um 4:40 Uhr wach - 20 min vor dem Wecker - und bin direkt aufgestanden. Laura war auch schon wach und packte fleißig ihren Rucksack. Gegen 5:15 Uhr konnten wir losmarschieren. Sie hatte zum Glück eine Taschenlampe dabei, sodass das Umherirren im Dunkeln an diesem Morgen ausfiel. Wir haben ein schnelles Tempo vorgelegt und waren bereits um 7:45 Uhr in Palas del Rei (etwa 14 km). Um nicht zu viel Zeit zu verlieren, stoppten wir nur für 30 min. Meine Füße fingen leicht an zu schmerzen, aber noch ging es recht gut. Auf dem Weg zur nächsten größeren Stadt (Melide, km-Stein 51, weitere 14 km) passierten wir den für mich sehr wichtigen km-Stein 55,5. An diesem war für mich der halbe Weg von Sarria nach Santiago schon vorbei - und das noch vor 11 Uhr am zweiten Wandertag. Um kurz vor 12 waren wir endlich in Melide - und hier taten meine Füße schon richtig weh. Wir kauften Essen ein und stoppten für eine ganze Stunde, aber viel gebracht hatte es für mich nicht. Laura gab mir den Tipp, Schuheinlagen zu kaufen, um das Laufen etwas weicher zu machen. Ich fand welche für 3 Euro in einer Apohteke und tatsächlich ging es damit sofort viel besser - auch wenn die Schmerzen natürlich nicht weg waren. Aber zumindest tat es beim Auftreten nicht mehr höllisch weh. Unser Tagesziel hatten wir inzwischen auf Ribadiso geändert - ein kleiner Ort im Wald kurz vor Arzua. Die Änderung deshalb, weil Arzua als großer Meilenstein auf dem Weg nach Santiago überlaufen sein würde - und wir würden nicht gerade früh ankommen.
Die nächsten etwa 6 km nach Melide konnte ich einigermaßen gut gehen. Laura hatte die ganze Zeit noch keine Beschwerden, aber hier fingen ihre Beine an weh zu tun. Für mich war die Hauptsache nicht stehenbleiben - was sich aber für Fotos nicht vermeiden ließ. Nach jeder Pause musste ich mich aber wieder mühsam ans gehen gewöhnen und erstmal humpeln. Die etwa 5 km danach waren aber die reinste Qual. Ersten finden meine Füße auf einmal an noch viel stärker zu schmerzen. Zweitens wurde es hier richtig gebirgig und die Sonne zeigte sich auch von ihrer besten Seite. Irgendwie hatten wir uns aber auch hier durchgequält (inzwischen war es für Laura auch sehr anstrengend geworden - trotz ihrer guten Schuhe). Auf dem Weg haben wir sogar viele Pilger überholt, die an den Bergen immer wieder Pausen machten. Gegen 15:15 Uhr waren wir endlich in Ribadiso - für eine öffentliche Albergue eine viel zu späte Zeit, denn normalerweise sind schon alle Plätze weg. Wir hatten aber Glück gehabt - von etwa 50 Plätzen waren noch 10 frei! (Zum Glück hatten wir noch kurz zuvor so viele Leute überholen können!!!) Die Albergue war richtig schön und idyllisch an einem Fluß gelegen. Drumherum viele Bäume und Natur pur - irgendwie kam mir das idyllisch und nicht hinterwäldlerisch vor. Ich war auf jeden Fall froh, soviel Weg geschafft zu haben - alleine hätte ich das nicht gemacht, aber dank Lauras "locura" war es möglich.
Als ich irgendwann so weit war, meine Füße entblößen zu können, bot sich mir ein schrecklicher Anblick - daher wird dieser Teil der Beschreibung übersprungen. Na gut, natürlich nicht: Ich hatte an den Fersen mehrere Blasen, einen Hautriss an einer Fußsohle und eine riesige, bereits längst geplatzte Blase an der anderen. Und ich konnte kaum noch gehen ... Es waren zum Glück auch nur noch 40 km und 2 Tage übrig - also genug Zeit, um etwas langsamer zu gehen. Ich habe geduscht, meine Füße medizinisch versorgt, ein paar Sockenpaare gewaschen und mich dann an den Fluss zu den anderen gesetzt. Vor dem Abendessen habe ich mit Laura ein Eis als Entschädigung für den langen Marsch gegessen. Zum Abendessen gab es Brot, Tomaten, Frischkäse und Wurstwaren (wir haben unsere Einkäufe zusammengelegt).
Gegen 21 Uhr lagen schon die meisten im Bett - ich folgte dem verlockenden Beispiel.
Ausgaben für diesen Tag: Essen, Wasser und Eis: ca. 6 Euro, Schuheinlagen und Hostel: 6 Euro.
Tag 3, 22. Juli 2008 - 22 km
Ich hatte Laura schon am Vortag vorgewarnt, dass ich sehr wahrscheinlich keine 30 km gehen werde, um meine Füße ein wenig zu schonen. So war es dann auch.
Wir sind um 5 Uhr aufgestanden - ich war wieder wenige Minuten schneller als der Wecker. Es ging aber erst um 5:40 Uhr los, weil ich zusätzlich zu den üblichen Vorbereitungen noch mühesam meine Füße verbinden und verarzten musste. Aber ich konnte wieder einigermaßen gut und fast ohne Schmerzen gehen. Kurz nach 6 Uhr waren wir in Arzua - überraschend schnell. Hinter der Stadt war der nach meiner Meinung am schlechtesten ausgeschilderte Teil des Weges, aber auch den haben wir gut gemeistert. Kurz nach dem km-Stein 36 gab es zwei gelbe Pfeile - der eine zeigte nach links, der andere nach rechts. Wir entschieden uns für den Weg nach rechts, weil die Straße fußfreundlicher aussah. So liefen wir 3 km lang zwar gelben Pfeilen hinterher, aber es gab keine km-Steine. Das war blöd, weil ich einerseits alle X=0 (mod 5) Steine als Countdown fotografieren wollte - den 35 km habe ich aber verpasst. Und andererseits fällt es einem viel einfachen zu gehen, wenn man sieht, wie die km ständig abnehmen.
Bald kamen meine Fußschmerzen wieder und mit ihnen auch die Beinschmerzen, mit denen Laura schon seit gestern zu kämpfen hatte. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, fast einen Krampf zu bekommen, aber dieser blieb glücklicherweise aus. Gegen 8 Uhr machten wir eine kleine Frühstückspause. Laura hatte kalten italienischen Kaffee aus der Tüte (Pulver) und für jeden ein Schokogebäck.
Gegen 11 Uhr waren wir in Arca angekommen - ich habe beschlossen an diesem Tag nicht mehr weiter zu gehen, weil ich immer langsamer wurde. Laura wollte sich eine Stunde ausruhen, dann aber weiter in das 14 km entfernte Monte do Gozo starten, wo ihr Vater auf sie wartete.
Wir haben eingekauft und unser Mittagessen vor einer Albergue verputzt, in der ich blieben wollte (diese öffnete aber erst um 12). Als es dann 12 war, hatte sich die Albergue als privat herausgestellt - also ein Übernachtungspreis von 10 Euro. Die öffentliche Albergue in der Nähe war aber schon überlaufen. Ich reservierte mir einen Schlafplatz und verabschiedete mich dann von Laura. Wir haben vereinbart, uns am nächsten Tag um 9 Uhr in Monte do Gozo zu treffen und gemeinsam nach Santiago zu gehen.
In der Albergue machte ich erstmal eine Siesta zum Ausruhen. Meine Füße waren zwar besser dran, als am Tag zuvor, aber das Gehen viel mir immer noch schwer. Später am Abend kaufte ich mir über das teure Bezahlinternet in der Albergue meine Bustickets nach Granada zurück - so würde ich wenigstens seelenruhig durch Santiago laufen können, ohne zu fürchten, dass ich keinen Busplatz mehr bekomme (dafür habe ich dann auch gerne 2 Euro Aufschlag pro Ticket bezahlt).
Unterschiede, die mir in dieser Albergue gegenüber eine öffentlichen aufgefallen sind: Auf dem Klo gab es Seife und Papiertücher für die Hände. Es gab KEINE Küche, aber dafür Waschmaschinen (die es aber auch in einigen öffentlichen Alberguen gibt). Außerdem (das wichtigste für meine Rückreise) gab es Bezahlinternet.
Ausgaben an diesem Tag: Essen und Trinken: ca. 8 Euro, Internet: 1,50 und Albergue: 10 Euro.
Tag 4, 23. Juli 2008 - 18 km
Mein Wecker sollte um 4:45 Uhr klingeln, aber viele andere in der Albergue waren schon früher wach und durch sie wachte auch ich auf - also wieder ohne Wecker. Ich habe mich für den Weg fertig gemacht (wieder Füße verarztet und verbunden) und bin so ziemlich genau um 5:23 Uhr los - was mir aber erst später bewusst wurde. Im Wald war es selbstverständlich noch dunkel. Ich leuchtete mit der Digicam, um die Pfeile und den Weg zu finden. Ich kam trotz Dunkelheit gut voran. Meine Füße und Beine haben fast gar nicht weh getan. Hin und wieder blitzte es, es war aber kein Donner zu hören. Am km-Stein 14 holte ich eine Gruppe ein, die eine Lampe bei sich trug. Ich schloss mich ihnen an bis etwa zum km 11.5. Genau kann ich das nicht sagen, da der km-Stein 12.5 der letzte mit Entfernungsangabe war. An diesem passierten wir gerade den Flughafen von Santiago, aber wegen starkem Neben konnte man nichts sehen. Nach dem Flughafen hat es immer wieder kurz geregnet, auch mal stark. Gegen 7:10 Uhr passierte ich den Pseudo-11-km-Stein - ein Stein auf dem eine gelbe 11 geprüht war. Falls es wirklich 11 km waren, so hatte ich bis zu diesem Punkt bereits 100 km zurückgelegt! Ohne km-Steine laufen war irgendwie anstrengender als mit. Ich wusste nie, wie weit ich bin und wieviel Zeit mir noch bis 9 Uhr bleibt, um in Monte do Gozo anzukommen (welches beim km 4 liegen sollte). Ich konnte auch bei weitem nicht mehr so schnell wie am Anfang gehen, weil meine Füße sich so langsam wieder bemerkbar machten.
Schließlich kam der Ort Monte do Gozo - etwas schneller als erwaret, der Weg zur dortigen Albergue zog sich aber lange hin. Den Stempel holte ich mir dort an der Kapelle kurz vor der Albergue um kurz nach halb 9 und Laura und ihren Vater traf ich um 8:40 Uhr. Die Albergue hier war ein riesiges Dorf mit über 100 Plätzen, einer Bar, einem Restaurant und sogar Souvenirladen. Ich frühstückte 2 Bananen und 2 Nektarien. Danach brachen wir auf. Am Fuße des Berghangs an dem die Albergue war, stand ein großer 4 km Stein. Es war also nicht mehr weit.
Nur ein paar Meter weiter konnte man sogar schon ein paar Häuser von Santiago aus dem Nebel rausgucken sehen. Auch in der Stadt gab es gelbe Pfeile, denen man folgen konnte. Sogar zwei Enfernungssteine waren da: Einmal mit 2,574 und das andere Mal mit 2,374 km. Krumm und seltsam aber immerhin eine Entfernung. Gegen 10 Uhr waren wir in der Innenstadt und gegen halb 11 hielten wir bereits unsere Compostela in der Hand. Im Büro, wo es die Dinger gibt, wurde man gefragt, aus welchem Land man kommt, wo man den Weg angefangen hat und ob man in den Gottesdienst geht. Im Gottesdienst wurde aufgezählt, wieviele Pilger aus welchem Land anwesend waren und wo sie ihren Weg begonnen hatten. Es waren richtig viele verschiedene Länder dabei. Aufgefallen sind mir aber vor allem Polen und Deutschland (was aber nicht heißt, dass das die meistvertretenen Länder waren). An diesem Tag (oder Morgen) kam übrigens nur ein Deutscher an, der seinen Weg in Sarria angefangen hatte - ich! Nach dem Gottesdienst habe ich mit Laura Adressen ausgetauscht, um uns die Fotos vom Weg zuzuschicken und mich dann von ihr verabschiedet.
Ich bin dann erstmal durch Stadt und Park gelaufen - oder eher langsam gehumpelt. Irgendwo bekam ich einen Werbezettel für ein Tagesmenü bestehend aus 2 Gängen, einem Nachtisch, Brot und Getränk für nur 5,90 Euro. Meine nächste Mission bestand also darin, dieses Restaurant zu finden - was aber kein Problem war. Beim Bezahlen wurde mir sogar gesagt, dass ich sehr gut Spanisch spreche (ich hatte nach dem ausgewiesenen Studentenrabatt gefragt, aber den gab es nur für die heimische Uni). Danach folgte wieder ein längerer Spaziergang durch die Stadt und der Einkauf von Postkarten und einem T-Shirt. Ich musste noch ein wenig Zeit totschlagen und so saß ich einfach vor der Kathedrale auf dem Platz und war sogar nochmal in der selbigen drin. Später machte ich mich langsam auf zum Busbahnhof, wo ich meine Tickets abholen konnte. Ich verarztete meine Füße, reinigte die Wunden mit Alkoholtupfern und zog mir die Sandalen an. Hier hatte ich auch noch ewig Zeit bis der Bus kam. Irgendwann setzte sich ein älterer Spanier neben mich und wir unterhielten uns über Santiago, den Weg und auch über Granada. Er ist auch total von der Stadt begeistert! Und er meinte auch, dass ich sehr gut Spanisch sprechen kann. Diese Nordmenschen sind eben leichter zu beeindrucken, als die Andalusier mit ihrem Slang ;-)
Ausgaben: Compostelaspende und Einlaminierung: ca. 2 Euro. Essen und Wasser: ca. 8 Euro. T-Shirt und Postkarten: ca. 11 Euro.
Die Busfahrt verlief unspektakulär - lange und unbequem. Ich war von 21:30 bis 6:30 Uhr nach Madrid unterwegs. Und dann nochmal von 8:30 bis 13:30 Uhr nach Granada. Auf der Fahrt unterhielt ich mich mit einem in Madrid lebenden Marrokaner - also insgesamt eine spanischreiche Woche für mich. Hat mir aber sehr gefallen!
Der Weg war auch super - aber beim nächsten Mal mit richtigen Schuhen und mehr Zeit, damit man sich nicht so beeilen muss!
Die Erleuchtung (oder einen Teil von ihr) habe ich übrigens auch erlangt - es wurde mir aber erst klar, als ich mich endlich nach dem langen weg hinsetzen konnte - ironischerweise geschah das in einer katholischen Kathedrale.
Um kurz vor 18 Uhr war ich endlich in Lugo. Der Bus nach Sarria, wo ich den Jakobsweg anfangen wollte, fuhr um 18:30. Im Bus habe ein junges spanisches Pärchen aus Murcia kennengelernt. Sie haben mir ein paar Sachen über den Weg erzählt. In Sarria haben sie mir geholfen, die lokale Polizei zu finden. Danach haben wir uns verabschiedet und uns seit dem auch nicht mehr auf dem Weg gesehen. In der Polizei erhielt ich sofort und kostenlos meinen Pilgerausweis und war somit berechtigt, in Herbergen zu übernachten. Aber diese (auch die privaten) waren schon alle total voll. Ich bin nochmal zu einer gegangen, wo ein großes Sofa im Eingangsbereicht stand, um zu fragen ob ich dort ein paar Stunden schlafen könnte. Die Frau meinte, wenn ich alleine bin, dann hat sie doch noch ein Platz für mich. Das oberste Stockwerk wurde nämlich nicht vermietet, weil dort das Bad renoviert werden soll. Dort hat sie mir ein Bett gegeben (für 5 Euro - ich glaube normal wären 7 bis 10 gewesen). Das war natürlich cool! Aber als ich dann abends dort saß und mein Essen verputzt habe, kam ich mir schon ziemlich allein und verloren vor. Ich war ewig weit weg von Granada, war hundemüde, hatte kaum Geld dabei, nur mit Glück eine Übernachtungsmöglichkeit, keine Ahnung was mich erwartete und ob das Geld überhaupt reichen würde. In den anderen Zimmer habe ich Jugendliche gehört, wie sie sich amüsiert und unterhalten haben - und ich saß allein auf dem Dachboden in einem staubigen Zimmer.
Ausgaben an diesem Tag: Bustickets (Madrid, Lugo, Sarria): ca. 53 Euro. Proviant und Albergue: ca. 10,50 Euro.
Tag 1, 20. Juli 2008 - 32 km
Ich bin kurz vor 4 wach geworden, noch bevor mein Wecker geklingelt hatte. Habe mich langsam fertig gemacht und war schon um 4:30 Uhr auf dem Weg. Draußen war es still und dunkel - von den Blitzen abgesehen. Noch bevor ich aus Sarria raus war, kam auch Donner dazu. Ich passiert den Kilometerstein 111, kurz dahinter hörte der Ort auf und ich befand mich in der Dunkelheit. Zum Glück war die Straße hier asphaltiert und das Grau des Jakobsweges hob sich von der Schwärze der Umgebung ab. So war das nicht lange. Bald war ich im dunklen Wald und kam nur sehr langsam weiter. Nach einer Ewigkeit erreichte ich eine weitere Markierung. Zu meiner Überraschung war es der Kilometerstein 110 - ich hätte wirklich weniger erwartet. Ich ging langsam weiter und schon bald war der Wald zu Ende. Jetzt fing der Regen an. Aber dafür war ich ja vorbereitet und spannte meinen Regenschirm auf (was ich aber vergessen hatte, war ein Gürtel für die Hose - so musste ich sie immer wieder hochziehen). Auf dem Weg war ich der einzige Pilger und die Orte die ich passierte ... naja, im Vergleich zu diesen Orten sind die Eifeldörfer Weltmetropolen ... Beispiel: Eine asphaltierte(!) Straße voll mit Kuhmist und zwei Häusern. Und es gab alle 5 bis 6 km eine solche "Siedlung". Kurz vor 7 Uhr wurde es hell und um 7:15 passierte ich den km-Stein 100! Nur noch 100 km waren übrig - die 100, für die es für Fußpilger die Compostela gibt! Erst gegen 8 Uhr traf ich die ersten Pilger (und bin mit denen direkt in ein Gasthaus bei km 98). Für 2,80 Euro gab es dort ein leckeres belegtes Brötchen. Oder eher ein halbes belegtes Brot! Das Ding war so groß wie mein Kopf und hatte fast eine ganze Packung Käse drauf (es hat mir zum Frühstück und zum Mittagessen gereicht). Die Pilger waren 3 Belgier mit einem Verwandten aus der Provinz Granada (nähe Gaudix, wem es was sagt ;-) ). Ich ging gestärkt und mit Tageslicht schneller weiter (der Regen hatte mit der Dunkelheit zusammen aufgehört). Etwa bei km 95 holte mich ein junger Franzose ein, als ich mehrmals eine Fotopause einlegte. Mit ihm bin ich bis Portomarin gelaufen, wo er auf seine Kumpels warten wollte (oder einfach nur mich loswerden ;-) ). Ich legte auch eine kleine Pause ein, kaufte mir Wasser und wechselte Socken und Schuhe (jetzt trug ich Sandalen mit Socken). Die letzten 10 km haben sich etwas gezogen, aber schließlich kam ich an einer Herberge kurz hinter dem km-Stein 79 an. Es war kurz vor 13 Uhr - und die Herberge war zu. Aber wenigsten war so sichergestellt, dass ich einen Platz bekommen würde. Es handelte sich dabei um eine öffentliche Herberge - das bedeutet: nur 3 Euro pro Nacht. So eine Herberge ist aber sonst wie ein Hostel (Küche, Dusche, Klo). Der einzige Unterschied ist, dass es nur einen großen Schlafsaal mit (in diesem Fall) 30 Betten gibt. Um 13 Uhr konnte ich rein, bekam ein Bett und konnte duschen (es gab aber nur lauwarmes Wasser). Danach kam erstmal eine Siesta von 2 Stunden - was auch bitternötig war. Sonst hatte man auch nicht viel zu tun in der Albergue. Sie befand sich mitten im Nirgendwo. Ich hatte zum Glück ein Buch mitgenommen ("Gespräche mit Gott") und habe angefangen das zu lesen. Konnte mich aber nicht so richtig darauf konzentrieren und bin stattdessen in den Aufenthaltsraum gegangen. Dort habe ich 3 polnische Pilgerinnen kennengelernt und mich ein wenig auf Russisch mit ihnen unterhalten. Das Abendessen kaufte ich in einer Bar direkt an der Albergue (große belegte Brötchen). Habe auch direkt was zum Frühstücken bzw. allgemein für den nächsten Tag gekauft. Als ich zurück in die Albergue kam, war irgendwie alles leer - nur ein Mädel war da. Ich habe sie gefragt, wo denn alle hin sind, weil es hier doch nichts gibt, aber sie wusste es auch nicht. Als wir uns ein wenig mehr unterhalten haben, fand ich raus, dass sie alleine unterwegs ist und am nächsten Tag nach Arzua kommen will (etwa 42 km Weg). Diese Etappe hatte ich auch schon überlegt, aber wegen der große Entfernung wollte ich es nicht wagen - wenn ich den Weg aber nicht alleine gehen müsste, würde ich es machen. Sie meinte, es ist ok, wenn ich mitkomme und so haben wir uns auf 5 Uhr aufstehen und schnell losgehen geeinigt. Sie heißt übringens Laura und kommt aus Italien. Unterhalten haben wir uns auf Spanisch und einem Mix aus Spanisch und Italienisch.
Ausgaben für diesen Tag: Essen, Wasser und Unterkunft: ca. 16 Euro.
Tag 2, 21. Juli 2008 - 39 km
Ich wurde um 4:40 Uhr wach - 20 min vor dem Wecker - und bin direkt aufgestanden. Laura war auch schon wach und packte fleißig ihren Rucksack. Gegen 5:15 Uhr konnten wir losmarschieren. Sie hatte zum Glück eine Taschenlampe dabei, sodass das Umherirren im Dunkeln an diesem Morgen ausfiel. Wir haben ein schnelles Tempo vorgelegt und waren bereits um 7:45 Uhr in Palas del Rei (etwa 14 km). Um nicht zu viel Zeit zu verlieren, stoppten wir nur für 30 min. Meine Füße fingen leicht an zu schmerzen, aber noch ging es recht gut. Auf dem Weg zur nächsten größeren Stadt (Melide, km-Stein 51, weitere 14 km) passierten wir den für mich sehr wichtigen km-Stein 55,5. An diesem war für mich der halbe Weg von Sarria nach Santiago schon vorbei - und das noch vor 11 Uhr am zweiten Wandertag. Um kurz vor 12 waren wir endlich in Melide - und hier taten meine Füße schon richtig weh. Wir kauften Essen ein und stoppten für eine ganze Stunde, aber viel gebracht hatte es für mich nicht. Laura gab mir den Tipp, Schuheinlagen zu kaufen, um das Laufen etwas weicher zu machen. Ich fand welche für 3 Euro in einer Apohteke und tatsächlich ging es damit sofort viel besser - auch wenn die Schmerzen natürlich nicht weg waren. Aber zumindest tat es beim Auftreten nicht mehr höllisch weh. Unser Tagesziel hatten wir inzwischen auf Ribadiso geändert - ein kleiner Ort im Wald kurz vor Arzua. Die Änderung deshalb, weil Arzua als großer Meilenstein auf dem Weg nach Santiago überlaufen sein würde - und wir würden nicht gerade früh ankommen.
Die nächsten etwa 6 km nach Melide konnte ich einigermaßen gut gehen. Laura hatte die ganze Zeit noch keine Beschwerden, aber hier fingen ihre Beine an weh zu tun. Für mich war die Hauptsache nicht stehenbleiben - was sich aber für Fotos nicht vermeiden ließ. Nach jeder Pause musste ich mich aber wieder mühsam ans gehen gewöhnen und erstmal humpeln. Die etwa 5 km danach waren aber die reinste Qual. Ersten finden meine Füße auf einmal an noch viel stärker zu schmerzen. Zweitens wurde es hier richtig gebirgig und die Sonne zeigte sich auch von ihrer besten Seite. Irgendwie hatten wir uns aber auch hier durchgequält (inzwischen war es für Laura auch sehr anstrengend geworden - trotz ihrer guten Schuhe). Auf dem Weg haben wir sogar viele Pilger überholt, die an den Bergen immer wieder Pausen machten. Gegen 15:15 Uhr waren wir endlich in Ribadiso - für eine öffentliche Albergue eine viel zu späte Zeit, denn normalerweise sind schon alle Plätze weg. Wir hatten aber Glück gehabt - von etwa 50 Plätzen waren noch 10 frei! (Zum Glück hatten wir noch kurz zuvor so viele Leute überholen können!!!) Die Albergue war richtig schön und idyllisch an einem Fluß gelegen. Drumherum viele Bäume und Natur pur - irgendwie kam mir das idyllisch und nicht hinterwäldlerisch vor. Ich war auf jeden Fall froh, soviel Weg geschafft zu haben - alleine hätte ich das nicht gemacht, aber dank Lauras "locura" war es möglich.
Als ich irgendwann so weit war, meine Füße entblößen zu können, bot sich mir ein schrecklicher Anblick - daher wird dieser Teil der Beschreibung übersprungen. Na gut, natürlich nicht: Ich hatte an den Fersen mehrere Blasen, einen Hautriss an einer Fußsohle und eine riesige, bereits längst geplatzte Blase an der anderen. Und ich konnte kaum noch gehen ... Es waren zum Glück auch nur noch 40 km und 2 Tage übrig - also genug Zeit, um etwas langsamer zu gehen. Ich habe geduscht, meine Füße medizinisch versorgt, ein paar Sockenpaare gewaschen und mich dann an den Fluss zu den anderen gesetzt. Vor dem Abendessen habe ich mit Laura ein Eis als Entschädigung für den langen Marsch gegessen. Zum Abendessen gab es Brot, Tomaten, Frischkäse und Wurstwaren (wir haben unsere Einkäufe zusammengelegt).
Gegen 21 Uhr lagen schon die meisten im Bett - ich folgte dem verlockenden Beispiel.
Ausgaben für diesen Tag: Essen, Wasser und Eis: ca. 6 Euro, Schuheinlagen und Hostel: 6 Euro.
Tag 3, 22. Juli 2008 - 22 km
Ich hatte Laura schon am Vortag vorgewarnt, dass ich sehr wahrscheinlich keine 30 km gehen werde, um meine Füße ein wenig zu schonen. So war es dann auch.
Wir sind um 5 Uhr aufgestanden - ich war wieder wenige Minuten schneller als der Wecker. Es ging aber erst um 5:40 Uhr los, weil ich zusätzlich zu den üblichen Vorbereitungen noch mühesam meine Füße verbinden und verarzten musste. Aber ich konnte wieder einigermaßen gut und fast ohne Schmerzen gehen. Kurz nach 6 Uhr waren wir in Arzua - überraschend schnell. Hinter der Stadt war der nach meiner Meinung am schlechtesten ausgeschilderte Teil des Weges, aber auch den haben wir gut gemeistert. Kurz nach dem km-Stein 36 gab es zwei gelbe Pfeile - der eine zeigte nach links, der andere nach rechts. Wir entschieden uns für den Weg nach rechts, weil die Straße fußfreundlicher aussah. So liefen wir 3 km lang zwar gelben Pfeilen hinterher, aber es gab keine km-Steine. Das war blöd, weil ich einerseits alle X=0 (mod 5) Steine als Countdown fotografieren wollte - den 35 km habe ich aber verpasst. Und andererseits fällt es einem viel einfachen zu gehen, wenn man sieht, wie die km ständig abnehmen.
Bald kamen meine Fußschmerzen wieder und mit ihnen auch die Beinschmerzen, mit denen Laura schon seit gestern zu kämpfen hatte. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, fast einen Krampf zu bekommen, aber dieser blieb glücklicherweise aus. Gegen 8 Uhr machten wir eine kleine Frühstückspause. Laura hatte kalten italienischen Kaffee aus der Tüte (Pulver) und für jeden ein Schokogebäck.
Gegen 11 Uhr waren wir in Arca angekommen - ich habe beschlossen an diesem Tag nicht mehr weiter zu gehen, weil ich immer langsamer wurde. Laura wollte sich eine Stunde ausruhen, dann aber weiter in das 14 km entfernte Monte do Gozo starten, wo ihr Vater auf sie wartete.
Wir haben eingekauft und unser Mittagessen vor einer Albergue verputzt, in der ich blieben wollte (diese öffnete aber erst um 12). Als es dann 12 war, hatte sich die Albergue als privat herausgestellt - also ein Übernachtungspreis von 10 Euro. Die öffentliche Albergue in der Nähe war aber schon überlaufen. Ich reservierte mir einen Schlafplatz und verabschiedete mich dann von Laura. Wir haben vereinbart, uns am nächsten Tag um 9 Uhr in Monte do Gozo zu treffen und gemeinsam nach Santiago zu gehen.
In der Albergue machte ich erstmal eine Siesta zum Ausruhen. Meine Füße waren zwar besser dran, als am Tag zuvor, aber das Gehen viel mir immer noch schwer. Später am Abend kaufte ich mir über das teure Bezahlinternet in der Albergue meine Bustickets nach Granada zurück - so würde ich wenigstens seelenruhig durch Santiago laufen können, ohne zu fürchten, dass ich keinen Busplatz mehr bekomme (dafür habe ich dann auch gerne 2 Euro Aufschlag pro Ticket bezahlt).
Unterschiede, die mir in dieser Albergue gegenüber eine öffentlichen aufgefallen sind: Auf dem Klo gab es Seife und Papiertücher für die Hände. Es gab KEINE Küche, aber dafür Waschmaschinen (die es aber auch in einigen öffentlichen Alberguen gibt). Außerdem (das wichtigste für meine Rückreise) gab es Bezahlinternet.
Ausgaben an diesem Tag: Essen und Trinken: ca. 8 Euro, Internet: 1,50 und Albergue: 10 Euro.
Tag 4, 23. Juli 2008 - 18 km
Mein Wecker sollte um 4:45 Uhr klingeln, aber viele andere in der Albergue waren schon früher wach und durch sie wachte auch ich auf - also wieder ohne Wecker. Ich habe mich für den Weg fertig gemacht (wieder Füße verarztet und verbunden) und bin so ziemlich genau um 5:23 Uhr los - was mir aber erst später bewusst wurde. Im Wald war es selbstverständlich noch dunkel. Ich leuchtete mit der Digicam, um die Pfeile und den Weg zu finden. Ich kam trotz Dunkelheit gut voran. Meine Füße und Beine haben fast gar nicht weh getan. Hin und wieder blitzte es, es war aber kein Donner zu hören. Am km-Stein 14 holte ich eine Gruppe ein, die eine Lampe bei sich trug. Ich schloss mich ihnen an bis etwa zum km 11.5. Genau kann ich das nicht sagen, da der km-Stein 12.5 der letzte mit Entfernungsangabe war. An diesem passierten wir gerade den Flughafen von Santiago, aber wegen starkem Neben konnte man nichts sehen. Nach dem Flughafen hat es immer wieder kurz geregnet, auch mal stark. Gegen 7:10 Uhr passierte ich den Pseudo-11-km-Stein - ein Stein auf dem eine gelbe 11 geprüht war. Falls es wirklich 11 km waren, so hatte ich bis zu diesem Punkt bereits 100 km zurückgelegt! Ohne km-Steine laufen war irgendwie anstrengender als mit. Ich wusste nie, wie weit ich bin und wieviel Zeit mir noch bis 9 Uhr bleibt, um in Monte do Gozo anzukommen (welches beim km 4 liegen sollte). Ich konnte auch bei weitem nicht mehr so schnell wie am Anfang gehen, weil meine Füße sich so langsam wieder bemerkbar machten.
Schließlich kam der Ort Monte do Gozo - etwas schneller als erwaret, der Weg zur dortigen Albergue zog sich aber lange hin. Den Stempel holte ich mir dort an der Kapelle kurz vor der Albergue um kurz nach halb 9 und Laura und ihren Vater traf ich um 8:40 Uhr. Die Albergue hier war ein riesiges Dorf mit über 100 Plätzen, einer Bar, einem Restaurant und sogar Souvenirladen. Ich frühstückte 2 Bananen und 2 Nektarien. Danach brachen wir auf. Am Fuße des Berghangs an dem die Albergue war, stand ein großer 4 km Stein. Es war also nicht mehr weit.
Nur ein paar Meter weiter konnte man sogar schon ein paar Häuser von Santiago aus dem Nebel rausgucken sehen. Auch in der Stadt gab es gelbe Pfeile, denen man folgen konnte. Sogar zwei Enfernungssteine waren da: Einmal mit 2,574 und das andere Mal mit 2,374 km. Krumm und seltsam aber immerhin eine Entfernung. Gegen 10 Uhr waren wir in der Innenstadt und gegen halb 11 hielten wir bereits unsere Compostela in der Hand. Im Büro, wo es die Dinger gibt, wurde man gefragt, aus welchem Land man kommt, wo man den Weg angefangen hat und ob man in den Gottesdienst geht. Im Gottesdienst wurde aufgezählt, wieviele Pilger aus welchem Land anwesend waren und wo sie ihren Weg begonnen hatten. Es waren richtig viele verschiedene Länder dabei. Aufgefallen sind mir aber vor allem Polen und Deutschland (was aber nicht heißt, dass das die meistvertretenen Länder waren). An diesem Tag (oder Morgen) kam übrigens nur ein Deutscher an, der seinen Weg in Sarria angefangen hatte - ich! Nach dem Gottesdienst habe ich mit Laura Adressen ausgetauscht, um uns die Fotos vom Weg zuzuschicken und mich dann von ihr verabschiedet.
Ich bin dann erstmal durch Stadt und Park gelaufen - oder eher langsam gehumpelt. Irgendwo bekam ich einen Werbezettel für ein Tagesmenü bestehend aus 2 Gängen, einem Nachtisch, Brot und Getränk für nur 5,90 Euro. Meine nächste Mission bestand also darin, dieses Restaurant zu finden - was aber kein Problem war. Beim Bezahlen wurde mir sogar gesagt, dass ich sehr gut Spanisch spreche (ich hatte nach dem ausgewiesenen Studentenrabatt gefragt, aber den gab es nur für die heimische Uni). Danach folgte wieder ein längerer Spaziergang durch die Stadt und der Einkauf von Postkarten und einem T-Shirt. Ich musste noch ein wenig Zeit totschlagen und so saß ich einfach vor der Kathedrale auf dem Platz und war sogar nochmal in der selbigen drin. Später machte ich mich langsam auf zum Busbahnhof, wo ich meine Tickets abholen konnte. Ich verarztete meine Füße, reinigte die Wunden mit Alkoholtupfern und zog mir die Sandalen an. Hier hatte ich auch noch ewig Zeit bis der Bus kam. Irgendwann setzte sich ein älterer Spanier neben mich und wir unterhielten uns über Santiago, den Weg und auch über Granada. Er ist auch total von der Stadt begeistert! Und er meinte auch, dass ich sehr gut Spanisch sprechen kann. Diese Nordmenschen sind eben leichter zu beeindrucken, als die Andalusier mit ihrem Slang ;-)
Ausgaben: Compostelaspende und Einlaminierung: ca. 2 Euro. Essen und Wasser: ca. 8 Euro. T-Shirt und Postkarten: ca. 11 Euro.
Die Busfahrt verlief unspektakulär - lange und unbequem. Ich war von 21:30 bis 6:30 Uhr nach Madrid unterwegs. Und dann nochmal von 8:30 bis 13:30 Uhr nach Granada. Auf der Fahrt unterhielt ich mich mit einem in Madrid lebenden Marrokaner - also insgesamt eine spanischreiche Woche für mich. Hat mir aber sehr gefallen!
Der Weg war auch super - aber beim nächsten Mal mit richtigen Schuhen und mehr Zeit, damit man sich nicht so beeilen muss!
Die Erleuchtung (oder einen Teil von ihr) habe ich übrigens auch erlangt - es wurde mir aber erst klar, als ich mich endlich nach dem langen weg hinsetzen konnte - ironischerweise geschah das in einer katholischen Kathedrale.
Donnerstag, 17. Juli 2008
Graffiti, Marbella und Granada
Am Freitag (11. Juli) ging es ein letztes Mal an die Uni - aber erst gegen 17 Uhr abends. Wie immer mussten wir einige Zeit vor dem Büro des Profs warten, bis er endlich Zeit für uns hatte. Der Prof hat sich meine Sachen ganz genau angesehen, aber zum Glück keine Fehler gefunden. Somit hatte ich bestanden. Dann hat er angefangen Sadi mit Klausuraufgaben zu quälen. Ich habe in der Zwischenzeit gewartet und mich mit dem Internet und meinem Blog befasst (von meiner Wohnung aus geht das wegen Problemen mit dem Internet nicht).
Erst um kurz vor 21 Uhr konnte sich Sadi von den Aufgaben befreien und hatte zum Glück bestanden! Wir hatten an diesem Abend noch eine Graffititour geplant und wollten sie nicht aufgeben. Waren daher noch bis kurz vor 23 Uhr in der Chana an der Autobahn unterwegs, um alles zu fotografieren. Tapas gab es an diesem Abend demzufolge auch in der Chana - das hätten wir ruhig öfter machen können, aber jetzt ist es zu spät. Nach einem türkischen Tee bei Sadi, haben wir uns spontan entschlossen am nächsten Morgen nach Salobreña an den Strand zu fahren. Dort gab es riesige Wellen, die uns sehr viel Spaß bereitet haben - bis sie noch riesiger wurden und schließlich die rote "Baden verboten"-Flagge gehisst wurde. An diesem Punkt sind wir wieder nach Granada zurück gefahren, um eine weiter Graffititour zu starten. Und es sollte die größte ihrer Art werden! Wir sind an der Alhambra hoch und haben sogar noch einen neuen Aussichtspunkt gefunden. Danach war der Stadtteil hinter der Alhambra dran und auf dem Rückweg einige Teile vom Realejo, die noch nicht untersucht worden waren. Und wir haben viel gefunden! Vor allem viel Gutes vom El Niño!
Am Sonntag bin ich mit Sadi nach Marbella gefahren, um die Polinnen zu besuchen. Es gab einen kleinen Stau, wodurch wir 40 Minuten verloren haben, aber sonst war die Fahrt gut. Ok, es war ein Portillo und kein Alsina Graells Bus - aber sonst gut. In Marbella waren einige der Mädels arbeiten, andere (noch) da. Die Wohnung ist sehr klein. Es ist ein Wohnzimmer mit einer kleinen Küche in einem Abstellraum ohne Tür. Das Wohnzimmer endet in einem Balkon, dem zwar ein Fenstergitter ist, aber kein Glas. Neben der Eingangstür führt eine kleine Treppe nach oben, wo sich das Schlafzimmer und das Bad befinden - alles klein. Und sie wohnen da mit 8 Leuten! (5 sind unsere Polen und 3 neu kennengelernte Polen in Marbella (je ein Hombre - bei den alten und den neuen) - quasi 2 Männer, 6 Frauen). Überall liegen Klamotten und Sachen, weil es einfach nicht genug Schränke oder sonstigen Stauraum gibt. Und es gibt auch kein heißes Wasser... Aber ich muss sagen, für die zwei Tage, die ich da war, war es ganz schön gemütlich.
Ich, Sadi, Ola und ihr Freund Tomek sind direkt zum Strand. Karolina arbeitet dort in der Nähe in einer Bar, sodass wir ihr kurz "Hallo" sagen konnten. Abends haben wir uns alle wieder in der Wohnung getroffen. Nur (die andere) Ola (Ola B.) und Gosia waren noch arbeiten. Karolina hat uns (also mir und Sadi) die Altstadt gezeigt. Von da aus sind wir direkt zum Strand, um Olas B.s Geburtstag zu feiern. Sie musste aber lange arbeiten und kam erst gegen 3 Uhr an. Wir haben bis etwa 7 gefeiert und als wir wieder an der Wohnung waren, haben diejenigen, die früher gegangen waren, die gesamte Bodenfläche der Wohnung mit Matratzen ausgelegt.
Am nächsten Tag habe ich mich nach Karolinas Wecker gerichtet (halb 1!). Sie musste aufstehen und sich für 2 Uhr für die Arbeit fertig machen. Ich habe den Tag mit Rumhängen und Blogschreiben verbracht. Später waren wir mit Ola und den neuen Polen Tapas essen - 1,50 Euro für eine Tapa, die kleiner ist, als die durchschnittliche, kostenlose Tapa in Granada! Nach diesem Schock ist Sadi erstmal nach Algeciras zu seinem ehemaligen Mitbewohner gefahren, ich blieb in Marbella. Abends war ich mit Ola und Tomek in der Stadt unterwegs, weil sie auf der Suche nach Souveniers waren. Um 22 Uhr haben wir (die drei eben erwähnten) Karolina von der Arbeit abgeholt und waren nochmal am Strand schwimmen. Wieder zu Hause gab es ein Abschiedsessen für Ola und Tomek (Tomek hat Paella gemacht), weil sie am nächsten Tag wieder nach Polen zurückfliegen sollten.
Am Dienstag (15. Juli) ging es daher früh aus dem Bett. Ola und Tomek sind zum Flughafen gefahren und ich und Ola B. zurück nach Granada. Um die Mittagszeit kamen wir in unserer Stadt an und haben natürlich erstmal beim Nido de Buho eine Tapa gegessen - ersetzt teures Mittagessen! Danach bin ich zum Probepacken nach Hause und Ola ist zu ihrer Freundin gegangen, die noch einen Koffer von ihr hatte. Das Ergebnis vom Probepacken: Der Koffer ist zu klein, ich muss mir eine gute Quetschtechnik einfallen lassen ... (Julia hat mir die Rabea-Koffer-Pack-Quetsch-Technik empfohlen - werde sie ausprobieren, wenn es ernst wird - jetzt haben noch viele Sachen gefehlt (haben in der Waschmaschine vor ich hingedümpelt)).
Gegen 18 Uhr haben wir uns nochmal am Trinidad getroffen und gemeinsam einen "Nos vemos Granada"-Spaziergang gemacht. Die Stadt hat das sehr gefreut, denn sie hat uns einen 5-Euro-Schein geschenkt, den wir für Eis investiert haben!
Am Abend habe ich mich mit Markus getroffen und ihm erstmal die Neuigkeiten erzählt (Klausur, Graffiti und Marbella). Danach kam der interessante Teil: Das ganze Essen von Julia und Rabea, was ich noch nicht gegessen hatte (fast alles) habe ich Markus zum "aufpassen" ;-) angeboten. Ok, nicht alles. Einiges habe ich da gelassen, um es den Polinnen in Marbella zu geben (ich fahre am letzten Tag nochmal dahin, weil man von da den Flughafen gut erreichen kann). Markus hat sich auf jeden Fall über seinen vollen Rucksack und zwei volle Einkaufstüten gefreut. Auch diesesmal waren wir wieder Tapas essen. Zuerst beim mir in der Nähe im "Metropolis". Danach haben wir alle Sachen zum ihm in die Wohnung geschafft und uns direkt um die Ecke (im Buho) mit Ola B. ihrem Besuch und ihrer Gastgeberin getroffen. Aber hier war - wie so oft - nach einer Tapa schon Schluss. Markus hat sich danach verabschiedet, aber wir anderen haben noch einen kurzen Spaziergang durch "Granada nocturna" gemacht. Auf dem Heimweg ging ich in der Chupiteria vorbei, um für meine insgesamt 71 Punkte u.a. ein T-Shirt abzuholen.
Am Mittwoch ist Ola B. gegen Mittag nach Marbella zurück gefahren. Wir haben uns am Busbahnhof getroffen und sie gab mir ihren Schlafsack (weil ich auf meiner nächsten Reise brauchen werde). Ich bringe ihn zurück, wenn ich am vorletzten Tag nach Marbella fahre. Am Nachmittag kam Gosia aus Marbella zu einem Abschlussbesuch nach Granada. Wir haben mit ihr ebenfalls einen "Nos vemos Granada"-Spaziergang gemacht - aber im anderen Teil. Tapas haben wir auch gegessen (im Buho - ok, nur sie, weil ich schon zu Hause gegessen hatte) und etwas später die süßen Tapas in der "Escuela". Als Gosia wegmusste, war es für mich auch schon fast Zeit, mich mit Sadi zu treffen (der erst jetzt aus Algeciras zurückkam). Wir haben uns (ohne Markus, weil er noch arbeiten musste) im Kino den Film "Kung-Fu Panda" angesehen. War sehr lustig (und kostet hier nur 3,50 Euro)! Nach dem Kino habe ich Gosias SMS gelesen, dass sie den Bus nach Marbella verpasst hat. Wir haben sie zum Tapasessen mitgenommen (wieder Buho). Achja, übernachtet hat sie bei der Freundin, bei der auch Ola B. übernachtet hatte.
Heute Morgen habe ich mich um 10 Uhr mit Sadi getroffen, um uns von der Uni abzumelden. Vorher war ich an der Estación de Autobuses - dazu später mehr. Auf dem Rückweg davon habe ich eine kleine Graffititour eingelegt und ein paar schöne Sachen gefunden. Das Büro, wo man sich von der Uni abmelden musste, ist umgezogen - aber zum Glück nur auf die gegenüberliegende Straßenseite. Hier musste man aber durch eine Sicherheitskontrolle mit Metalldetektor durch. Das Gebäude - Hospital Real - war total schön, mit vielen Innenhöfen und Brunnen! Zum Abmelden brauchte man einen Zettel von der Bibleothek, dass man keine Bücher mehr ausgeliehen. Aber zum Glück war eine Bib im selben Gebäude. Danach ging es ganz schnell: Name, Datum, Unterschrift und Stempel drauf - und schon war es vorbei. Dummerweise verlangt die Uni Koblenz auf dem Wisch das An- und Abreisedatum - hier kann man aber nur den Vorlesungsbeginn und das Abmeldedatum bekommen. Das macht bei mir nach der Unirechnung einen Monat weniger aus - hoffe ich muss deswegen kein Geld nachzahlen.
Danach war ich mal wieder an der Uni, um ein paar Sachen im Internet zu erledigen und nachzuschauen (bei mir in der Wohnung geht es ja nicht ...)
Habe auch wieder meinen Koffer und Rucksack gepackt. Mein Mitbewohner brachte mir eine Waage, um das ganze zu wiegen: Der Koffer kommt auf 14,5 kg (erlaubt: 20 kg - da geht also noch Einiges (zumindest vom Gewicht - vom Platz her kaum). Ich hatte ursprünglich vor, meine gesamten Sachen zu Markus in die Wohnung zu bringen, weil es sein kann, dass meine Mitbewohner nächste Woche (ich bin dann nicht da) ausziehen und jemand neues in die Wohnung kommt. Aber jetzt meinte Javi (der lustige Javi / der mit der Waage), dass er auf jeden Fall hier sein wird und ich meine Sachen ruhig hier lassen kann.
Am Abend kam Sadi vorbei, um Fotos auszutauschen. Hat dabei direkt die spanische Musik bekommen, die sich hier bei mi rangesammelt hatte. Danach haben wir ein paar Tapasbars fotografiert und waren außerdem noch im "Reciclaje" - einem 2nd Hand-Shop für Bücher, DVDs und Musik. Ich habe mir "Casablanca" auf Spanisch (ok, Englisch ist auch dabei) gekauft.
Anschließend waren wir mit zwei Bekannten von Sadi Tapas essen, dieses Mal in der "noblen" Tapasbar in der Straße hinter Plz. de Carmen. Von dort habe ich mir auch ein Souvenir mitgenommen, oder besser: Der Barmensch hat es mir auf Anfrage geschenkt - ich sollte nur dafür sorgen, dass es keiner mitbekommt.
Jetzt zur Estación de Autobuses. Ich habe mir ein Ticket nach Madrid gekauft. Der Bus fährt morgen um 19 Uhr ab und kommt gegen Mitternacht in Madrid an. Ich hoffe den Bus um 0:30 Uhr nach Lugo zu erwischen, wo ich dann gegen 7 Uhr morgens am Samstag wäre. Dort muss ich dann sehen, was passieren wird. Auf jeden Fall hoffe ich, am Mittwochabend (am besten um 21:30 Uhr) aus der Hauptstadt von Galicien den Bus nach Madrid zu erwischen, um von dort wieder gegen Donnerstagmittag in Granada anzukommen.
Erst um kurz vor 21 Uhr konnte sich Sadi von den Aufgaben befreien und hatte zum Glück bestanden! Wir hatten an diesem Abend noch eine Graffititour geplant und wollten sie nicht aufgeben. Waren daher noch bis kurz vor 23 Uhr in der Chana an der Autobahn unterwegs, um alles zu fotografieren. Tapas gab es an diesem Abend demzufolge auch in der Chana - das hätten wir ruhig öfter machen können, aber jetzt ist es zu spät. Nach einem türkischen Tee bei Sadi, haben wir uns spontan entschlossen am nächsten Morgen nach Salobreña an den Strand zu fahren. Dort gab es riesige Wellen, die uns sehr viel Spaß bereitet haben - bis sie noch riesiger wurden und schließlich die rote "Baden verboten"-Flagge gehisst wurde. An diesem Punkt sind wir wieder nach Granada zurück gefahren, um eine weiter Graffititour zu starten. Und es sollte die größte ihrer Art werden! Wir sind an der Alhambra hoch und haben sogar noch einen neuen Aussichtspunkt gefunden. Danach war der Stadtteil hinter der Alhambra dran und auf dem Rückweg einige Teile vom Realejo, die noch nicht untersucht worden waren. Und wir haben viel gefunden! Vor allem viel Gutes vom El Niño!
Am Sonntag bin ich mit Sadi nach Marbella gefahren, um die Polinnen zu besuchen. Es gab einen kleinen Stau, wodurch wir 40 Minuten verloren haben, aber sonst war die Fahrt gut. Ok, es war ein Portillo und kein Alsina Graells Bus - aber sonst gut. In Marbella waren einige der Mädels arbeiten, andere (noch) da. Die Wohnung ist sehr klein. Es ist ein Wohnzimmer mit einer kleinen Küche in einem Abstellraum ohne Tür. Das Wohnzimmer endet in einem Balkon, dem zwar ein Fenstergitter ist, aber kein Glas. Neben der Eingangstür führt eine kleine Treppe nach oben, wo sich das Schlafzimmer und das Bad befinden - alles klein. Und sie wohnen da mit 8 Leuten! (5 sind unsere Polen und 3 neu kennengelernte Polen in Marbella (je ein Hombre - bei den alten und den neuen) - quasi 2 Männer, 6 Frauen). Überall liegen Klamotten und Sachen, weil es einfach nicht genug Schränke oder sonstigen Stauraum gibt. Und es gibt auch kein heißes Wasser... Aber ich muss sagen, für die zwei Tage, die ich da war, war es ganz schön gemütlich.
Ich, Sadi, Ola und ihr Freund Tomek sind direkt zum Strand. Karolina arbeitet dort in der Nähe in einer Bar, sodass wir ihr kurz "Hallo" sagen konnten. Abends haben wir uns alle wieder in der Wohnung getroffen. Nur (die andere) Ola (Ola B.) und Gosia waren noch arbeiten. Karolina hat uns (also mir und Sadi) die Altstadt gezeigt. Von da aus sind wir direkt zum Strand, um Olas B.s Geburtstag zu feiern. Sie musste aber lange arbeiten und kam erst gegen 3 Uhr an. Wir haben bis etwa 7 gefeiert und als wir wieder an der Wohnung waren, haben diejenigen, die früher gegangen waren, die gesamte Bodenfläche der Wohnung mit Matratzen ausgelegt.
Am nächsten Tag habe ich mich nach Karolinas Wecker gerichtet (halb 1!). Sie musste aufstehen und sich für 2 Uhr für die Arbeit fertig machen. Ich habe den Tag mit Rumhängen und Blogschreiben verbracht. Später waren wir mit Ola und den neuen Polen Tapas essen - 1,50 Euro für eine Tapa, die kleiner ist, als die durchschnittliche, kostenlose Tapa in Granada! Nach diesem Schock ist Sadi erstmal nach Algeciras zu seinem ehemaligen Mitbewohner gefahren, ich blieb in Marbella. Abends war ich mit Ola und Tomek in der Stadt unterwegs, weil sie auf der Suche nach Souveniers waren. Um 22 Uhr haben wir (die drei eben erwähnten) Karolina von der Arbeit abgeholt und waren nochmal am Strand schwimmen. Wieder zu Hause gab es ein Abschiedsessen für Ola und Tomek (Tomek hat Paella gemacht), weil sie am nächsten Tag wieder nach Polen zurückfliegen sollten.
Am Dienstag (15. Juli) ging es daher früh aus dem Bett. Ola und Tomek sind zum Flughafen gefahren und ich und Ola B. zurück nach Granada. Um die Mittagszeit kamen wir in unserer Stadt an und haben natürlich erstmal beim Nido de Buho eine Tapa gegessen - ersetzt teures Mittagessen! Danach bin ich zum Probepacken nach Hause und Ola ist zu ihrer Freundin gegangen, die noch einen Koffer von ihr hatte. Das Ergebnis vom Probepacken: Der Koffer ist zu klein, ich muss mir eine gute Quetschtechnik einfallen lassen ... (Julia hat mir die Rabea-Koffer-Pack-Quetsch-Technik empfohlen - werde sie ausprobieren, wenn es ernst wird - jetzt haben noch viele Sachen gefehlt (haben in der Waschmaschine vor ich hingedümpelt)).
Gegen 18 Uhr haben wir uns nochmal am Trinidad getroffen und gemeinsam einen "Nos vemos Granada"-Spaziergang gemacht. Die Stadt hat das sehr gefreut, denn sie hat uns einen 5-Euro-Schein geschenkt, den wir für Eis investiert haben!
Am Abend habe ich mich mit Markus getroffen und ihm erstmal die Neuigkeiten erzählt (Klausur, Graffiti und Marbella). Danach kam der interessante Teil: Das ganze Essen von Julia und Rabea, was ich noch nicht gegessen hatte (fast alles) habe ich Markus zum "aufpassen" ;-) angeboten. Ok, nicht alles. Einiges habe ich da gelassen, um es den Polinnen in Marbella zu geben (ich fahre am letzten Tag nochmal dahin, weil man von da den Flughafen gut erreichen kann). Markus hat sich auf jeden Fall über seinen vollen Rucksack und zwei volle Einkaufstüten gefreut. Auch diesesmal waren wir wieder Tapas essen. Zuerst beim mir in der Nähe im "Metropolis". Danach haben wir alle Sachen zum ihm in die Wohnung geschafft und uns direkt um die Ecke (im Buho) mit Ola B. ihrem Besuch und ihrer Gastgeberin getroffen. Aber hier war - wie so oft - nach einer Tapa schon Schluss. Markus hat sich danach verabschiedet, aber wir anderen haben noch einen kurzen Spaziergang durch "Granada nocturna" gemacht. Auf dem Heimweg ging ich in der Chupiteria vorbei, um für meine insgesamt 71 Punkte u.a. ein T-Shirt abzuholen.
Am Mittwoch ist Ola B. gegen Mittag nach Marbella zurück gefahren. Wir haben uns am Busbahnhof getroffen und sie gab mir ihren Schlafsack (weil ich auf meiner nächsten Reise brauchen werde). Ich bringe ihn zurück, wenn ich am vorletzten Tag nach Marbella fahre. Am Nachmittag kam Gosia aus Marbella zu einem Abschlussbesuch nach Granada. Wir haben mit ihr ebenfalls einen "Nos vemos Granada"-Spaziergang gemacht - aber im anderen Teil. Tapas haben wir auch gegessen (im Buho - ok, nur sie, weil ich schon zu Hause gegessen hatte) und etwas später die süßen Tapas in der "Escuela". Als Gosia wegmusste, war es für mich auch schon fast Zeit, mich mit Sadi zu treffen (der erst jetzt aus Algeciras zurückkam). Wir haben uns (ohne Markus, weil er noch arbeiten musste) im Kino den Film "Kung-Fu Panda" angesehen. War sehr lustig (und kostet hier nur 3,50 Euro)! Nach dem Kino habe ich Gosias SMS gelesen, dass sie den Bus nach Marbella verpasst hat. Wir haben sie zum Tapasessen mitgenommen (wieder Buho). Achja, übernachtet hat sie bei der Freundin, bei der auch Ola B. übernachtet hatte.
Heute Morgen habe ich mich um 10 Uhr mit Sadi getroffen, um uns von der Uni abzumelden. Vorher war ich an der Estación de Autobuses - dazu später mehr. Auf dem Rückweg davon habe ich eine kleine Graffititour eingelegt und ein paar schöne Sachen gefunden. Das Büro, wo man sich von der Uni abmelden musste, ist umgezogen - aber zum Glück nur auf die gegenüberliegende Straßenseite. Hier musste man aber durch eine Sicherheitskontrolle mit Metalldetektor durch. Das Gebäude - Hospital Real - war total schön, mit vielen Innenhöfen und Brunnen! Zum Abmelden brauchte man einen Zettel von der Bibleothek, dass man keine Bücher mehr ausgeliehen. Aber zum Glück war eine Bib im selben Gebäude. Danach ging es ganz schnell: Name, Datum, Unterschrift und Stempel drauf - und schon war es vorbei. Dummerweise verlangt die Uni Koblenz auf dem Wisch das An- und Abreisedatum - hier kann man aber nur den Vorlesungsbeginn und das Abmeldedatum bekommen. Das macht bei mir nach der Unirechnung einen Monat weniger aus - hoffe ich muss deswegen kein Geld nachzahlen.
Danach war ich mal wieder an der Uni, um ein paar Sachen im Internet zu erledigen und nachzuschauen (bei mir in der Wohnung geht es ja nicht ...)
Habe auch wieder meinen Koffer und Rucksack gepackt. Mein Mitbewohner brachte mir eine Waage, um das ganze zu wiegen: Der Koffer kommt auf 14,5 kg (erlaubt: 20 kg - da geht also noch Einiges (zumindest vom Gewicht - vom Platz her kaum). Ich hatte ursprünglich vor, meine gesamten Sachen zu Markus in die Wohnung zu bringen, weil es sein kann, dass meine Mitbewohner nächste Woche (ich bin dann nicht da) ausziehen und jemand neues in die Wohnung kommt. Aber jetzt meinte Javi (der lustige Javi / der mit der Waage), dass er auf jeden Fall hier sein wird und ich meine Sachen ruhig hier lassen kann.
Am Abend kam Sadi vorbei, um Fotos auszutauschen. Hat dabei direkt die spanische Musik bekommen, die sich hier bei mi rangesammelt hatte. Danach haben wir ein paar Tapasbars fotografiert und waren außerdem noch im "Reciclaje" - einem 2nd Hand-Shop für Bücher, DVDs und Musik. Ich habe mir "Casablanca" auf Spanisch (ok, Englisch ist auch dabei) gekauft.
Anschließend waren wir mit zwei Bekannten von Sadi Tapas essen, dieses Mal in der "noblen" Tapasbar in der Straße hinter Plz. de Carmen. Von dort habe ich mir auch ein Souvenir mitgenommen, oder besser: Der Barmensch hat es mir auf Anfrage geschenkt - ich sollte nur dafür sorgen, dass es keiner mitbekommt.
Jetzt zur Estación de Autobuses. Ich habe mir ein Ticket nach Madrid gekauft. Der Bus fährt morgen um 19 Uhr ab und kommt gegen Mitternacht in Madrid an. Ich hoffe den Bus um 0:30 Uhr nach Lugo zu erwischen, wo ich dann gegen 7 Uhr morgens am Samstag wäre. Dort muss ich dann sehen, was passieren wird. Auf jeden Fall hoffe ich, am Mittwochabend (am besten um 21:30 Uhr) aus der Hauptstadt von Galicien den Bus nach Madrid zu erwischen, um von dort wieder gegen Donnerstagmittag in Granada anzukommen.
Freitag, 11. Juli 2008
DJ und Steffi, Julia und Christoph
Am Sonntagmorgen (6. Juli) habe ich DJ und Steffi am Triunfo abgeholt - dort sind sie aus dem Flughafenbus ausgestiegen. Wir haben zuerst ihre Sachen in meine kleine Bude gebracht und haben direkt mit einer Stadttour gestartet. Sind durch das Stadtzentrum, an der Kathedrale und den Touriläden an der Plaza Bib-Rambla vorbei bis zur Plaza Nueva. Von dort hoch in den Albaycin zum Mirador San Nicolas und durch die Albaycinlabyrinthe runter bis zur Calle Elvira. In der Bella y Bestia II haben wir dann die ersten Tapas gegessen. Somit war DJ davon überzeugt, dass es kein Mythos war, sondern Wirklichkeit: Die Tapas gibt es hier wiklich umsonst zum Getränk dazu! Danach ging es zum Eisessen in die Isla de Capri. Wir waren die ersten Kunden und das Eis war noch gar nicht ausgestellt - aber wir haben trotzdem was bekommen. Nach soviel Laufen und Essen mussten wir uns dann erstmal für eine kleine Siesta in den Park de F. Garcia Lorca legen. Es war ungewöhnlich leer - entweder wegen der Hitze (fast 40 Grad) oder weil schon viele Studenten weg waren. Später gab es nochmehr Tapasrunden in den verschiedenen Kneipen, bis es irgendwann nachts nach Hause ging.
Am Montag sind wir (Caiti, DJ, Steffi und ich) nach Málaga aufgebrochen. Caiti musste zum Flughafen und wir wollten und die Stadt ansehen und zum Strand. Leider blieb für Caiti nicht genug Zeit mit uns in die Stadt zu fahren, sodass wir uns schon am Busbahnhof verabschieden mussten. Wir drei übrigen sind durch die Stadt gelaufen und haben zum Mittag das günstige Tagesmenü im selben Restaurant gegessen, wo Caiti und ich schon bei unserer Málagatour waren. Die Zeit lief uns langsam davon und so mussten wir schnell zum Strand. Dort hatten wir etwas weniger als 2 Stunden - aber es hat sich trotzdem gelohnt. Zurück sind wir zu Fuß gegangen und haben den Bus nach Granada gut erwischt.
Als wir in meiner Wohnung versucht haben Kontakt mit den anderen aufzunehmen, stellten wir fest, dass es immer noch Internetprobleme gibt. Julia hatte sich aber per Handy gemeldet und so wussten wir, wann und wo es losgehen würde. Natürlich haben wir Tapas gegessen (nach fast 6 Monaten geht es mir immer noch nicht auf die Nerven, es gibt einfach sehr viele verschiedene Bars mit vielen leckeren, kostenlosen Tapas!!!). Danach ging es nochmal zur Chupiteria und um Julia zu verabschieden in die Disko Mae West. Wir kamen erst gegen halb 5 zu Hause an.
DJ und Steffi mussten schon um 9 Uhr ihren Bus zum Strand erwischen - hat trotz zu wenig Schlaf alles super funktioniert. Ich bin nicht mitgefahren, da ein der Kryptoprof meinte, Christoph, Sadi und mich nochmal sprechen zu müssen. Er meinte, wir hätten die Klausur nicht bestanden, weil zum Bestehen 4 Punkte nötig waren, wir sind aber von 2,5 ausgegangen. Mir fehlten noch 0,3. Wir dachten der Prof würde uns nochmal prüfen. Aber stattdessen hieß es für mich und Christoph, die gesamte Klausur nochmal zu Hause rechnen und wenn (fast) alles stimmt, würden wir noch die fehlenden Nachkommapunkte bekommen (Christoph haben nur 0,1 Punkte gefehlt, aber der Prof wollte kein Auge zudrücken - obwohl es schon Christophs vorletzter Tag war und er noch jede Menge Sachen vor dem Abflug klären musste). Für Sadi sah es etwas anders aus, ihm fehlten ein paar Punkte mehr. Er und der Prof haben sich darauf geeinigt, dass Sadi am Freitag eine andere Klausur schreiben würde (das alles machte der Prof, weil wir zur Nachklausur im September nicht mehr in Spanien sein werden). Ich und Christoph verbrachten den Nachmittag damit, die Klausur neu zu rechnen, während Sadi DJ und Steffi vom Bus abholte und mit ihnen zusammen zur Alhambra ging. Nachdem wir mit Christoph das Wichtigste erledigt hatten, traf ich mich mit Julia. Sie gab mir ihr gesamtes Essen und auch das Essen, was sie von Rabea bekommen hatte - ich habe jetzt also alle Schränke voll!
Abends - es war Julias letzter in Granada - gingen wir unter anderem zum Nido de Buho. Das ist eine der besten Tapasbars, die sich aber nicht für eine Tapastour eignet, weil man nach spätestens 2 Tapas total satt ist (eigentlich schon nach einer!). Nach einem weiteren Abschied und einer weiteren recht kurzen Nacht, brachte ich DJ und Steffi zum Bus. Auch für sie wurde es Zeit, nach Deutschland zurückzukehren. Ich konnte mich aber danach nochmal schlafen legen und ausruhen. Gegen 17 Uhr waren wir bei Federica zum Kaffeetrinken verabredet. Alle aus unserer Gruppe, die noch da sind kamen vorbei: Christoph, Sadi, Markus und ich. Es war recht unterhaltsam, vor allem weil wir - nachdem Federica kurz raus musste - so getan haben, als ob wir in einem der Zimmer etwas Schlimmes hinterlassen haben (von Schimmelkäse bis zur Ratte war alles dabei). Am Abend trafen wir uns in der gleichen Besetzung beim Sadi. Von seinem Balkon (er ist vor kurzem umgezogen) hat man einen Blick auf die Plaza de Toros. In dieser Arena war an diesem Abend niemand anders als Juanes, der spanische Superstar mit einem Konzert zu Gast. Wir haben uns das eine Zeitlang angehört (und hin und wieder seine Silhouette an der Krankenhauswand gesehen, wenn das Bühnenlicht günstig fiel). Natürlich waren wir auch an diesem Abend Tapas essen - denn es war Christophs letzter in Granada. Irgendwann nach 2 Uhr sind wir alle (aber ohne Sadi) in die Chupiteria, damit Christoph seine Punkte einlösen konnte. Er hatte 93 - da haben wir grad noch spontan die 100 voll gemacht (eigentlich sogar 101). Christoph wollte für 60 einen Pulli und für 40 ein T-Shirt, aber es waren leider keine Pullis da (ein Grund mehr, um nächstes Jahr wiederzukommen). Danach haben wir noch eine Zeitlang auf der Bank gesessen und die anderen haben beschlossen, bei Christoph in der Wohnung noch etwas zu trinken. Ich war aber zu müde und habe mich verabschiedet.
Am Donnerstag habe ich ein wenig ausgeschlafen und mich irgendwann am späten Nachmittag aufgerafft, in die Hitze rauszugehen und Schuhe zu kaufen. Habe mir diesesmal Sommerschuhe gekauft und hoffe, dass sie ihren Zweck erfüllen werden. Am Abend sind wir zum ersten Mal seit langer Zeit nicht rausgegangen. Markus hat gearbeitet, Federica hat Besuch von ihren Eltern bekommen, Sadi hat für die Klausur gelernt und ich habe den Rest von meiner Klausur gerechnet.
Am Montag sind wir (Caiti, DJ, Steffi und ich) nach Málaga aufgebrochen. Caiti musste zum Flughafen und wir wollten und die Stadt ansehen und zum Strand. Leider blieb für Caiti nicht genug Zeit mit uns in die Stadt zu fahren, sodass wir uns schon am Busbahnhof verabschieden mussten. Wir drei übrigen sind durch die Stadt gelaufen und haben zum Mittag das günstige Tagesmenü im selben Restaurant gegessen, wo Caiti und ich schon bei unserer Málagatour waren. Die Zeit lief uns langsam davon und so mussten wir schnell zum Strand. Dort hatten wir etwas weniger als 2 Stunden - aber es hat sich trotzdem gelohnt. Zurück sind wir zu Fuß gegangen und haben den Bus nach Granada gut erwischt.
Als wir in meiner Wohnung versucht haben Kontakt mit den anderen aufzunehmen, stellten wir fest, dass es immer noch Internetprobleme gibt. Julia hatte sich aber per Handy gemeldet und so wussten wir, wann und wo es losgehen würde. Natürlich haben wir Tapas gegessen (nach fast 6 Monaten geht es mir immer noch nicht auf die Nerven, es gibt einfach sehr viele verschiedene Bars mit vielen leckeren, kostenlosen Tapas!!!). Danach ging es nochmal zur Chupiteria und um Julia zu verabschieden in die Disko Mae West. Wir kamen erst gegen halb 5 zu Hause an.
DJ und Steffi mussten schon um 9 Uhr ihren Bus zum Strand erwischen - hat trotz zu wenig Schlaf alles super funktioniert. Ich bin nicht mitgefahren, da ein der Kryptoprof meinte, Christoph, Sadi und mich nochmal sprechen zu müssen. Er meinte, wir hätten die Klausur nicht bestanden, weil zum Bestehen 4 Punkte nötig waren, wir sind aber von 2,5 ausgegangen. Mir fehlten noch 0,3. Wir dachten der Prof würde uns nochmal prüfen. Aber stattdessen hieß es für mich und Christoph, die gesamte Klausur nochmal zu Hause rechnen und wenn (fast) alles stimmt, würden wir noch die fehlenden Nachkommapunkte bekommen (Christoph haben nur 0,1 Punkte gefehlt, aber der Prof wollte kein Auge zudrücken - obwohl es schon Christophs vorletzter Tag war und er noch jede Menge Sachen vor dem Abflug klären musste). Für Sadi sah es etwas anders aus, ihm fehlten ein paar Punkte mehr. Er und der Prof haben sich darauf geeinigt, dass Sadi am Freitag eine andere Klausur schreiben würde (das alles machte der Prof, weil wir zur Nachklausur im September nicht mehr in Spanien sein werden). Ich und Christoph verbrachten den Nachmittag damit, die Klausur neu zu rechnen, während Sadi DJ und Steffi vom Bus abholte und mit ihnen zusammen zur Alhambra ging. Nachdem wir mit Christoph das Wichtigste erledigt hatten, traf ich mich mit Julia. Sie gab mir ihr gesamtes Essen und auch das Essen, was sie von Rabea bekommen hatte - ich habe jetzt also alle Schränke voll!
Abends - es war Julias letzter in Granada - gingen wir unter anderem zum Nido de Buho. Das ist eine der besten Tapasbars, die sich aber nicht für eine Tapastour eignet, weil man nach spätestens 2 Tapas total satt ist (eigentlich schon nach einer!). Nach einem weiteren Abschied und einer weiteren recht kurzen Nacht, brachte ich DJ und Steffi zum Bus. Auch für sie wurde es Zeit, nach Deutschland zurückzukehren. Ich konnte mich aber danach nochmal schlafen legen und ausruhen. Gegen 17 Uhr waren wir bei Federica zum Kaffeetrinken verabredet. Alle aus unserer Gruppe, die noch da sind kamen vorbei: Christoph, Sadi, Markus und ich. Es war recht unterhaltsam, vor allem weil wir - nachdem Federica kurz raus musste - so getan haben, als ob wir in einem der Zimmer etwas Schlimmes hinterlassen haben (von Schimmelkäse bis zur Ratte war alles dabei). Am Abend trafen wir uns in der gleichen Besetzung beim Sadi. Von seinem Balkon (er ist vor kurzem umgezogen) hat man einen Blick auf die Plaza de Toros. In dieser Arena war an diesem Abend niemand anders als Juanes, der spanische Superstar mit einem Konzert zu Gast. Wir haben uns das eine Zeitlang angehört (und hin und wieder seine Silhouette an der Krankenhauswand gesehen, wenn das Bühnenlicht günstig fiel). Natürlich waren wir auch an diesem Abend Tapas essen - denn es war Christophs letzter in Granada. Irgendwann nach 2 Uhr sind wir alle (aber ohne Sadi) in die Chupiteria, damit Christoph seine Punkte einlösen konnte. Er hatte 93 - da haben wir grad noch spontan die 100 voll gemacht (eigentlich sogar 101). Christoph wollte für 60 einen Pulli und für 40 ein T-Shirt, aber es waren leider keine Pullis da (ein Grund mehr, um nächstes Jahr wiederzukommen). Danach haben wir noch eine Zeitlang auf der Bank gesessen und die anderen haben beschlossen, bei Christoph in der Wohnung noch etwas zu trinken. Ich war aber zu müde und habe mich verabschiedet.
Am Donnerstag habe ich ein wenig ausgeschlafen und mich irgendwann am späten Nachmittag aufgerafft, in die Hitze rauszugehen und Schuhe zu kaufen. Habe mir diesesmal Sommerschuhe gekauft und hoffe, dass sie ihren Zweck erfüllen werden. Am Abend sind wir zum ersten Mal seit langer Zeit nicht rausgegangen. Markus hat gearbeitet, Federica hat Besuch von ihren Eltern bekommen, Sadi hat für die Klausur gelernt und ich habe den Rest von meiner Klausur gerechnet.
Sonntag, 6. Juli 2008
(Strand)Tour Nr. 2 - Tarifa, Tanger, Gibraltar
Urprünglich geplant als Strandtour, wurde dieser Ausflug eher zu einer Tour durch Städte mit Strand. Ich hatte keine Lust den ganzen Weg bis nach Huelva und danach an die portugiesische Küste (und vor allem wieder zurück) zu fahren. Also sind wir mit Caiti erstmal in Tarifa geblieben. Wir haben uns die Stadt angesehen und sind am Nachmittag zum Strand gegangen. Ich wollte auf die Atlantikseite, aber dort war es sehr windig und der Sand flog überall in der Luft. Dafür war der Strand viel schöner und mit viel weniger Leuten. Die Mittelmeerseite, an der wir schließlich gelandet sind, war voll von Leuten aber auch windgeschützt. Hier fassten wir auch den Entschluss, den für den nächsten Tag geplanten Strandausflug nach Caños de Meca ausfallen zu lassen und stattdessen einen Tagestrip nach Tanger in Marokko zu buchen.
Normalerweise kostet die Fähre etwa 70 Euro (hin und zurück) pro Person. Den Tagesausflug gab es aber mit Fähre, Stadtrundfahrt, Stadtführung und Mittagessen für 65 Euro. Wie wir fanden, ein guter Preis. Erst recht, da wir noch nie in Afrika bzw. Marokko waren und diesen Kontinent, den man am Horizont sehen konnte, besuchen wollten.
Es ging am 3. Juli um 11 Uhr mit einer langen Schlange zur Ausweiskontrolle los, bevor wir auf die Fähre durften. Die Fähre ist eines von diesen modernen Schnellbooten, die angeblich in nur 35 Minuten auf der anderen Seite sind (wenn man das Rein- und Rausfahren aus/in dem/n Hafen nicht zählt, stimmt das sogar). Ausserdem schien es bei diesen Fähren normal zu sein, dass sie etwa 35 Minuten zu spät losfahren (sowohl auf dem Hin- als auch Rückweg). Auf der Fähre mussten wir nochmal lange Schlange stehen, um unsere Ausweise von der marokkanischen Polizei stempeln zu lassen. Irgendwann während diesem Schlange stehen ist das Boot losgefahren. Durch das Schaukeln, Stehen und späteres Laufen und Sitzplatzsuchen wurde mir ziemlich übel (ist aber zum Glück ohne Zwischenfälle ausgegangen).
In Marokko mussten wir zuerst durch eine Gepäckkontrolle durch und waren dann offiziell im Land. Uns wurden vom Veranstalter Aufkleber gegeben, die wir an der Kleidung angebracht haben. So hat uns der Reiseleiter erkannt und nach Sprachen sortiert in einen Bus gesteckt. Wir waren im deuschen Bus mit ein paar Franzosen und Spaniern. Unser persönlicher Reiseleiter kam nach ein paar Minuten und der Bus fuhr los (in diesem Moment sah Caiti draußen eine Frau mit einer Fantadosen mit arabischen Zeichen - eine solche zu finden, würde zu unserer Mission an diesem Tag werden). Dieser nette Mensch hat angefangen auf Französisch zu reden und wollte gar nicht damit aufhören. Als ihn ein paar Deutsche darauf angesprochen haben, ob er Deutsch oder zumindest Englisch sprechen könnte, hat er auf Spanisch geantwortet, dass er kein Deutsch kann - und Englisch nur schlecht. „Na toll“, dachten wir. „Jetzt werden wir den ganzen Tag nichts verstehen.“ Zum Glück hat er schnell angefangen zu lachen und uns auf Deutsch gesagt, dass es nur ein Scherz war. Die Stadtrundfahrt ging von nun an auf Französisch, Deutsch und Spanisch weiter - immer abwechselnd - er erzählte oft, aber nicht immer das Gleiche. Wir sind durch die Neustadt gefahren - überall hingen marokkanische Flaggen, wirklich überall. Der Reiseführer erklärte das damit, dass der marokkanische König gerade in der Stadt sei. Bemerkenswert war auch, dass hier Kirchen, Moscheen und Synagogen friedlich nebeneinander stehen. Wir legten einen Stopp ein, wo es die Möglichkeit gab, für 1 Euro einen Dromedar zu reiten. Caiti hat es gemacht und ihr hat es gefallen. Mir hat das Filmen und Fotografieren gereicht. Als nächstes hat uns der Bus in die Altstadt gefahren, von wo aus es zu Fuß weiter ging. Der Reiseleiter führte uns durch die alten Gassen unter anderem zu einem Souvenir- und Postkartenstand. Die Postkarten kamen uns nicht besonders schön vor, waren aber im Nachhinein noch die schönsten der ganzen Stadt. Dann kamen wir an einer Bäckerei vorbei, wo es für 50 Cent leckeres, noch heißes Brot gab. Die nächste Station war ein größerer Platz mit Schlangenbeschwörern. Man konnte sich auch mit den Schlangen fotografieren, was Caiti gemacht hat. An diesem Platz kamen auch die ersten nervigen Straßenverkäufer. Hier waren es Kinder, die einem irgendwelche Kaugummis für 1 Euro verkaufen wollten. Unser Reiseführer meinte vorher schon, wenn wir auf der Straße etwas kaufen, dann bitte nur von älteren Menschen. Die Kinder sollen zur Schule gehen und einen Beruf lernen und nicht am Morgen ein paar Sachen an Touristen verkaufen und denn Rest des Tages faulenzen. Bis hierhin war die Tour ganz angenehm, auch wenn schon auffiel, dass alles perfekt durchorganisiert war und wir als Touristen an Orte geführt wurden, wo wir Geld lassen sollten (Dromedare, Postkarten, Bäckerei, Schlangen). Durch ein paar enge, dreckige Gässchen mit vielen kleinen Läden ging es zu einer etwas größeren Straße, wo wir in einem Restaurant unser Mittagessen bekamen. Es war sehr gut und bestand aus einer Suppe, Fleischspießen, Hühnerbein mit Cous Cous und Gemüse und als Nachtisch marokkanischer Pfefferminztee mit süßem Gebäck. Dazu gab es Livemusik marokkanischer Art.
Am Ausgang des Restaurants warteten bereits Händler auf uns, die uns Fotos von uns mit den Dromedaren und Schlangen verkaufen wollten. Etwas weiter kamen jede Menge nervige Straßenhändler dazu, die das Wort "Nein" in keiner Sprache der Welt verstehen. Die laufen einem hinterher und versuchen (meistens) irgendwelche Bongos zu verkaufen. Wenn man sie ignoriert, gehen sie innerhalb von 2 Minuten mit dem Preis von 10 auf 4 Euro runter. Dann heißt es: "Nur 4 Euro, soviel bezahlt ihr doch für einen Kaffee." Unser Weg führte uns noch zu einem Laden mit vielen handgemachten Sachen (es wurden viele Teppiche gezeigt und erwartet, dass wir etwas kaufen) und in eine Apotheke. Der Apotheker erzählte interessante Sachen über die ganzen natürlichen Heilmittel (von all denen kannte ich nur Arnika). Hier haben einige aus unserer Gruppe sogar noch was gekauft. Diese Apotheke hat übrigens eine Filiale in Worms oder Darmstadt oder irgendwo da. Anschließend sind wir ein wenig über den Markt gelaufen und hatten etwa 40 Minuten Freizeit in einer Einkaufsstraße. Zum Glück waren es nicht mehr, denn die ganzen Straßenhändler nervten schon richtig. Man konnte sich vor ihnen nur in den Läden verstecken. Die Läden waren übrigens alle menschenleer. Die Stadt leidet eindeutig an zu wenigen Touristen, denn alle versuchen einem verzweifelt etwas zu verkaufen. Wir haben in diesen 40 Minuten versucht eine Fantadose mit arabischer Schrift zu finden, fanden aber nur Coca-Cola-Flaschen.
Bald ging es schon zurück zum Schiff, Passkontrolle, Gepäckkontrolle und dann wieder warten bis das Schiff ablegt. In der Schiffskantine gab es schließlich die gesuchte Fantadose, sodass unsere Mission an diesem Punkt beendet war. Ich habe mich direkt in einen Sessel gesetzt und dieses Mal die Fahrt sehr gut überstanden.
Am nächsten Tag (4. Juli) checkten wir aus dem Tarifahostel aus (übrigens das gleiche in dem wir auf der ersten Strandtour übernachtet haben (sogar das gleiche Zimmer: ich hatte Julias "Mief mit Rüschen"-Bett und Caiti hatte das Bett von Rabea)).
Wir fuhren bis zur Stadt "La Linea de Concepción" wo wir unser Auto stehen ließen und die Grenze nach Großbritannien zu Fuß überquerten. Interessant ist, dass man direkt nach der Grenze über eine Landebahn läuft. Die haben nämlich so wenig Platz auf Gibraltar, dass sie eine Straße quer über die Landebahn legen mussten. Gibraltar macht den Eindruck, ein kleines, gemütliches Stück England zu sein. Caiti kam die Stadt vor wie ein Vergnügungspark. Nach einem Stadtrundgang und einem Mittagessen, wollten wir mit der Sesselbahn zum Affenfelsen fahren. Auf dem Weg zur Station standen aber ein paar Leute mit Vans, die meinten, dass die Sesselbahn wegen Wind geschlossen ist. Sie boten uns an, eine Bergtour mit ihnen zu machen, was sich im Nachhinein als total Glücksgriff herausgestellt hat! Mit der Sesselbahn würde man 26 Euro hin und zurück bezahlen und müsste auf dem Berg überall zu Fuß laufen (was schon einiges an Weg ist). Bei diesen Hombres haben wir pro Person 25 Euro bezahlt und wurden über den ganzen Berg gefahren und haben alles Sehenswerte mitgenommen (die Säulen von Herkules, die Tropfsteinhöhlen, die Affen! und noch eine unterirdische Festung mit Kanonen, die auf Spanien gerichtet waren). Dazu gab es immer Informationen vom Fahrer, der uns sehr viel über Gibraltar und den Felsen erzählte. Unter anderem auch, warum die Stadt auf der spanischen Seite "La Linea" heißt: Das war nämlich die "Linie" der Reichweite der britischen Kanonen. Uns wurde eine Tour von 1,5 oder 2 Stunden (weiß es nicht mehr genau) versprochen und sie hat auch fast auf die Minute so lange gedauert. Wenn ihr also vor habt, irgendwann in Gibraltar zum Affenfelsen hochzufahren, kann ich diese Tour nur empfehlen (diese Hombres stehen beim Friedhof auf dem Weg zur Sesselbahnstation).
Nach diesem Ausflug haben wir dem Bus zum Europapoint genommen - einem Punkt mit Moschee und Leuchtturm, vom dem aus man einen guten Ausblick hat. Der Ausblick vom Felsen war aber natürlich viel besser. Gegen 19 Uhr sind wir zurück nach Granada aufgebrochen. Bemerkenswert an diesem Ausflug war, dass es der 4. Juli war, also Independence Day in den USA - und Caiti war im "Vergnügungspark Gibraltar", also Großbritannien.
Am Samstag haben wir abends Tapas gegessen und waren nach Mitternacht wieder in unserer Chupiteria, wo ich zu Ehren eines hier nicht näher benannten Tages einen kostenlosen Spezialchupito bekommen habe.
Normalerweise kostet die Fähre etwa 70 Euro (hin und zurück) pro Person. Den Tagesausflug gab es aber mit Fähre, Stadtrundfahrt, Stadtführung und Mittagessen für 65 Euro. Wie wir fanden, ein guter Preis. Erst recht, da wir noch nie in Afrika bzw. Marokko waren und diesen Kontinent, den man am Horizont sehen konnte, besuchen wollten.
Es ging am 3. Juli um 11 Uhr mit einer langen Schlange zur Ausweiskontrolle los, bevor wir auf die Fähre durften. Die Fähre ist eines von diesen modernen Schnellbooten, die angeblich in nur 35 Minuten auf der anderen Seite sind (wenn man das Rein- und Rausfahren aus/in dem/n Hafen nicht zählt, stimmt das sogar). Ausserdem schien es bei diesen Fähren normal zu sein, dass sie etwa 35 Minuten zu spät losfahren (sowohl auf dem Hin- als auch Rückweg). Auf der Fähre mussten wir nochmal lange Schlange stehen, um unsere Ausweise von der marokkanischen Polizei stempeln zu lassen. Irgendwann während diesem Schlange stehen ist das Boot losgefahren. Durch das Schaukeln, Stehen und späteres Laufen und Sitzplatzsuchen wurde mir ziemlich übel (ist aber zum Glück ohne Zwischenfälle ausgegangen).
In Marokko mussten wir zuerst durch eine Gepäckkontrolle durch und waren dann offiziell im Land. Uns wurden vom Veranstalter Aufkleber gegeben, die wir an der Kleidung angebracht haben. So hat uns der Reiseleiter erkannt und nach Sprachen sortiert in einen Bus gesteckt. Wir waren im deuschen Bus mit ein paar Franzosen und Spaniern. Unser persönlicher Reiseleiter kam nach ein paar Minuten und der Bus fuhr los (in diesem Moment sah Caiti draußen eine Frau mit einer Fantadosen mit arabischen Zeichen - eine solche zu finden, würde zu unserer Mission an diesem Tag werden). Dieser nette Mensch hat angefangen auf Französisch zu reden und wollte gar nicht damit aufhören. Als ihn ein paar Deutsche darauf angesprochen haben, ob er Deutsch oder zumindest Englisch sprechen könnte, hat er auf Spanisch geantwortet, dass er kein Deutsch kann - und Englisch nur schlecht. „Na toll“, dachten wir. „Jetzt werden wir den ganzen Tag nichts verstehen.“ Zum Glück hat er schnell angefangen zu lachen und uns auf Deutsch gesagt, dass es nur ein Scherz war. Die Stadtrundfahrt ging von nun an auf Französisch, Deutsch und Spanisch weiter - immer abwechselnd - er erzählte oft, aber nicht immer das Gleiche. Wir sind durch die Neustadt gefahren - überall hingen marokkanische Flaggen, wirklich überall. Der Reiseführer erklärte das damit, dass der marokkanische König gerade in der Stadt sei. Bemerkenswert war auch, dass hier Kirchen, Moscheen und Synagogen friedlich nebeneinander stehen. Wir legten einen Stopp ein, wo es die Möglichkeit gab, für 1 Euro einen Dromedar zu reiten. Caiti hat es gemacht und ihr hat es gefallen. Mir hat das Filmen und Fotografieren gereicht. Als nächstes hat uns der Bus in die Altstadt gefahren, von wo aus es zu Fuß weiter ging. Der Reiseleiter führte uns durch die alten Gassen unter anderem zu einem Souvenir- und Postkartenstand. Die Postkarten kamen uns nicht besonders schön vor, waren aber im Nachhinein noch die schönsten der ganzen Stadt. Dann kamen wir an einer Bäckerei vorbei, wo es für 50 Cent leckeres, noch heißes Brot gab. Die nächste Station war ein größerer Platz mit Schlangenbeschwörern. Man konnte sich auch mit den Schlangen fotografieren, was Caiti gemacht hat. An diesem Platz kamen auch die ersten nervigen Straßenverkäufer. Hier waren es Kinder, die einem irgendwelche Kaugummis für 1 Euro verkaufen wollten. Unser Reiseführer meinte vorher schon, wenn wir auf der Straße etwas kaufen, dann bitte nur von älteren Menschen. Die Kinder sollen zur Schule gehen und einen Beruf lernen und nicht am Morgen ein paar Sachen an Touristen verkaufen und denn Rest des Tages faulenzen. Bis hierhin war die Tour ganz angenehm, auch wenn schon auffiel, dass alles perfekt durchorganisiert war und wir als Touristen an Orte geführt wurden, wo wir Geld lassen sollten (Dromedare, Postkarten, Bäckerei, Schlangen). Durch ein paar enge, dreckige Gässchen mit vielen kleinen Läden ging es zu einer etwas größeren Straße, wo wir in einem Restaurant unser Mittagessen bekamen. Es war sehr gut und bestand aus einer Suppe, Fleischspießen, Hühnerbein mit Cous Cous und Gemüse und als Nachtisch marokkanischer Pfefferminztee mit süßem Gebäck. Dazu gab es Livemusik marokkanischer Art.
Am Ausgang des Restaurants warteten bereits Händler auf uns, die uns Fotos von uns mit den Dromedaren und Schlangen verkaufen wollten. Etwas weiter kamen jede Menge nervige Straßenhändler dazu, die das Wort "Nein" in keiner Sprache der Welt verstehen. Die laufen einem hinterher und versuchen (meistens) irgendwelche Bongos zu verkaufen. Wenn man sie ignoriert, gehen sie innerhalb von 2 Minuten mit dem Preis von 10 auf 4 Euro runter. Dann heißt es: "Nur 4 Euro, soviel bezahlt ihr doch für einen Kaffee." Unser Weg führte uns noch zu einem Laden mit vielen handgemachten Sachen (es wurden viele Teppiche gezeigt und erwartet, dass wir etwas kaufen) und in eine Apotheke. Der Apotheker erzählte interessante Sachen über die ganzen natürlichen Heilmittel (von all denen kannte ich nur Arnika). Hier haben einige aus unserer Gruppe sogar noch was gekauft. Diese Apotheke hat übrigens eine Filiale in Worms oder Darmstadt oder irgendwo da. Anschließend sind wir ein wenig über den Markt gelaufen und hatten etwa 40 Minuten Freizeit in einer Einkaufsstraße. Zum Glück waren es nicht mehr, denn die ganzen Straßenhändler nervten schon richtig. Man konnte sich vor ihnen nur in den Läden verstecken. Die Läden waren übrigens alle menschenleer. Die Stadt leidet eindeutig an zu wenigen Touristen, denn alle versuchen einem verzweifelt etwas zu verkaufen. Wir haben in diesen 40 Minuten versucht eine Fantadose mit arabischer Schrift zu finden, fanden aber nur Coca-Cola-Flaschen.
Bald ging es schon zurück zum Schiff, Passkontrolle, Gepäckkontrolle und dann wieder warten bis das Schiff ablegt. In der Schiffskantine gab es schließlich die gesuchte Fantadose, sodass unsere Mission an diesem Punkt beendet war. Ich habe mich direkt in einen Sessel gesetzt und dieses Mal die Fahrt sehr gut überstanden.
Am nächsten Tag (4. Juli) checkten wir aus dem Tarifahostel aus (übrigens das gleiche in dem wir auf der ersten Strandtour übernachtet haben (sogar das gleiche Zimmer: ich hatte Julias "Mief mit Rüschen"-Bett und Caiti hatte das Bett von Rabea)).
Wir fuhren bis zur Stadt "La Linea de Concepción" wo wir unser Auto stehen ließen und die Grenze nach Großbritannien zu Fuß überquerten. Interessant ist, dass man direkt nach der Grenze über eine Landebahn läuft. Die haben nämlich so wenig Platz auf Gibraltar, dass sie eine Straße quer über die Landebahn legen mussten. Gibraltar macht den Eindruck, ein kleines, gemütliches Stück England zu sein. Caiti kam die Stadt vor wie ein Vergnügungspark. Nach einem Stadtrundgang und einem Mittagessen, wollten wir mit der Sesselbahn zum Affenfelsen fahren. Auf dem Weg zur Station standen aber ein paar Leute mit Vans, die meinten, dass die Sesselbahn wegen Wind geschlossen ist. Sie boten uns an, eine Bergtour mit ihnen zu machen, was sich im Nachhinein als total Glücksgriff herausgestellt hat! Mit der Sesselbahn würde man 26 Euro hin und zurück bezahlen und müsste auf dem Berg überall zu Fuß laufen (was schon einiges an Weg ist). Bei diesen Hombres haben wir pro Person 25 Euro bezahlt und wurden über den ganzen Berg gefahren und haben alles Sehenswerte mitgenommen (die Säulen von Herkules, die Tropfsteinhöhlen, die Affen! und noch eine unterirdische Festung mit Kanonen, die auf Spanien gerichtet waren). Dazu gab es immer Informationen vom Fahrer, der uns sehr viel über Gibraltar und den Felsen erzählte. Unter anderem auch, warum die Stadt auf der spanischen Seite "La Linea" heißt: Das war nämlich die "Linie" der Reichweite der britischen Kanonen. Uns wurde eine Tour von 1,5 oder 2 Stunden (weiß es nicht mehr genau) versprochen und sie hat auch fast auf die Minute so lange gedauert. Wenn ihr also vor habt, irgendwann in Gibraltar zum Affenfelsen hochzufahren, kann ich diese Tour nur empfehlen (diese Hombres stehen beim Friedhof auf dem Weg zur Sesselbahnstation).
Nach diesem Ausflug haben wir dem Bus zum Europapoint genommen - einem Punkt mit Moschee und Leuchtturm, vom dem aus man einen guten Ausblick hat. Der Ausblick vom Felsen war aber natürlich viel besser. Gegen 19 Uhr sind wir zurück nach Granada aufgebrochen. Bemerkenswert an diesem Ausflug war, dass es der 4. Juli war, also Independence Day in den USA - und Caiti war im "Vergnügungspark Gibraltar", also Großbritannien.
Am Samstag haben wir abends Tapas gegessen und waren nach Mitternacht wieder in unserer Chupiteria, wo ich zu Ehren eines hier nicht näher benannten Tages einen kostenlosen Spezialchupito bekommen habe.
Mittwoch, 2. Juli 2008
Letzte Klausur, Abschied und Barcelona
Donnerstag, 26. Juni - Tag der letzten Klausur! Und was habe ich gemacht? Natürlich weiter an den Ratten gearbeitet. Um 12 Uhr war dann aber Schluss damit und ich habe mir die Vorlesungsfolien runtergeladen, um so zu tun, als ob ich mich für die Klausur vorbereiten würde. Es war mehr als ich dachte und da ich nie in der Vorlesung war, da gleichzeitig der Spanischkurs lief, habe ich beschlossen, mir nur ein paar Sachen anzusehen. Irgendwie hatte ich aber nicht die Lust dazu. Man kann also sagen, dass das meine zweite Klausur war, zu der ich ohne zu Lernen gegangen bin.
Um kurz vor 17 Uhr bin ich zur Uni gefahren in Erwartung meiner ersten Klausur, bei der ich durchfallen würde. Aber ich wollte mir zumindest ansehen, was für eine Klausur es werden würde. Zuerst kam ein Teil mit Ankreuzaufgaben - 30 Stück in 20 Minuten. Bei den meissten wusste ich aber nicht, was die wollten, weil den Vorlesungsinhalt nicht kannte. Es gab für jede richtige Antwort 0,1 Punkt und für jede falsche -0,05. Man musste in diesem Teil mindestens 0,8 erreichen, um nicht durch die Klausur zu fallen. Ich habe insgesamt 21 angekreuzt, aber etwa (oder genau) die Hälfte davon war geraten. Jeder, der mit der Aufgabe fertig war, ist aus dem Raum gegangen. Sobald alle draußen waren, wurden wir wieder reingerufen und - nein, nicht der zweite Teil der Klausur ausgeteilt. Stattdessen sollten wir den Übungsbetrieb dieses Fachs evaluieren. Ich habe ein paar Sachen hingekritzelt und bin als einer der ersten rausgegangen. Und die anderen haben EWIG dafür gebraucht. Ich hatte schon überlegt, einfach zu gehen, weil sowieso nichts aus der Klausur werden würde. Ich war aber zu neugierig zu erfahren, was genau abgefragt werden würde. Nach 42 Stunden (ok, etwas weniger) wurden wir endlich zum zweiten Teil reingerufen. Es waren zwei Aufgaben: Eine, die ich mir sogar angesehen (aber nicht gemacht) hatte und eine, wo nach meinem Verständnis die Frage gefehlt hat. Bei der ersten habe ich ein paar Sachen hingekritzelt und dann abgegeben. So war ich nach nur 15 Minuten der eigentlichen Klausur fertig - und es war schon kurz vor 19 Uhr.
Wenigsten hatte mir der Prof gesagt, dass ich morgen um halb 11 zu ihm kommen kann, um ihm meine Ratten zu zeigen.
Am Abend gab es das zweite Halbfinalspiel: Spanien gewann gegen Russland und somit wurde das Traumfinale, das hier alle erhofft haben, Wirklichkeit. Um diesen Sieg zu feiern und nicht an den Abschied von Rabea und Anja denken zu müssen, sind wir Tapas essen gegangen. Wir waren im Poë - einer unserer Lieblingsbars. Es war ein schöner, aber auch trauriger Abend, der uns allen sagte: Die Erasmuszeit in Granada geht definitiv zu Ende.
Am Freitag (27. Juni - der Beginn meines letzten Monats in Spanien) bin ich für halb 11 zur Uni, musste aber natürlich wieder auf den Prof warten - einer der Nachteile der spanischen Gemütlichkeit (bisher zähle ich aber mehr Vorteile). Bei meinem Rattenrennen hat der Prof leider nicht auf die schönen Details geachtet, die ich eingebaut hatte, sondern nur darauf, dass meine Kamera nicht immer funktioniert hatte. Eine andere Sache habe ich auch falsch gemacht, aber zumindest bei der Projektvorstellung verstanden, was wirklich verlangt worden war. Weil der Prof natürlich nicht gesagt hatte, das man das Projekt auf CD abgeben muss und nicht wie sonst auf einem USB-Stick, musste ich noch für teure 2,50 Euro die paar wenigen MB im Copyshop auf eine CD brennen, bevor ich die Uni verlassen konnte.
Ich war erst um halb 1 wieder in der Wohnung. Wir haben mit Caiti schnell unsere Taschen geschnappt und sind zum Busbahnhof, um noch den Bus zum Flughafen zu erwischen.
Nach einem nur etwa 60-minütigen, ruhigen Flug waren wir in Barcelona. Mit dem Zug (meine erste Zugfahrt in Spanien!) ging es vom Flughafen in die Stadt und mit der U-Bahn zum Hostel. Wir wohnten direkt an der Station Poble-Sec, noch relativ zentral. Unser Hostel hat sich nicht als Hostel, sondern als eine Wohnung, wo jedes Zimmer einzeln vermietet wurde, herausgestellt. Immerhin hatten wir ein eigenes Bad. Nach einem schnellen Einkauf (fast direkt gegenüber war ein Supermarkt) und Essen haben wir erstmal die Stadt zu Fuß erkundet. Wir kamen bis zum Hafen, wo es neben der Kolumbusstatue auch jede Menge Möven und vor allem Fische zu sehen gab! Man hätte einfach ins Wasser greifen können und mindestens 4 mit einer Hand rausziehen - so viele waren da!
Am nächsten Tag fing das Sehenswürdigkeitenprogramm an. Wir sind zur Sagrada Familia rausgefahren und haben als Studenten nur 5 Euro Eintritt (statt 9) bezahlt. Das Geld wird für den Bau der Kirche verwendet, die im Jahre 2025 endlich fertiggestellt werden soll. Innen gab es außer der Baustelle nicht viel zu sehen. Wir haben eine Stunde Wartezeit und 2 weitere Euronen auf uns genommen, um mit dem Aufzug nach oben zu fahren. Von dort gab es eine schöne Aussicht und beim Fussweg nach unten konnte man sich die Türmchen genauer ansehen.
Nach diesem ersten Gaudíerlebnis sind wir zu Fuß zu einer Straße, die in meinem Kopf namenlos ist, gegangen, wo es noch mehr von seinen Bauwerken zu sehen gab, namentlich "La Pedrera" und "Casa Batlló". In das letztere wollten wir rein, aber es hatte an diesem Nachmittag zu. Auf dem Weg hatten wir uns Sandwiches für einen, wie sich dann rausstellte, Wucherpreis gekauft, die leider nichtmal satt gemacht haben (16 Euro für zwei Sandwiches und eine Pizzastange!). Diese Geldverschwendung haben wir danach mit einem Eis für nur 75 Cent in McDonalds ausgeglichen.
Als nächstes Stand die Erkundung der Altstadt auf dem Plan. Neben einer (mathematischen ;-)) Kirche ("Santa Maria del Pi") waren wir noch in der Kathedrale. Caiti hatte zum Glück einen Reiseführer, in dem drin stand, dass man ab 17 Uhr kostenlos in die Kathedrale kommt - wir haben uns also etwa eine halbe Stunde ausgeruht. In dieser Zeit habe ich versucht die Handynummer von Anja rauszufinden, was mir nach einer Mühe und vielen Anrufen gelungen ist (Anja ist eine Freundin von Rabea und Julia, die als Erasme in Barcelona ist und mit uns in Sevilla war). Die Kathedrale war wie jede andere, typische Kathedrale. Cool war aber, dass es einen offenen Innehof gab, in dem ein Gänsegehege war! Anschließen haben wir uns nochmal die Rambla und einen Markt angesehen und haben beim Abendessen Geld gespart: Nudeln in unserer Hostelküche.
Am Sonntag sind wir zu Fuß gestartet, wir wollten zum Palau Güell. Auf dem Weg dorthin sind wir über die Ramba Raval gegangen, wo eine riesige Katzenstatue stand - aber ohne eine Erklärung warum, oder wofür. Aber sie war trotzdem cool.
Das Palua Güell war leider geschlossen - auch am Montag, was leider bedeutete, dass wir es uns nicht ansehen können würden. Dafür war aber das Case Batlló offen - und als Student muss man „nur“ 13,20 Euro zahlen, um das zu besichtigen ... (normaler Preis: 16,50 Euro). Wir haben es trotzdem gemacht. Das Haus ist nicht nur von außen sehr schön. Von innen wirkt es mal wie ein U-Boot, mal wie ein Meereslebewesen und sehr oft einfach organisch. Wiklich sehr schön - aber teuer. Wie immer nach etwas Teurem: Ein Eis für 75 Cent bei McDonalds.
Danach sind wir in den Parque Güell gefahren. Der Weg war lang und bei der Hitze sehr beschwerlich. Zum Glück gab es viele Rolltreppen, die einem den Aufstieg stark erleichtert haben. Der Park war ebenfalls sehr schön (ist fast schon klar, weil er von Gaudí ist). Aber nach dem Park wurde es eindeutig Zeit für den Strand - auch wenn wir keine Badesachen mitgenommen hatten. Wenigstens würden wir uns dort an der kühleren Luft ein wenig erholen können. Der Strand war total überfüllt - das erste Mal, das ich sowas in meiner Erasmuszeit gesehen habe. Die Kühle hat aber nicht viel geholfen und mir sind ständig die Augen zugefallen. Wir haben uns dann über einen kleinen Umweg durch die Altstadt (vorbei an der Kirche „Santa Maria del Mar“) für eine Siesta ins Hostel begeben.
Am Abend haben wir uns mit Anja am Strand zum Fussballgucken getroffen. Ich muss sagen, dass ich normalerweise Spanienfan gewesen wäre (z.B. wenn ich das Spiel in Granada angesehen hätte), aber wir waren hier mit einer deutschen Gruppe und um uns herum waren viele böse Spanier. Wie ihr alle wisst hat Deutschland verloren und Spanien ist der neue Europameister. Nach dem Spiel haben die Spanien kurz gejubelt und dann war wieder Ruhe. Erst nach einiger Zeit fingen die Hupkonzerte in den Straßen an und dauerten die ganze Nacht an.
Am Montag hatten wir kaum noch Kraft (und Lust) zu Laufen. Sind aber nochmal in die Altstadt zur Kathedrale, um mit dem Aufzug auf das Dach zu fahren (bei unserem ersten Besuch war der Aufzug geschlossen) und eine weiter schöne Aussicht über die Stadt zu genießen. Um 12 Uhr mussten wir wieder zurück zum Hostel, um unser Zimmer abzugeben, konnten unser Gepäck aber zum Glück noch dort lassen. Die nächsten paar Stunden haben wir im Park Montjuic (oder so ähnlich verbracht) und haben danach in Strandnähe einen Döner gegessen. Das Essen und die Hitze haben uns träge gemacht. Aber wir sind trotzdem die Ramba von der Küste aus hochgelaufen und sind in der Mitte zur Ramba Raval abgebogen, um nochmal die riesige Katze zu besuchen. Diesesmal saßen Kinder oben drauf und wollten die ganze Zeit, dass wir Fotos von ihnen machen. Dieses Spielchen wurde aber schnell langweilig und wir noch müder. Zurück im Hostel haben wir uns ausgeruht. Caiti hat gelesen und ich habe im Fernsehen zu dieser ungewohnten Zeit (nach 15 Uhr) Simpsons entdeckt.
Um kurz vor 17 Uhr haben wir uns auf den Rückweg zum Flughafen gemacht. Kaum war das Flugzeug in der Luft, gab es die ersten Turbulenzen und ein Gewitter zog von der Seite auf. Als es auch anfing sehr dicht neben uns zu blitzen, wurde es spannend ... Da wurde mir klar, dass ich nicht weiß, was passiert, wenn ein Flugzeug vom Blitz getroffen wird (ab auf die TODO-Liste damit). Nach einigen weiteren Turbulenzen kamen wir aber gut in Granada an.
Am nächsten Tag (1. Juli) bestand das Programm vor allem aus Ausschlafen, Ausruhen und Wäsche waschen (und daraus, herauszufindne, warum das Internet nicht funktionierte), bevor es am 2. Juli mit der nächsten Tour weitegehen sollte.
Um kurz vor 17 Uhr bin ich zur Uni gefahren in Erwartung meiner ersten Klausur, bei der ich durchfallen würde. Aber ich wollte mir zumindest ansehen, was für eine Klausur es werden würde. Zuerst kam ein Teil mit Ankreuzaufgaben - 30 Stück in 20 Minuten. Bei den meissten wusste ich aber nicht, was die wollten, weil den Vorlesungsinhalt nicht kannte. Es gab für jede richtige Antwort 0,1 Punkt und für jede falsche -0,05. Man musste in diesem Teil mindestens 0,8 erreichen, um nicht durch die Klausur zu fallen. Ich habe insgesamt 21 angekreuzt, aber etwa (oder genau) die Hälfte davon war geraten. Jeder, der mit der Aufgabe fertig war, ist aus dem Raum gegangen. Sobald alle draußen waren, wurden wir wieder reingerufen und - nein, nicht der zweite Teil der Klausur ausgeteilt. Stattdessen sollten wir den Übungsbetrieb dieses Fachs evaluieren. Ich habe ein paar Sachen hingekritzelt und bin als einer der ersten rausgegangen. Und die anderen haben EWIG dafür gebraucht. Ich hatte schon überlegt, einfach zu gehen, weil sowieso nichts aus der Klausur werden würde. Ich war aber zu neugierig zu erfahren, was genau abgefragt werden würde. Nach 42 Stunden (ok, etwas weniger) wurden wir endlich zum zweiten Teil reingerufen. Es waren zwei Aufgaben: Eine, die ich mir sogar angesehen (aber nicht gemacht) hatte und eine, wo nach meinem Verständnis die Frage gefehlt hat. Bei der ersten habe ich ein paar Sachen hingekritzelt und dann abgegeben. So war ich nach nur 15 Minuten der eigentlichen Klausur fertig - und es war schon kurz vor 19 Uhr.
Wenigsten hatte mir der Prof gesagt, dass ich morgen um halb 11 zu ihm kommen kann, um ihm meine Ratten zu zeigen.
Am Abend gab es das zweite Halbfinalspiel: Spanien gewann gegen Russland und somit wurde das Traumfinale, das hier alle erhofft haben, Wirklichkeit. Um diesen Sieg zu feiern und nicht an den Abschied von Rabea und Anja denken zu müssen, sind wir Tapas essen gegangen. Wir waren im Poë - einer unserer Lieblingsbars. Es war ein schöner, aber auch trauriger Abend, der uns allen sagte: Die Erasmuszeit in Granada geht definitiv zu Ende.
Am Freitag (27. Juni - der Beginn meines letzten Monats in Spanien) bin ich für halb 11 zur Uni, musste aber natürlich wieder auf den Prof warten - einer der Nachteile der spanischen Gemütlichkeit (bisher zähle ich aber mehr Vorteile). Bei meinem Rattenrennen hat der Prof leider nicht auf die schönen Details geachtet, die ich eingebaut hatte, sondern nur darauf, dass meine Kamera nicht immer funktioniert hatte. Eine andere Sache habe ich auch falsch gemacht, aber zumindest bei der Projektvorstellung verstanden, was wirklich verlangt worden war. Weil der Prof natürlich nicht gesagt hatte, das man das Projekt auf CD abgeben muss und nicht wie sonst auf einem USB-Stick, musste ich noch für teure 2,50 Euro die paar wenigen MB im Copyshop auf eine CD brennen, bevor ich die Uni verlassen konnte.
Ich war erst um halb 1 wieder in der Wohnung. Wir haben mit Caiti schnell unsere Taschen geschnappt und sind zum Busbahnhof, um noch den Bus zum Flughafen zu erwischen.
Nach einem nur etwa 60-minütigen, ruhigen Flug waren wir in Barcelona. Mit dem Zug (meine erste Zugfahrt in Spanien!) ging es vom Flughafen in die Stadt und mit der U-Bahn zum Hostel. Wir wohnten direkt an der Station Poble-Sec, noch relativ zentral. Unser Hostel hat sich nicht als Hostel, sondern als eine Wohnung, wo jedes Zimmer einzeln vermietet wurde, herausgestellt. Immerhin hatten wir ein eigenes Bad. Nach einem schnellen Einkauf (fast direkt gegenüber war ein Supermarkt) und Essen haben wir erstmal die Stadt zu Fuß erkundet. Wir kamen bis zum Hafen, wo es neben der Kolumbusstatue auch jede Menge Möven und vor allem Fische zu sehen gab! Man hätte einfach ins Wasser greifen können und mindestens 4 mit einer Hand rausziehen - so viele waren da!
Am nächsten Tag fing das Sehenswürdigkeitenprogramm an. Wir sind zur Sagrada Familia rausgefahren und haben als Studenten nur 5 Euro Eintritt (statt 9) bezahlt. Das Geld wird für den Bau der Kirche verwendet, die im Jahre 2025 endlich fertiggestellt werden soll. Innen gab es außer der Baustelle nicht viel zu sehen. Wir haben eine Stunde Wartezeit und 2 weitere Euronen auf uns genommen, um mit dem Aufzug nach oben zu fahren. Von dort gab es eine schöne Aussicht und beim Fussweg nach unten konnte man sich die Türmchen genauer ansehen.
Nach diesem ersten Gaudíerlebnis sind wir zu Fuß zu einer Straße, die in meinem Kopf namenlos ist, gegangen, wo es noch mehr von seinen Bauwerken zu sehen gab, namentlich "La Pedrera" und "Casa Batlló". In das letztere wollten wir rein, aber es hatte an diesem Nachmittag zu. Auf dem Weg hatten wir uns Sandwiches für einen, wie sich dann rausstellte, Wucherpreis gekauft, die leider nichtmal satt gemacht haben (16 Euro für zwei Sandwiches und eine Pizzastange!). Diese Geldverschwendung haben wir danach mit einem Eis für nur 75 Cent in McDonalds ausgeglichen.
Als nächstes Stand die Erkundung der Altstadt auf dem Plan. Neben einer (mathematischen ;-)) Kirche ("Santa Maria del Pi") waren wir noch in der Kathedrale. Caiti hatte zum Glück einen Reiseführer, in dem drin stand, dass man ab 17 Uhr kostenlos in die Kathedrale kommt - wir haben uns also etwa eine halbe Stunde ausgeruht. In dieser Zeit habe ich versucht die Handynummer von Anja rauszufinden, was mir nach einer Mühe und vielen Anrufen gelungen ist (Anja ist eine Freundin von Rabea und Julia, die als Erasme in Barcelona ist und mit uns in Sevilla war). Die Kathedrale war wie jede andere, typische Kathedrale. Cool war aber, dass es einen offenen Innehof gab, in dem ein Gänsegehege war! Anschließen haben wir uns nochmal die Rambla und einen Markt angesehen und haben beim Abendessen Geld gespart: Nudeln in unserer Hostelküche.
Am Sonntag sind wir zu Fuß gestartet, wir wollten zum Palau Güell. Auf dem Weg dorthin sind wir über die Ramba Raval gegangen, wo eine riesige Katzenstatue stand - aber ohne eine Erklärung warum, oder wofür. Aber sie war trotzdem cool.
Das Palua Güell war leider geschlossen - auch am Montag, was leider bedeutete, dass wir es uns nicht ansehen können würden. Dafür war aber das Case Batlló offen - und als Student muss man „nur“ 13,20 Euro zahlen, um das zu besichtigen ... (normaler Preis: 16,50 Euro). Wir haben es trotzdem gemacht. Das Haus ist nicht nur von außen sehr schön. Von innen wirkt es mal wie ein U-Boot, mal wie ein Meereslebewesen und sehr oft einfach organisch. Wiklich sehr schön - aber teuer. Wie immer nach etwas Teurem: Ein Eis für 75 Cent bei McDonalds.
Danach sind wir in den Parque Güell gefahren. Der Weg war lang und bei der Hitze sehr beschwerlich. Zum Glück gab es viele Rolltreppen, die einem den Aufstieg stark erleichtert haben. Der Park war ebenfalls sehr schön (ist fast schon klar, weil er von Gaudí ist). Aber nach dem Park wurde es eindeutig Zeit für den Strand - auch wenn wir keine Badesachen mitgenommen hatten. Wenigstens würden wir uns dort an der kühleren Luft ein wenig erholen können. Der Strand war total überfüllt - das erste Mal, das ich sowas in meiner Erasmuszeit gesehen habe. Die Kühle hat aber nicht viel geholfen und mir sind ständig die Augen zugefallen. Wir haben uns dann über einen kleinen Umweg durch die Altstadt (vorbei an der Kirche „Santa Maria del Mar“) für eine Siesta ins Hostel begeben.
Am Abend haben wir uns mit Anja am Strand zum Fussballgucken getroffen. Ich muss sagen, dass ich normalerweise Spanienfan gewesen wäre (z.B. wenn ich das Spiel in Granada angesehen hätte), aber wir waren hier mit einer deutschen Gruppe und um uns herum waren viele böse Spanier. Wie ihr alle wisst hat Deutschland verloren und Spanien ist der neue Europameister. Nach dem Spiel haben die Spanien kurz gejubelt und dann war wieder Ruhe. Erst nach einiger Zeit fingen die Hupkonzerte in den Straßen an und dauerten die ganze Nacht an.
Am Montag hatten wir kaum noch Kraft (und Lust) zu Laufen. Sind aber nochmal in die Altstadt zur Kathedrale, um mit dem Aufzug auf das Dach zu fahren (bei unserem ersten Besuch war der Aufzug geschlossen) und eine weiter schöne Aussicht über die Stadt zu genießen. Um 12 Uhr mussten wir wieder zurück zum Hostel, um unser Zimmer abzugeben, konnten unser Gepäck aber zum Glück noch dort lassen. Die nächsten paar Stunden haben wir im Park Montjuic (oder so ähnlich verbracht) und haben danach in Strandnähe einen Döner gegessen. Das Essen und die Hitze haben uns träge gemacht. Aber wir sind trotzdem die Ramba von der Küste aus hochgelaufen und sind in der Mitte zur Ramba Raval abgebogen, um nochmal die riesige Katze zu besuchen. Diesesmal saßen Kinder oben drauf und wollten die ganze Zeit, dass wir Fotos von ihnen machen. Dieses Spielchen wurde aber schnell langweilig und wir noch müder. Zurück im Hostel haben wir uns ausgeruht. Caiti hat gelesen und ich habe im Fernsehen zu dieser ungewohnten Zeit (nach 15 Uhr) Simpsons entdeckt.
Um kurz vor 17 Uhr haben wir uns auf den Rückweg zum Flughafen gemacht. Kaum war das Flugzeug in der Luft, gab es die ersten Turbulenzen und ein Gewitter zog von der Seite auf. Als es auch anfing sehr dicht neben uns zu blitzen, wurde es spannend ... Da wurde mir klar, dass ich nicht weiß, was passiert, wenn ein Flugzeug vom Blitz getroffen wird (ab auf die TODO-Liste damit). Nach einigen weiteren Turbulenzen kamen wir aber gut in Granada an.
Am nächsten Tag (1. Juli) bestand das Programm vor allem aus Ausschlafen, Ausruhen und Wäsche waschen (und daraus, herauszufindne, warum das Internet nicht funktionierte), bevor es am 2. Juli mit der nächsten Tour weitegehen sollte.
Donnerstag, 26. Juni 2008
Strand, Arbeit, FIESTA DEL AGUA ... und mehr
Was macht man nach einer Woche am Strand und einer durchgefeierten Nacht? Klar - man fährt so früh wie möglich an den Strand!
Diesesmal ging es nach Salobreña, wo ich noch nie zuvor gewesen bin. Ich kam mit Julia 30 Minuten vor Abfahrt des Busses am Busbahnhof an und wir sahen nur riesig Menschenmassen Schlange stehen, um noch ein paar Tickets zu ergattern. Zum Glück waren die anderen (Markus, Rabea und eine gewisse Regina, von der ich bis heute nicht weiß, wer sie war ...) schon da und hatten für uns alle Tickets gekauft. Wir hatten 30 Minuten vor Abfahrt (fast) die letzten Plätze im zweiten Bus (von 2)!
In Salobreña hatten wir auf dem Weg zum Strand Essen und Wasser eingekauft (und dank Markus, der immer sein Messer dabei hat (unser kleiner Pfadfinder ;-) ), konnten wir uns Brote schmieren und eine Wassermelone schlachten).
Der von Wasser bedeckte Teil des Strandes in Salobreña fällt sehr stark ab, sodass man schon ab einer Entfernung von ca. 3 Metern vom Land nicht mehr stehen kann, wenn man dabei gleichzeitig atmen will.
Alle Klarheiten beseitigt? Dann nochmal auf Deutsch: Der Meeresboden fällt steil ab, sodass man nach 3 Metern Entfernung vom Strand schon schwimmen muss.
Auf dem Wasser war übrigens ständig irgendein seltsamer Film, der aber zum Glück nicht zum Thriller wurde (Markus und ich hatten unseren Spaß mit diesen Scherzen).
Nach diesem entspannenden Samstag folgte ein harter Sonntag. Im Fach Kryptographie mussten wir neben den umfangreichen Praxisaufgaben (50%), der 230-Seiten-Skript-Klausur (30%) auch noch eine Hausarbeit (20%, Thema: La máquina Enigma) schreiben und anschließend ein Referat darüber halten.
Da keiner von uns (Sadi, Christoph und ich) wirklich noch Lust hatte, sich damit zu befassen, haben wir uns einfach des Weltwissens bedient (was in Spanien aber normal zu sein scheint - zumindest bei Hausarbeiten!!!) und ein paar Sachen ausgelassen. Die Arbeit, die wir uns machen mussten, war nur noch den Text ins Spanische zu übersetzen - was bei dem Fachvokabular auch schon einen ganzen Schein wert ist (nicht nur 20% wie in diesem Fall). Von den 17 Seiten hatte Sadi schon im Laufe der letzten Woche 5 übersetzt. Für die übrigen 12 haben wir zu dritt 8 Stunden gebraucht (bei paralleler Arbeit und nur 1,5 Stunden Mittagspause). Es waren aber gefühlte 24 Stunden - es war heiß, lästig, das Internet (Spanischwörterbücher) hat nicht mitgespielt, Sadis Mitbewohner waren einfach nur spanisch (--> laut) und ich hatte was besseres zu tun (die Ratten). Schließlich waren wir gegen 20 Uhr fertig und konnten noch eine kurze Pause einlegen, bevor es zum Fußball ging (Italien gegen Spanien; Christoph ist aus Italien). Ich war an diesem Abend auf der italienischen Seite (aber nicht gegen Spanien), aber es hat nichts gebracht. Christoph war nach dem Spiel nicht gerade gut gelaunt und wir haben in der Chupiteria zum ersten Mal den Chupi Nr. 25 getrunken (Tequila-Rum-Gin-Vodka) - hat besser geschmeckt, als er sich anhört (ich hatte schon einige, die schlimmer waren).
Montag, 23. Juni 2008. Ein Tag der ganz normal angefangen hatte, aber mit etwas sehr außergewöhnlichem endete, doch dazu später. Da Anjas Geburtstag nahte (24. Juni), haben wir endlich unser Vorhaben in die Tat umgesetzt und unseren Granada Soundtrack zusammengestellt. War gar nicht so einfach, sich für bestimmte Lieder zu entscheiden, oder in dem (mittlerweile) großen Chaos auf meiner Festplatte alle Lieder zu finden. Aber wir haben es doch noch geschafft. Nach einem kurzen Einkauf für den Abend, habe ich den restlichen Tag wieder damit verbracht, meinen Ratten das Benehmen beizubringen.
----------------- FIESTA DEL AGUA DE LANJARON ---------------
Um 19 Uhr sind wir mit dem Bus in Richtung Lanjaron aufgebrochen - ein Dorf in der Naehe von Granada, das fuer sein Mineralwasser sehr bekannt ist. In dieser Nacht - der Nacht auf den 24. Juni - wird ueberall das Fest des San Juan gefeiert. Normalerweise mit grossen Feuern - ausser in Lanjaron, hier ist das Wasser der Herrscher.
Gegen 20 Uhr kamen wir an unserem Ziel an. Zunaechst hatten wir genug Zeit, uns das Dorf und die dortige Feria anzusehen. Nach einem leckeren Abendessen (patatas asadas) sind wir durch das Dorf spaziert und haben auch ein paar Tapas gegessen (auch hier gab es sie gratis, weil wir noch fast in Granada waren). Ueberall in den Strassen konnte man schon Vorbereitungen fuer das anstehende Fest erkennen. An jeder Ecke wurden Wassereimer und Wasserpistolen verkauft. An der Hauptstrasse standen ein paar LKWs deren Ladeflaeche mit Wasser gefuellt war. Und in den Gebaeden an der Hauptsrasse, die grosse Fenster haben, versammelten sich Menschen, die das Fest sehen, aber nicht nass werden wollten.
Gegen 23:30 Uhr haben wir uns wieder am Bus getroffen, um uns fuer die Wasserschlacht fertig zu machen (der Bus war etwas ausserhalb des Dorfes geparkt). Das bedeutet: Alle Wertsachen ablegen, elektronische Geraete im Bus lassen, moeglichst wenig Kleidung anbehalten und natuerlich Wasserpistolen mitnehmen.
Eigentlich sollte es erst um 0 Uhr losgehen, aber sobald alle Leute ihre Pistolen und Eimer hatten und an der ersten Wasserquelle ankamen, wurde die Wasserschlacht inoffiziell eroeffnet. Am Anfang gaben wir uns Muehe, uns nicht gegenseitig nass zu spritzen (ausser Sadi und Christoph, die wegen der EM noch eine Rechnung offen hatten ... Italien ist rausgeflogen und Sadi hatte sich darueber lustig gemacht ...). Die ersten Treffer, die man von den Wasserpistolen abbekam waren noch schlimm und sehr kalt. Aber es waren nur kleine Wasserstrahlen, denen man leicht entkommen konnte - das sollte sich schnell aendern.
Als wir wieder in der Stadt ankamen, was es zwar noch vor Mitternacht, aber es war trotzdem schon richtig nass. Erst hier fiel einem auf, wie das Dorf aufgebaut ist: Es besteht aus einer langen Hauptstrasse, an deren beiden Seiten mehr stoeckige Hauser stehen. Das fiel deswegen auf, weil ALLE Bewohner dieser Haeuser am Fenster standen und Wassereimer nach unten kippten, oder aus Gartenschlaechen Wasser nach unten gossen. Wir kamen uns vor, wie in einer Schlucht deren Grund sich binnen weniger Minuten in einen Fluss verwandelte. Und wir waren mittendrin. Nach nur 10 Minuten war jeder von uns nass von Kopf bis Fuss - und es war kalt! Unsere Wasserpistolen waren zu nichts mehr zu gebrachen, weil ihre "Wasserkraft" laecherlich gering war. Nur noch die Leuten mit den Eimern konnten etwas ausrichten. Unterdessen wurden wir immer nasser und uns wurde kaelter. Irgendwie zwischen den Wassermassen gerieten wir in den Strom der etwa 15.000 Menschen. Deren Ziel bestand scheinbar darin vom Dorfrand in die Ortsmitte zum Hauptlatz zu kommen - und wir schwommen einfach mit dem Strom (ausserdem war es in den Menschenmassen nicht so kalt, wie ausserhalb). Unterdessen tauchen immer wieder lustig angezogene Menschen auf. Einige hatten Strandklamotten, andere trugen Neoprenanzuege, es gab welche mit Rettungringen und Schwimmfluegeln und auch welche, die einfach nur mit einer Muelltuete bekleidet waren.
Auf einmal tauchten mitten in der Menge ein paar Chicos mit Trommeln auf und trommelten einen Tackt, zu dem gesprungen und gesungen wurde. Neben Fussballliedern gab es vor allem viele Wasserlieder bzw. Wasserrufe zu hoeren: "dulce agua, dulce agua - jey, jey, jey" oder das Gleich mit "mucho agua". Sehr interessant war auch das Lied, von dem keiner von uns den ersten Teil verstanden hat. Der zweite war: "... donde esta el agua porque no lo veo!" ("wo ist das Wasser, ich sehe es nicht") - was immer oefter gesungen wurde, je mehr Wasser von oben runterkam.
Und es kam wirklich viel Wasser auf uns zu - nicht nur von oben. Je weiter man kam, desto mehr Menschen haben ihre Eimer und Gartenschlaechen auf den Daechern oder Balkonen eingesetzt. Dann kamen aber noch am Boden aufgestellte Feuerwehrschlaeche dazu - davor gab es ueberhaupt kein Entrinnen mehr. Schritt um Schritt, Wassereimer um Wassereimer, kamen wir der Dorfmitte immer naeher. Als wir schliesslich dort waren, sahen wir einen erhoehten Platz, eine Art Buehne, von der gleich drei Leute mit Feuerwehrschlaechen in die Menge schossen. Wir haben diese Buehe einmal umrundet und haben uns wieder auf den Rueckweg gemacht. Die Strassen waren schon deutlich leerer und als schliesslich um 1 Uhr nachts der Kanonenschuss ertoente, der das Ende der Schlacht ankuendigt, war die Schlacht auch schlagartig zu Ende. So, als ob sich alle auf einmal wieder daran erinnert haben, dass in Andalusien eigentlich Wasserknappheit herrscht und alle gleichzeitig mit dieser Verschwendung aufgehoert haben.
Fuer alle, die sich ein Bild (eher ein Video) davon machen wollen: Bei youtube gibt es unter dem Suchbegriff "carrera de agua" einige Videos mit dem Titel "San Juan Lanjaron 2008 Carrera de Agua Water Fight X", wobei das X eine Zahl ist. Bei X = 2 kann man in den letzten Sekunden sehen, wie Sadi vorbeiläuft.
------------------------------------------------------------
Am Bus haben wir uns die Ersatzklamotten angezogen - endlich war es wieder warm! Aber die eine kalte Stunde hat sich für den riesigen Spaß richtig gelohnt!
Sobald alle Schäfchen im Trockenen waren, ging es weiter nach Salobreña an den Strand. Hier fand ein „echtes“ San Juan Fest statt. Am strand gab es ein riesiges Feuer (den Holzhaufen dafür hatten wir vor ein paar Tagen gesehen, als wir hier baden waren) und überall kleine Lagerfeuer. Von dem großen Feuer war leider nicht mehr viel als ein heißer Aschehaufen übrig (wir kamen erst gegen 3 Uhr am Strand an). Aber er strahlte immer noch viel Hitze ab. Wir haben uns einen gemütlichen Platz gesucht und auf Anjas Geburtstag angestoßen (es war schon nach Mitternacht und somit der 24. Juni). Am Strand gab es auch eine Disko, aber die hat uns nicht interessiert.
Irgendwann ist Sadi rumgelaufen und wollte eine Abkürzung am Aschehaufen vorbei nehmen - leider geriet er mit seinen Füßen in heiße, aber nicht mehr leuchtende Asche - das gab ein paar Verbrennungen (Sadi immer mit seinen Fußunfällen ...).
Gegen 6 Uhr ist der Bus wieder zurück nach Granada gefahren. Rabea, Julia und ich beschlossen, am Strand zu bleiben und am nächsten Tag das Meer zu nutzen. Sadi wollte es eigentlicht auch, aber er hat sich doch lieber für einen Arztbesuch entschieden...
Kurz bevor der Bus gefahren ist, kam die Feuerwehr und hat den Aschehaufen unschädlich gemacht - was für uns auch leider bedeutete, dass er keine Wärme mehr abgestrahlt hat. So wurde es in der Nacht doch noch etwas kalt. Aber mit vielen Pullis und Badetüchern haben wir die Zeit bis 8 Uhr morgens gut überstanden. Dann wurden wir und andere Strandpenner ;-) von den Aufräumarbeitern geweckt, die mit einem Bagger die Asche wegräumen wollten. Die Sonne war schon draußen und mir war richtig heiß in meinen Klamotten. Wir haben unser Lager ein wenig zur Seite verlegt und haben noch bis etwa 10 Uhr geschlafen. Sobald wir wach wurden, war der Strand wieder komplett sauber und für Touristen freigegeben (in der Zwischenzeit kam ein anderer Bagger um die großen Müllberge wegzuräumen und ein großer Fusstrupp der Stadtreinigung, um den restlichen Müll aufzusammeln).
Nach einem Frühstück bestehend aus Kaffee und Orangensaft in einer der Strandbars, konnten wir das Meer genießen. Julia ist gegen 13 Uhr gefahren, Rabea und ich blieben bis 15 Uhr. Als wir dann aber Bustickets kaufen wollten, hieß es, der Bus wäre ausverkauft und wir müssten bis halb 5 warten. Glücklicherweise waren im Bus aber doch noch ein paar Plätze frei, sodass wir mit unseren halb 5 Tickets schon um kurz nach 3 fahren konnten.
Kaum in Granada angekommen, ging der Unistreß weiter. Ich bin mit Sadi nochmal unseren Quellcode für Kryptographie durchgegangen, weil wir am folgenden Tag unser Referat über die Enigma halten mussten und anschließend unserer praktischen Aufgaben vorstellen. Ich konnte mich aber nicht mehr an Vieles erinnern und habe zu den meisten „Bitschiebereien“ nur die Kommentare vorgelesen oder gesagt „das ist Teil des DES/RSA/blabla Algorithmus ...“. Dadurch war die gesamte Sache schnell abgehackt und wir konnten mit Anja Geburtstag feiern (natürlich wieder Tapas essen und danach etwas in der Chupiteria trinken).
Am Mittwoch (25. Juni) ging es für 11:30 Uhr zur Uni (den Vormittag habe ich wieder mit meinen Ratten verbracht). Wir haben uns natürlich etwas früher getroffen, um die Präsentation ein wenig durchzusprechen. Bei dieser Gelegenheit haben Christoph und ich zum ersten Mal die Folien gesehen, die Sadi zusammengestellt hatte. Nach einem kurzen Gespräch über den Vortrag ging es schon los zum Büro des Profs. Dort mussten wir wie immer etwa eine halbe Stunde warten. Unser Vortrag kam glaube ich ganz gut an, was uns ein wenig überraschte. Bei der Vorstellung unserer praktischen Aufgaben ist auch alles gut gelaufen, nur bei einer Aufgabe gab es ein paar kleinere Fehler.
Zurück in der Wohnung habe ich mich wiedermal mit den Ratten beschäftigt. Estella hatte mich in der Küche abgefangen und gemeint, dass wir jetzt doch die Nebenkosten zahlen - also 50 Euro weniger in meiner Reisekasse.
Außerdem habe ich ein paar e-mail von einem Prof im Spamordner gefunden. Darin hieß es, dass alle, die einen Schein wollen, ihr CG-Projekt am Freitag (27. Juni) vorstellen müssen. Da fliege ich aber mit Caiti nach Barcelona. Habe dem Prof geschrieben, dass ich nicht da bin und warte noch auf eine Antwort, was jetzt zu tun ist.
Abends habe ich Caiti vom Busbahnhof abgeholt und die arme musste mit mir zum Fussballgucken in eine Kneipe gehen. Dafür hat Deutschland gegen die Türkei gewonnen und ich somit die EM. Deutschland war somit im Finale und im zweiten Halbfinalspiel hatte noch Russland gegen Spanien zu spielen - egal wie die EM jetzt ausgeht, eine von meinen Mannschaften gewinnt!
Diesesmal ging es nach Salobreña, wo ich noch nie zuvor gewesen bin. Ich kam mit Julia 30 Minuten vor Abfahrt des Busses am Busbahnhof an und wir sahen nur riesig Menschenmassen Schlange stehen, um noch ein paar Tickets zu ergattern. Zum Glück waren die anderen (Markus, Rabea und eine gewisse Regina, von der ich bis heute nicht weiß, wer sie war ...) schon da und hatten für uns alle Tickets gekauft. Wir hatten 30 Minuten vor Abfahrt (fast) die letzten Plätze im zweiten Bus (von 2)!
In Salobreña hatten wir auf dem Weg zum Strand Essen und Wasser eingekauft (und dank Markus, der immer sein Messer dabei hat (unser kleiner Pfadfinder ;-) ), konnten wir uns Brote schmieren und eine Wassermelone schlachten).
Der von Wasser bedeckte Teil des Strandes in Salobreña fällt sehr stark ab, sodass man schon ab einer Entfernung von ca. 3 Metern vom Land nicht mehr stehen kann, wenn man dabei gleichzeitig atmen will.
Alle Klarheiten beseitigt? Dann nochmal auf Deutsch: Der Meeresboden fällt steil ab, sodass man nach 3 Metern Entfernung vom Strand schon schwimmen muss.
Auf dem Wasser war übrigens ständig irgendein seltsamer Film, der aber zum Glück nicht zum Thriller wurde (Markus und ich hatten unseren Spaß mit diesen Scherzen).
Nach diesem entspannenden Samstag folgte ein harter Sonntag. Im Fach Kryptographie mussten wir neben den umfangreichen Praxisaufgaben (50%), der 230-Seiten-Skript-Klausur (30%) auch noch eine Hausarbeit (20%, Thema: La máquina Enigma) schreiben und anschließend ein Referat darüber halten.
Da keiner von uns (Sadi, Christoph und ich) wirklich noch Lust hatte, sich damit zu befassen, haben wir uns einfach des Weltwissens bedient (was in Spanien aber normal zu sein scheint - zumindest bei Hausarbeiten!!!) und ein paar Sachen ausgelassen. Die Arbeit, die wir uns machen mussten, war nur noch den Text ins Spanische zu übersetzen - was bei dem Fachvokabular auch schon einen ganzen Schein wert ist (nicht nur 20% wie in diesem Fall). Von den 17 Seiten hatte Sadi schon im Laufe der letzten Woche 5 übersetzt. Für die übrigen 12 haben wir zu dritt 8 Stunden gebraucht (bei paralleler Arbeit und nur 1,5 Stunden Mittagspause). Es waren aber gefühlte 24 Stunden - es war heiß, lästig, das Internet (Spanischwörterbücher) hat nicht mitgespielt, Sadis Mitbewohner waren einfach nur spanisch (--> laut) und ich hatte was besseres zu tun (die Ratten). Schließlich waren wir gegen 20 Uhr fertig und konnten noch eine kurze Pause einlegen, bevor es zum Fußball ging (Italien gegen Spanien; Christoph ist aus Italien). Ich war an diesem Abend auf der italienischen Seite (aber nicht gegen Spanien), aber es hat nichts gebracht. Christoph war nach dem Spiel nicht gerade gut gelaunt und wir haben in der Chupiteria zum ersten Mal den Chupi Nr. 25 getrunken (Tequila-Rum-Gin-Vodka) - hat besser geschmeckt, als er sich anhört (ich hatte schon einige, die schlimmer waren).
Montag, 23. Juni 2008. Ein Tag der ganz normal angefangen hatte, aber mit etwas sehr außergewöhnlichem endete, doch dazu später. Da Anjas Geburtstag nahte (24. Juni), haben wir endlich unser Vorhaben in die Tat umgesetzt und unseren Granada Soundtrack zusammengestellt. War gar nicht so einfach, sich für bestimmte Lieder zu entscheiden, oder in dem (mittlerweile) großen Chaos auf meiner Festplatte alle Lieder zu finden. Aber wir haben es doch noch geschafft. Nach einem kurzen Einkauf für den Abend, habe ich den restlichen Tag wieder damit verbracht, meinen Ratten das Benehmen beizubringen.
----------------- FIESTA DEL AGUA DE LANJARON ---------------
Um 19 Uhr sind wir mit dem Bus in Richtung Lanjaron aufgebrochen - ein Dorf in der Naehe von Granada, das fuer sein Mineralwasser sehr bekannt ist. In dieser Nacht - der Nacht auf den 24. Juni - wird ueberall das Fest des San Juan gefeiert. Normalerweise mit grossen Feuern - ausser in Lanjaron, hier ist das Wasser der Herrscher.
Gegen 20 Uhr kamen wir an unserem Ziel an. Zunaechst hatten wir genug Zeit, uns das Dorf und die dortige Feria anzusehen. Nach einem leckeren Abendessen (patatas asadas) sind wir durch das Dorf spaziert und haben auch ein paar Tapas gegessen (auch hier gab es sie gratis, weil wir noch fast in Granada waren). Ueberall in den Strassen konnte man schon Vorbereitungen fuer das anstehende Fest erkennen. An jeder Ecke wurden Wassereimer und Wasserpistolen verkauft. An der Hauptstrasse standen ein paar LKWs deren Ladeflaeche mit Wasser gefuellt war. Und in den Gebaeden an der Hauptsrasse, die grosse Fenster haben, versammelten sich Menschen, die das Fest sehen, aber nicht nass werden wollten.
Gegen 23:30 Uhr haben wir uns wieder am Bus getroffen, um uns fuer die Wasserschlacht fertig zu machen (der Bus war etwas ausserhalb des Dorfes geparkt). Das bedeutet: Alle Wertsachen ablegen, elektronische Geraete im Bus lassen, moeglichst wenig Kleidung anbehalten und natuerlich Wasserpistolen mitnehmen.
Eigentlich sollte es erst um 0 Uhr losgehen, aber sobald alle Leute ihre Pistolen und Eimer hatten und an der ersten Wasserquelle ankamen, wurde die Wasserschlacht inoffiziell eroeffnet. Am Anfang gaben wir uns Muehe, uns nicht gegenseitig nass zu spritzen (ausser Sadi und Christoph, die wegen der EM noch eine Rechnung offen hatten ... Italien ist rausgeflogen und Sadi hatte sich darueber lustig gemacht ...). Die ersten Treffer, die man von den Wasserpistolen abbekam waren noch schlimm und sehr kalt. Aber es waren nur kleine Wasserstrahlen, denen man leicht entkommen konnte - das sollte sich schnell aendern.
Als wir wieder in der Stadt ankamen, was es zwar noch vor Mitternacht, aber es war trotzdem schon richtig nass. Erst hier fiel einem auf, wie das Dorf aufgebaut ist: Es besteht aus einer langen Hauptstrasse, an deren beiden Seiten mehr stoeckige Hauser stehen. Das fiel deswegen auf, weil ALLE Bewohner dieser Haeuser am Fenster standen und Wassereimer nach unten kippten, oder aus Gartenschlaechen Wasser nach unten gossen. Wir kamen uns vor, wie in einer Schlucht deren Grund sich binnen weniger Minuten in einen Fluss verwandelte. Und wir waren mittendrin. Nach nur 10 Minuten war jeder von uns nass von Kopf bis Fuss - und es war kalt! Unsere Wasserpistolen waren zu nichts mehr zu gebrachen, weil ihre "Wasserkraft" laecherlich gering war. Nur noch die Leuten mit den Eimern konnten etwas ausrichten. Unterdessen wurden wir immer nasser und uns wurde kaelter. Irgendwie zwischen den Wassermassen gerieten wir in den Strom der etwa 15.000 Menschen. Deren Ziel bestand scheinbar darin vom Dorfrand in die Ortsmitte zum Hauptlatz zu kommen - und wir schwommen einfach mit dem Strom (ausserdem war es in den Menschenmassen nicht so kalt, wie ausserhalb). Unterdessen tauchen immer wieder lustig angezogene Menschen auf. Einige hatten Strandklamotten, andere trugen Neoprenanzuege, es gab welche mit Rettungringen und Schwimmfluegeln und auch welche, die einfach nur mit einer Muelltuete bekleidet waren.
Auf einmal tauchten mitten in der Menge ein paar Chicos mit Trommeln auf und trommelten einen Tackt, zu dem gesprungen und gesungen wurde. Neben Fussballliedern gab es vor allem viele Wasserlieder bzw. Wasserrufe zu hoeren: "dulce agua, dulce agua - jey, jey, jey" oder das Gleich mit "mucho agua". Sehr interessant war auch das Lied, von dem keiner von uns den ersten Teil verstanden hat. Der zweite war: "... donde esta el agua porque no lo veo!" ("wo ist das Wasser, ich sehe es nicht") - was immer oefter gesungen wurde, je mehr Wasser von oben runterkam.
Und es kam wirklich viel Wasser auf uns zu - nicht nur von oben. Je weiter man kam, desto mehr Menschen haben ihre Eimer und Gartenschlaechen auf den Daechern oder Balkonen eingesetzt. Dann kamen aber noch am Boden aufgestellte Feuerwehrschlaeche dazu - davor gab es ueberhaupt kein Entrinnen mehr. Schritt um Schritt, Wassereimer um Wassereimer, kamen wir der Dorfmitte immer naeher. Als wir schliesslich dort waren, sahen wir einen erhoehten Platz, eine Art Buehne, von der gleich drei Leute mit Feuerwehrschlaechen in die Menge schossen. Wir haben diese Buehe einmal umrundet und haben uns wieder auf den Rueckweg gemacht. Die Strassen waren schon deutlich leerer und als schliesslich um 1 Uhr nachts der Kanonenschuss ertoente, der das Ende der Schlacht ankuendigt, war die Schlacht auch schlagartig zu Ende. So, als ob sich alle auf einmal wieder daran erinnert haben, dass in Andalusien eigentlich Wasserknappheit herrscht und alle gleichzeitig mit dieser Verschwendung aufgehoert haben.
Fuer alle, die sich ein Bild (eher ein Video) davon machen wollen: Bei youtube gibt es unter dem Suchbegriff "carrera de agua" einige Videos mit dem Titel "San Juan Lanjaron 2008 Carrera de Agua Water Fight X", wobei das X eine Zahl ist. Bei X = 2 kann man in den letzten Sekunden sehen, wie Sadi vorbeiläuft.
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Am Bus haben wir uns die Ersatzklamotten angezogen - endlich war es wieder warm! Aber die eine kalte Stunde hat sich für den riesigen Spaß richtig gelohnt!
Sobald alle Schäfchen im Trockenen waren, ging es weiter nach Salobreña an den Strand. Hier fand ein „echtes“ San Juan Fest statt. Am strand gab es ein riesiges Feuer (den Holzhaufen dafür hatten wir vor ein paar Tagen gesehen, als wir hier baden waren) und überall kleine Lagerfeuer. Von dem großen Feuer war leider nicht mehr viel als ein heißer Aschehaufen übrig (wir kamen erst gegen 3 Uhr am Strand an). Aber er strahlte immer noch viel Hitze ab. Wir haben uns einen gemütlichen Platz gesucht und auf Anjas Geburtstag angestoßen (es war schon nach Mitternacht und somit der 24. Juni). Am Strand gab es auch eine Disko, aber die hat uns nicht interessiert.
Irgendwann ist Sadi rumgelaufen und wollte eine Abkürzung am Aschehaufen vorbei nehmen - leider geriet er mit seinen Füßen in heiße, aber nicht mehr leuchtende Asche - das gab ein paar Verbrennungen (Sadi immer mit seinen Fußunfällen ...).
Gegen 6 Uhr ist der Bus wieder zurück nach Granada gefahren. Rabea, Julia und ich beschlossen, am Strand zu bleiben und am nächsten Tag das Meer zu nutzen. Sadi wollte es eigentlicht auch, aber er hat sich doch lieber für einen Arztbesuch entschieden...
Kurz bevor der Bus gefahren ist, kam die Feuerwehr und hat den Aschehaufen unschädlich gemacht - was für uns auch leider bedeutete, dass er keine Wärme mehr abgestrahlt hat. So wurde es in der Nacht doch noch etwas kalt. Aber mit vielen Pullis und Badetüchern haben wir die Zeit bis 8 Uhr morgens gut überstanden. Dann wurden wir und andere Strandpenner ;-) von den Aufräumarbeitern geweckt, die mit einem Bagger die Asche wegräumen wollten. Die Sonne war schon draußen und mir war richtig heiß in meinen Klamotten. Wir haben unser Lager ein wenig zur Seite verlegt und haben noch bis etwa 10 Uhr geschlafen. Sobald wir wach wurden, war der Strand wieder komplett sauber und für Touristen freigegeben (in der Zwischenzeit kam ein anderer Bagger um die großen Müllberge wegzuräumen und ein großer Fusstrupp der Stadtreinigung, um den restlichen Müll aufzusammeln).
Nach einem Frühstück bestehend aus Kaffee und Orangensaft in einer der Strandbars, konnten wir das Meer genießen. Julia ist gegen 13 Uhr gefahren, Rabea und ich blieben bis 15 Uhr. Als wir dann aber Bustickets kaufen wollten, hieß es, der Bus wäre ausverkauft und wir müssten bis halb 5 warten. Glücklicherweise waren im Bus aber doch noch ein paar Plätze frei, sodass wir mit unseren halb 5 Tickets schon um kurz nach 3 fahren konnten.
Kaum in Granada angekommen, ging der Unistreß weiter. Ich bin mit Sadi nochmal unseren Quellcode für Kryptographie durchgegangen, weil wir am folgenden Tag unser Referat über die Enigma halten mussten und anschließend unserer praktischen Aufgaben vorstellen. Ich konnte mich aber nicht mehr an Vieles erinnern und habe zu den meisten „Bitschiebereien“ nur die Kommentare vorgelesen oder gesagt „das ist Teil des DES/RSA/blabla Algorithmus ...“. Dadurch war die gesamte Sache schnell abgehackt und wir konnten mit Anja Geburtstag feiern (natürlich wieder Tapas essen und danach etwas in der Chupiteria trinken).
Am Mittwoch (25. Juni) ging es für 11:30 Uhr zur Uni (den Vormittag habe ich wieder mit meinen Ratten verbracht). Wir haben uns natürlich etwas früher getroffen, um die Präsentation ein wenig durchzusprechen. Bei dieser Gelegenheit haben Christoph und ich zum ersten Mal die Folien gesehen, die Sadi zusammengestellt hatte. Nach einem kurzen Gespräch über den Vortrag ging es schon los zum Büro des Profs. Dort mussten wir wie immer etwa eine halbe Stunde warten. Unser Vortrag kam glaube ich ganz gut an, was uns ein wenig überraschte. Bei der Vorstellung unserer praktischen Aufgaben ist auch alles gut gelaufen, nur bei einer Aufgabe gab es ein paar kleinere Fehler.
Zurück in der Wohnung habe ich mich wiedermal mit den Ratten beschäftigt. Estella hatte mich in der Küche abgefangen und gemeint, dass wir jetzt doch die Nebenkosten zahlen - also 50 Euro weniger in meiner Reisekasse.
Außerdem habe ich ein paar e-mail von einem Prof im Spamordner gefunden. Darin hieß es, dass alle, die einen Schein wollen, ihr CG-Projekt am Freitag (27. Juni) vorstellen müssen. Da fliege ich aber mit Caiti nach Barcelona. Habe dem Prof geschrieben, dass ich nicht da bin und warte noch auf eine Antwort, was jetzt zu tun ist.
Abends habe ich Caiti vom Busbahnhof abgeholt und die arme musste mit mir zum Fussballgucken in eine Kneipe gehen. Dafür hat Deutschland gegen die Türkei gewonnen und ich somit die EM. Deutschland war somit im Finale und im zweiten Halbfinalspiel hatte noch Russland gegen Spanien zu spielen - egal wie die EM jetzt ausgeht, eine von meinen Mannschaften gewinnt!
Freitag, 20. Juni 2008
Nerja mit Familie
Von Dienstag (17. Juni) bis Freitag (20. Juni) war ich bei meiner Familie in Nerja (in dem bereits vorher beschriebenen Apartment). In Nerja gibt es (von den Tropfsteinhöhlen abgesehen) nichts zu tun, außer zum Strand zu gehen.
Ich konnte mich darüber aber nur bedingt freuen, da ich noch ein Projekt für Computergrafik fertigstellen musste (das Rattenrennen). So habe ich jeden Morgen (bis ca. 15 Uhr) damit verbracht, mich vor meinen Laptop zu setzen und den Ratten irgendwas sinnvolles beizubringen. Ab 16 Uhr, wenn die "über 30 Grad Hitze" sich einigermaßen gelegt hatte, bin ich mit meiner Familie zum Strand gegangen (ohne mich sind sie natürlich auch schon morgens gegangen).
Mein Ziel war es, die Ratten bis zum Ende der Woche fertig zu kriegen, aber so ganz hat es nicht funktioniert. Immerhin hatte ich einige Fortschritte gemacht.
Am Freitagnachmittag wurde es Zeit, Nerja zu verlassen. Die Vermieterin kam - wie für Spanien üblich - etwas später. Und wie für Spanien üblich, gab sie uns direkt die volle Kaution zurück, ohne sich auch nur einmal in der Wohnung umzusehen!
Wir nahmen den Bus nach Málaga. Ich habe meiner Fam den Bus zum Flughafen gezeigt und musste auch schon direkt meinen Bus zurück in das gute alte Granada nehmen.
Insgesamt hat die Reise meinen Eltern gut gefallen und ich glaube sogar mein Bruder fand es schön.
In Granada angekommen, musste ich feststellen, dass weder ein Tapastreffen noch ein "Fußballgucktreffen" geplant war (irgendwie wollte keiner Kroation gegen die Türkei sehen - ich frage mich, wo Sadi war ...). Ich konnte nur Rabea erreichen und sie schlug vor, vor der Geburtstagsparty eines Spaniers um 23 Uhr (also war doch was für den Abend geplant!) in den Garcia Lorca Park zu gehen - zu einem kostenlosen Open-Air-Konzert (aber keine Ahnung wie die Spanierin hieß, die da gesungen hat - war aber gut!).
Um 23 Uhr haben wir uns alle zur Geburtstagsfeier von Juan getroffen (ein Spanier, den ich erst vor Kurzem bei den Polinnen kennengelernt hatte). Er hat uns zuerst in eine 1-Euro-Tapasbar mitgeschleppt, die aber gar nicht so toll war (zu kleine Getränke und mittelmäßige Tapas). Danach ging es durch die halbe Stadt in eine "Nicht-Tapasbar" und schließlich in die Disko Granada-10. Warum 10? Soviel hat der Eintritt in Euro gekostet ... Normalerweise hätte ich das nicht bezahlt, aber da uns Juan wegen seinem Geburtstag auf eine Menge Getränke einladen wollte ... (er hatte 3 Flaschen Rum reserviert gehabt). Und so gab es eine Copa nach der anderen und eigentlich wollte keiner mehr von uns trinken (Notiz an dieser Stelle für später: eine leckere Copa ist Malibu mit O-Saft)... Um 5 Uhr hatten Markus und ich keine Lust mehr, ständig mit Alkohol bequatscht zu werden und da es sowieso schon "früh" war, sind wir heim (falls Markus im Blog noch nicht vorkam: Ihn habe ich durch Christoph am Anfang der EM kennengelernt).
Ich konnte mich darüber aber nur bedingt freuen, da ich noch ein Projekt für Computergrafik fertigstellen musste (das Rattenrennen). So habe ich jeden Morgen (bis ca. 15 Uhr) damit verbracht, mich vor meinen Laptop zu setzen und den Ratten irgendwas sinnvolles beizubringen. Ab 16 Uhr, wenn die "über 30 Grad Hitze" sich einigermaßen gelegt hatte, bin ich mit meiner Familie zum Strand gegangen (ohne mich sind sie natürlich auch schon morgens gegangen).
Mein Ziel war es, die Ratten bis zum Ende der Woche fertig zu kriegen, aber so ganz hat es nicht funktioniert. Immerhin hatte ich einige Fortschritte gemacht.
Am Freitagnachmittag wurde es Zeit, Nerja zu verlassen. Die Vermieterin kam - wie für Spanien üblich - etwas später. Und wie für Spanien üblich, gab sie uns direkt die volle Kaution zurück, ohne sich auch nur einmal in der Wohnung umzusehen!
Wir nahmen den Bus nach Málaga. Ich habe meiner Fam den Bus zum Flughafen gezeigt und musste auch schon direkt meinen Bus zurück in das gute alte Granada nehmen.
Insgesamt hat die Reise meinen Eltern gut gefallen und ich glaube sogar mein Bruder fand es schön.
In Granada angekommen, musste ich feststellen, dass weder ein Tapastreffen noch ein "Fußballgucktreffen" geplant war (irgendwie wollte keiner Kroation gegen die Türkei sehen - ich frage mich, wo Sadi war ...). Ich konnte nur Rabea erreichen und sie schlug vor, vor der Geburtstagsparty eines Spaniers um 23 Uhr (also war doch was für den Abend geplant!) in den Garcia Lorca Park zu gehen - zu einem kostenlosen Open-Air-Konzert (aber keine Ahnung wie die Spanierin hieß, die da gesungen hat - war aber gut!).
Um 23 Uhr haben wir uns alle zur Geburtstagsfeier von Juan getroffen (ein Spanier, den ich erst vor Kurzem bei den Polinnen kennengelernt hatte). Er hat uns zuerst in eine 1-Euro-Tapasbar mitgeschleppt, die aber gar nicht so toll war (zu kleine Getränke und mittelmäßige Tapas). Danach ging es durch die halbe Stadt in eine "Nicht-Tapasbar" und schließlich in die Disko Granada-10. Warum 10? Soviel hat der Eintritt in Euro gekostet ... Normalerweise hätte ich das nicht bezahlt, aber da uns Juan wegen seinem Geburtstag auf eine Menge Getränke einladen wollte ... (er hatte 3 Flaschen Rum reserviert gehabt). Und so gab es eine Copa nach der anderen und eigentlich wollte keiner mehr von uns trinken (Notiz an dieser Stelle für später: eine leckere Copa ist Malibu mit O-Saft)... Um 5 Uhr hatten Markus und ich keine Lust mehr, ständig mit Alkohol bequatscht zu werden und da es sowieso schon "früh" war, sind wir heim (falls Markus im Blog noch nicht vorkam: Ihn habe ich durch Christoph am Anfang der EM kennengelernt).
Dienstag, 17. Juni 2008
Zweite Klausur und erster Abschied
Am Freitag (13.06) bin ich mit meinen Eltern nach Nerja gefahren. Unser Apartment war total super! 2 Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche, Bad und ein Innenhof. Dieser war durch eine hohe Mauer von den Innenhof der Nachbarfamilie getrennt - einer spanischen Familie. Was leider auch bedeutet, dass es immer SEHR LAUT war, sobald sie in ihrem Hof waren (die Spanier reden nicht, sie schreien!).
Ich bin aber gar nicht lange in Nerja geblieben, schon am Samstag ging es für mich zurück nach Granada, um weiter für die zweite Klausur zu lernen. Das Lernen bestand hier im wesentlichen aus dem Durchlesen des 230 Seiten langen Skriptes (von dem die letzten 90 Seiten erst im Laufe der letzten Woche vor der Klausur online gestellt wurden).
Am Samstagabend sollten wir uns alle zum Grillen treffen. Alle meint wirklich alle, denn irgendjemand, den keiner von uns kannte, hat an alle Freunde eine Einladung geschickt, mit der Bitte, die Einladung an alle Freunde weiterzuleiten. Einige von uns bekamen diese e-mail, andere wurden bei Facebook dazu eingeladen. Und so gab es auf einem entlegenen Grillort, 40 Minuten Fußweg hinter der Alhambra ein Treffen von so ziemlich allen Erasmusstudenten in Granada, die nicht gerade am Strand waren.
Leider wurde zumindest für uns nichts aus dem Grillen, da in den Geschäften wegen dem anhaltenden Streik kein Fleisch zu kaufen war. Wir haben stattdessen Surimi und Döner gekauft (und natürlich etwas zu trinken). Eins kann ich sagen: Gegrilltes Surimi schmeckt nicht (der Döner war aber super!).
Am Sonntag ging das Skriptlesen munter weiter und am Montag kam schließlich die Klausur. Im Nachhinein war sie gar nicht mal so schwer, aber nach meinem Gefühl habe ich nicht mehr als 40 Prozent geschafft - und diese auch nur mit Glück. Aber alles kein Problem, da wir sowieso nur 25% brauchen. Wir durften übrigens das Skript benutzen, weil der Prof meinte: "Das alles kann kein Mensch wissen!".
Am Abend nach der Klausur kam auch schon die erste Abschiedsfeier: Unser polnischen Erasmuskolleginnen mussten Granada leider schon verlassen. Ihr Weg führte sie nach Marbella, um dort noch zwei Monate zu arbeiten, bevor es wieder nach Hause geht.
Die Feier bei ihnen war wie immer super und die Disko danach ebenfalls. Auf dem Heimweg wurden aber alle ziemlich traurig und die Polinnen wollten, dass wir versprechen, sie in Marbella zu besuchen. Ich bin auf jeden Fall dabei.
Ich bin aber gar nicht lange in Nerja geblieben, schon am Samstag ging es für mich zurück nach Granada, um weiter für die zweite Klausur zu lernen. Das Lernen bestand hier im wesentlichen aus dem Durchlesen des 230 Seiten langen Skriptes (von dem die letzten 90 Seiten erst im Laufe der letzten Woche vor der Klausur online gestellt wurden).
Am Samstagabend sollten wir uns alle zum Grillen treffen. Alle meint wirklich alle, denn irgendjemand, den keiner von uns kannte, hat an alle Freunde eine Einladung geschickt, mit der Bitte, die Einladung an alle Freunde weiterzuleiten. Einige von uns bekamen diese e-mail, andere wurden bei Facebook dazu eingeladen. Und so gab es auf einem entlegenen Grillort, 40 Minuten Fußweg hinter der Alhambra ein Treffen von so ziemlich allen Erasmusstudenten in Granada, die nicht gerade am Strand waren.
Leider wurde zumindest für uns nichts aus dem Grillen, da in den Geschäften wegen dem anhaltenden Streik kein Fleisch zu kaufen war. Wir haben stattdessen Surimi und Döner gekauft (und natürlich etwas zu trinken). Eins kann ich sagen: Gegrilltes Surimi schmeckt nicht (der Döner war aber super!).
Am Sonntag ging das Skriptlesen munter weiter und am Montag kam schließlich die Klausur. Im Nachhinein war sie gar nicht mal so schwer, aber nach meinem Gefühl habe ich nicht mehr als 40 Prozent geschafft - und diese auch nur mit Glück. Aber alles kein Problem, da wir sowieso nur 25% brauchen. Wir durften übrigens das Skript benutzen, weil der Prof meinte: "Das alles kann kein Mensch wissen!".
Am Abend nach der Klausur kam auch schon die erste Abschiedsfeier: Unser polnischen Erasmuskolleginnen mussten Granada leider schon verlassen. Ihr Weg führte sie nach Marbella, um dort noch zwei Monate zu arbeiten, bevor es wieder nach Hause geht.
Die Feier bei ihnen war wie immer super und die Disko danach ebenfalls. Auf dem Heimweg wurden aber alle ziemlich traurig und die Polinnen wollten, dass wir versprechen, sie in Marbella zu besuchen. Ich bin auf jeden Fall dabei.
Freitag, 13. Juni 2008
Erste Klausur und Granada mit Familie
Die Woche über war meine Familie in Granada. Morgens bis mittags habe ich was mit ihr unternommen (Alhambra war natürlich auch auf der TODO-Liste) und am nachmittag habe ich mich fleißig an meinen Lernstoff für die Kryptografieklausur begeben (im Grunde bestand das Lernen aus dem Lesen des 230 seitigen Skriptes).
Am Donnerstag (12.6.) kam auch die erste Klausur - aber nicht Krypto, sondern Computergrafik. Da es eine freiwillige Klausur zum Punktesammeln war, von der nicht das Erreichen des Scheines, sondern nur die Note abhängt, hatte ich ursprünglich nicht vor, daran teilzunehmen. Aber der Prof hat uns empfohlen, auf jeden Fall hinzugehen. Weil in meinem Zeitplan aber keine Lernzeit dafür vorgesehen war, habe ich gedacht, ich nutze diese einmalige Gelegenheit, um in eine Klausur zu gehen, ohne vorher auch nur ein Kleinigkeit dafür zu lernen (was sich auch viele Spanier gedacht haben, wie ich bei Gesprächen vor der Klausur rausfand). So bin ich also zur Uni und die Klausur war wirklich einfach.
Erste Aufgabe: Irgendeinen Begriff erklären, den ich nicht verstanden habe - ok, diese Aufgabe konnte ich nicht machen (- 2 Punkte)
Zweite: Unterschied zwischen Topologie und Geometrie (+ 2 Punkte)
Dritte: Rotation um beliebige Achse im Pseudocode implementieren (hat mich ein wenig Denkarbeit gekostet, aber ich konnte mich noch halbwegs an die Folien vom Prof. Müller erinnern: + 3 Punkte).
Vierte: OpenGL Stack erklären und die gegeben Transformationen an einem Kegel durchführen und das Ergebnis zeichnen (+ 3 Punkte).
Habe also insgesamt (potentiell) 8 von 10 Punkte in der Klausur (wird aber sicherlich ein paar kleinere Abzüge geben).
Ein paar weitere Neuigkeiten aus meiner Wohnung: Wir sind in der letzten Woche des Putzplans angekommen, ohne dass er jemals in Kraft trat, oder auch nur mit einem Namen ausgefüllt wurde. Die Wohnung verkommt unterdessen immer weiter. Heute früh war die Küche aber wieder total sauber - eigentlich immer der Moment, in dem ich mir was koche und es in eine Plastikdose stecke, um später davon zu essen. Aber da ich heute mit meiner Familie nach Nerja fahren würde sich das nicht lohnen.
Wir haben übrigens jetzt einen zweiten Hund in der Wohnung (einen Welpen). Letzten Sonntag hieß es, dass der Hund nur für 2 Tage da ist. Jetzt sind es schon 6 - naja, solange ich nicht hinter ihm putzen muss und er nicht in mein Zimmer kommt, ist mir das egal. (Aber als meine Eltern und mein Bruder am Sonntag meine Wohnung besichtigt haben, lag direkt mal ein Hundehaufen im Bad ...).
Außerdem hat sich der Vermieter bei Estella gemeldet (sie ist die offizielle Mieterin der Wohnung und wir sind alle Untermieter). Sie möge doch bitte die Stromabrechnungen der letzten 8 Monate zahlen und ihr auch die Rechnungen gegeben. Sie hatte scheinbar im Mietvertrag überlesen, dass der Strompreis nicht in der Miete enthalten ist. Trotzdem hätte sich der Vermieter früher melden sollen - wie soll sie dann eine Rechnung bezahlen, die er nicht an sie weiterreicht? Für mich könnte das noch die Konsequenz haben, dass ich meinen Anteil (ein Viertel) rückwirkend bis Februar zahlen muss. Das wäre sehr ätzend, denn die Wohnung war als "alles inklusive" ausgeschriebe - Estellas Fehler, aber die Bedingung unter der ich hier Mieter bin. Aber vielleicht kommt es gar nicht dazu: Die anderen Mitbewohner haben sich beraten und meinten, dass wir nur die letzte Rechnung zahlen (März-April). Paar Tage später als ich nochmal nachgefragt habe, was denn damit ist, hieß es: Wir müssen uns nochmal alle zusammensetzen und darüber beraten. Und das kennen wir ja schon vom Putzplan - sowas kommt nie zu Stande ... Ich werde auf jeden Fall nicht mehr nachfragen und gucken, wie es weitergeht.
Übrigens habe ich auch rausgefunden, warum am Sonntag viel auf der Tankstell los war: Wegen dem Streik! In den Lebensmittelmärkten gab es eine richtige Ebbe in dieser Woche. So viele leere Regale in einem Laden habe ich ewig nicht mehr gesehen ...
Am Donnerstag (12.6.) kam auch die erste Klausur - aber nicht Krypto, sondern Computergrafik. Da es eine freiwillige Klausur zum Punktesammeln war, von der nicht das Erreichen des Scheines, sondern nur die Note abhängt, hatte ich ursprünglich nicht vor, daran teilzunehmen. Aber der Prof hat uns empfohlen, auf jeden Fall hinzugehen. Weil in meinem Zeitplan aber keine Lernzeit dafür vorgesehen war, habe ich gedacht, ich nutze diese einmalige Gelegenheit, um in eine Klausur zu gehen, ohne vorher auch nur ein Kleinigkeit dafür zu lernen (was sich auch viele Spanier gedacht haben, wie ich bei Gesprächen vor der Klausur rausfand). So bin ich also zur Uni und die Klausur war wirklich einfach.
Erste Aufgabe: Irgendeinen Begriff erklären, den ich nicht verstanden habe - ok, diese Aufgabe konnte ich nicht machen (- 2 Punkte)
Zweite: Unterschied zwischen Topologie und Geometrie (+ 2 Punkte)
Dritte: Rotation um beliebige Achse im Pseudocode implementieren (hat mich ein wenig Denkarbeit gekostet, aber ich konnte mich noch halbwegs an die Folien vom Prof. Müller erinnern: + 3 Punkte).
Vierte: OpenGL Stack erklären und die gegeben Transformationen an einem Kegel durchführen und das Ergebnis zeichnen (+ 3 Punkte).
Habe also insgesamt (potentiell) 8 von 10 Punkte in der Klausur (wird aber sicherlich ein paar kleinere Abzüge geben).
Ein paar weitere Neuigkeiten aus meiner Wohnung: Wir sind in der letzten Woche des Putzplans angekommen, ohne dass er jemals in Kraft trat, oder auch nur mit einem Namen ausgefüllt wurde. Die Wohnung verkommt unterdessen immer weiter. Heute früh war die Küche aber wieder total sauber - eigentlich immer der Moment, in dem ich mir was koche und es in eine Plastikdose stecke, um später davon zu essen. Aber da ich heute mit meiner Familie nach Nerja fahren würde sich das nicht lohnen.
Wir haben übrigens jetzt einen zweiten Hund in der Wohnung (einen Welpen). Letzten Sonntag hieß es, dass der Hund nur für 2 Tage da ist. Jetzt sind es schon 6 - naja, solange ich nicht hinter ihm putzen muss und er nicht in mein Zimmer kommt, ist mir das egal. (Aber als meine Eltern und mein Bruder am Sonntag meine Wohnung besichtigt haben, lag direkt mal ein Hundehaufen im Bad ...).
Außerdem hat sich der Vermieter bei Estella gemeldet (sie ist die offizielle Mieterin der Wohnung und wir sind alle Untermieter). Sie möge doch bitte die Stromabrechnungen der letzten 8 Monate zahlen und ihr auch die Rechnungen gegeben. Sie hatte scheinbar im Mietvertrag überlesen, dass der Strompreis nicht in der Miete enthalten ist. Trotzdem hätte sich der Vermieter früher melden sollen - wie soll sie dann eine Rechnung bezahlen, die er nicht an sie weiterreicht? Für mich könnte das noch die Konsequenz haben, dass ich meinen Anteil (ein Viertel) rückwirkend bis Februar zahlen muss. Das wäre sehr ätzend, denn die Wohnung war als "alles inklusive" ausgeschriebe - Estellas Fehler, aber die Bedingung unter der ich hier Mieter bin. Aber vielleicht kommt es gar nicht dazu: Die anderen Mitbewohner haben sich beraten und meinten, dass wir nur die letzte Rechnung zahlen (März-April). Paar Tage später als ich nochmal nachgefragt habe, was denn damit ist, hieß es: Wir müssen uns nochmal alle zusammensetzen und darüber beraten. Und das kennen wir ja schon vom Putzplan - sowas kommt nie zu Stande ... Ich werde auf jeden Fall nicht mehr nachfragen und gucken, wie es weitergeht.
Übrigens habe ich auch rausgefunden, warum am Sonntag viel auf der Tankstell los war: Wegen dem Streik! In den Lebensmittelmärkten gab es eine richtige Ebbe in dieser Woche. So viele leere Regale in einem Laden habe ich ewig nicht mehr gesehen ...
Montag, 9. Juni 2008
Feria de Puerto Real
Am 6. Juni (Freitag) war mein letzter Unitag. Bei der einzigen Veranstaltung (Softwaretechnik 3) ging es darum, den Profs. unser Programm vorzustellen. Es war sozusagen der Abschluss der Praktika in diesem Fach. Ich persönlich musste an diesem Tag nichts machen, die Spanier haben die Präsentation übernommen.
Von der Uni aus bin ich mit einem Mietwagen direkt nach Puerto Real (bei Cádiz) gefahren. Álvaro (der momentan an der Koblenzer Uni seine Masterarbeit schreibt) ist für eine Woche nach Hause gefahren, um seine Familie und die Feria zu besuchen. Zur Feria hatte er mich eingeladen. Die Busfahrt für mich wäre sehr teuer und vom Zeitplan sehr unbequem gewesen. Außerdem musste ich am Sonntag (8. Juni) meine Familie in Málaga am Flughafen abholen. Der Bus nach Puerto Real und zurück plus der Bus für alle vier von Málaga nach Granada wäre nur wenig billiger (aber viel unbequemer) als das Mietauto gewesen.
Ich kam am Freitagnachmittag in Puerto Real an. Álvaro hat mich seiner Familie vorgestellt und mir das Haus gezeigt (ist echt cool!). Wir haben gegessen und sind danach direkt zur Feria, wo wir uns mit seinen Freunden getroffen haben. Die Feria war richtig groß! Irgendwas wird in Koblenz falsch gemacht: Puerto Real ist ein kleines Städtchen mit etwa 30.000 Einwohnern und hat trotzdem eine größere und bessere Feria, als wir in Koblenz ...
Nach einem Rundgang über das Feriagelände sind wir an dem Auto von einem von Álvaros Freunden angekommen. Von dort aus haben wir uns mit selbsgemachten Rebujito bedient (das ist Weißwein mit Zitronenlimonade) und danach weiter die Feria angesehen. Abends haben wir ein paar Stunden Pause eingelegt und sind zum Duschen und Erholen nach Hause. Gegen 22 Uhr ging es aber wieder auf die Feria und zwar zum gemeinsamen Abendessen mit Álvaros Kirchengruppe (er betreut Jugendliche vor und nach der Kommunion). Wir haben alle Geld zusammengelegt und uns verschiede Teller mit Feriaessen gekauft (Fischstücke, Fleischspieße, gebratene Paprika, Kartoffeln ...). Nach dem Essen ging die Party auf der Feria weiter, aber nur bis etwa 2 Uhr. Ich war zu müde und Álvaro mochte es auf der Feria nicht, weil alles überfüllt war.
Am Samstagmorgen sind wir nach dem Frühstück nach Cádiz gefahren. Ich habe mir ein paar Postkarten gekauft und Álvaro hat mir seine Uni gezeigt. Seine Kumpels haben dort gerade eine Klausur geschrieben und wir haben das Ende abgewartet, damit Álvaro kurz mit ihnen reden konnte. Sie waren alle ganz überrascht ihn zu sehen, weil sie dachten er wäre in Deutschland.
Danach ging es wieder auf die Feria zum gemeinsamen Mittagessen mit Álvaros Familie. Dieses Mal gab es eine noch viel größere Bandbreite an typischem Feriaessen (es kam noch der typische spanische Schinken dazu, eine sehr leckere Suppe, von der ich den Namen vergessen habe, irgendwas Gazpacho ähnliches und noch viel mehr - die Paprika war zum Glück wieder dabei). Álvaros Familie hat alles bezahlt, inklusive Getränken. Die Jungendlichen (also auch wir) sind nach dem Essen los, um weiter zu feiern. Dabei haben wir irgendwann wieder Álvaros Familie getroffen und wurde wieder mit Rebujito und Gebäck aus der Bäckerei versorgt. Außerdem hat Álvaros Mutter für mich ein Feriaposter organisiert - das war total lieb!
Gegen 19 Uhr wurde es wieder Zeit, nach Hause zu gehen - für eine kurze Siesta und zum Duschen. Abends kam Álvaros Cousine mit ihrem Freund vorbei. Seine Eltern hatten ein super leckeres Abendessen gezaubert (mit vielen Meerestieren). Bis auf die Muscheln, die mir ungewohnt und komisch vorkamen, hätte ich von allem noch mehr essen können, bis ich geplatzt wäre (das Meer ist immer noch das leckerste Tier von allen!). Nach dem Essen und dem leckersten Flan, den ich jemals gegessen habe (hausgemacht von Álvaros Mutter), ging es wieder auf die Feria. Wir waren noch bis etwa 3 Uhr da, ich habe aber fast nichts mehr getrunken.
Um 6 Uhr morgens am Sonntag hieß es für uns alle aufstehen (ich musste fahren und Álvaros Familie hat mich verabschiedet). Wir haben gefrühstückt und sie sind mit ihrem Auto vorgefahren, um mir den besten Weg auf die Autobahn zu zeigen. Der Rest des Weges war danach kein Problem, weil Álvaro mir die Wegbeschreibung von einem Routenplaner ausgedruckt hatte.
Ich bin nach Süden in Richtung Algeciras und von dort aus an der Küste nach Málaga (habe auch einen Teil Bezahlautobahn ausprobiert - etwa 30 km für 3,95 Euro). Die Bezahlautobahn ging viel schneller, als die "Autobahn mit Kreisverkehren", aber ich hatte keine Lust noch mehr Geld auszugeben.
Gegen halb 10 war ich am Flughafen in Málaga angekommen und habe meine Eltern und meinen Bruder direkt gefunden. Ich habe mich gefreut sie endlich wieder zu sehen und sie sich auch. Auf der Fahrt nach Granada haben sie sich ständig über die Spanischen Eigenheiten gewundert, die sie so gesehen haben - für mich war alles schon normal.
In Granada hat uns unser Vermieter zum Apartment im Sacromonte gebracht, welches sich als Höhlenwohnung entpuppt hat (von außen aber wie ein normales Haus). Nach dem Abstellen der Koffer haben wir eine Tapaspause eingelegt und haben dann beschlossen irgedwohin zu fahren, weil ich noch bis zum nächsten Tag das Auto hatte. Das Ziel sollten die Wildwest-Filmstudios bei Tabernas in der Wüste von Almería sein (diesesmal die richtigen). Aber als wir kurz vor der Autobahnausfahrt von Tabernas waren, haben sich meine Eltern doch für das Meer entschieden und wir sind nach Almería durchgefahren. Während sie am Strand waren, habe ich die Gelegenheit genutzt, mit die Stadt nochmal genauer anzusehen, aber sie war am Sonntagnachmittag wie ausgestorben (und die historische Altstadt immer noch so schäbig, wie bei meinem ersten Besuch dort). Ich war nochmal auf der Alcazaba und konnte diesesmal sogar Fotos machen (letztes Mal ist dort meine DigiCam kaputt gegangen (siehe Blogeintrag: Berge, Wüste und Meer)).
Die Autobahn nach Almería war verdächtig leer. Ich habe beim Tanken gefragt, warum das so ist und bekam als Antwort, dass ja um Mitternacht der Streik anfängt und deswegen keiner mehr fährt. Ich wusste aber nicht, was für ein Streik das sein sollte und habe dem keine weitere Beachtung geschenkt.
Als wir wieder in Granada waren, habe ich meine Familie zuerst mit meiner Wohnung geschockt (mein Bruder sinngemäßes: "Jetzt weiß ich, warum du so viel am reisen bist..."). An der Tankstelle in Granada war seltsamerweise die Hölle los. Warum - das wusste ich noch nicht.
Bilanz für diesen Sonntag: Ich bin über 700 km gefahren und zwar von einem Ende Andalusiens ans andere (von Puerto Real an der Atlantikküste an die Mittelmeerküste nach Málaga, von dort aus nach Granada und ans andere Ende Andalusiens nach Almería).
Sonntagabend war das EM-Fußballspiel Deutschland gegen Polen (2:0). Ich habe mir das nicht angesehen, mich aber nach dem Spiel mit meinen Leuten zum Tapasessen getroffen (die Polinnen waren total traurig). Danach waren wir kurz im Bugaclub, aber die Musik war nicht so gut wie erwartet und ich bin recht schnell wieder nach Hause.
Von der Uni aus bin ich mit einem Mietwagen direkt nach Puerto Real (bei Cádiz) gefahren. Álvaro (der momentan an der Koblenzer Uni seine Masterarbeit schreibt) ist für eine Woche nach Hause gefahren, um seine Familie und die Feria zu besuchen. Zur Feria hatte er mich eingeladen. Die Busfahrt für mich wäre sehr teuer und vom Zeitplan sehr unbequem gewesen. Außerdem musste ich am Sonntag (8. Juni) meine Familie in Málaga am Flughafen abholen. Der Bus nach Puerto Real und zurück plus der Bus für alle vier von Málaga nach Granada wäre nur wenig billiger (aber viel unbequemer) als das Mietauto gewesen.
Ich kam am Freitagnachmittag in Puerto Real an. Álvaro hat mich seiner Familie vorgestellt und mir das Haus gezeigt (ist echt cool!). Wir haben gegessen und sind danach direkt zur Feria, wo wir uns mit seinen Freunden getroffen haben. Die Feria war richtig groß! Irgendwas wird in Koblenz falsch gemacht: Puerto Real ist ein kleines Städtchen mit etwa 30.000 Einwohnern und hat trotzdem eine größere und bessere Feria, als wir in Koblenz ...
Nach einem Rundgang über das Feriagelände sind wir an dem Auto von einem von Álvaros Freunden angekommen. Von dort aus haben wir uns mit selbsgemachten Rebujito bedient (das ist Weißwein mit Zitronenlimonade) und danach weiter die Feria angesehen. Abends haben wir ein paar Stunden Pause eingelegt und sind zum Duschen und Erholen nach Hause. Gegen 22 Uhr ging es aber wieder auf die Feria und zwar zum gemeinsamen Abendessen mit Álvaros Kirchengruppe (er betreut Jugendliche vor und nach der Kommunion). Wir haben alle Geld zusammengelegt und uns verschiede Teller mit Feriaessen gekauft (Fischstücke, Fleischspieße, gebratene Paprika, Kartoffeln ...). Nach dem Essen ging die Party auf der Feria weiter, aber nur bis etwa 2 Uhr. Ich war zu müde und Álvaro mochte es auf der Feria nicht, weil alles überfüllt war.
Am Samstagmorgen sind wir nach dem Frühstück nach Cádiz gefahren. Ich habe mir ein paar Postkarten gekauft und Álvaro hat mir seine Uni gezeigt. Seine Kumpels haben dort gerade eine Klausur geschrieben und wir haben das Ende abgewartet, damit Álvaro kurz mit ihnen reden konnte. Sie waren alle ganz überrascht ihn zu sehen, weil sie dachten er wäre in Deutschland.
Danach ging es wieder auf die Feria zum gemeinsamen Mittagessen mit Álvaros Familie. Dieses Mal gab es eine noch viel größere Bandbreite an typischem Feriaessen (es kam noch der typische spanische Schinken dazu, eine sehr leckere Suppe, von der ich den Namen vergessen habe, irgendwas Gazpacho ähnliches und noch viel mehr - die Paprika war zum Glück wieder dabei). Álvaros Familie hat alles bezahlt, inklusive Getränken. Die Jungendlichen (also auch wir) sind nach dem Essen los, um weiter zu feiern. Dabei haben wir irgendwann wieder Álvaros Familie getroffen und wurde wieder mit Rebujito und Gebäck aus der Bäckerei versorgt. Außerdem hat Álvaros Mutter für mich ein Feriaposter organisiert - das war total lieb!
Gegen 19 Uhr wurde es wieder Zeit, nach Hause zu gehen - für eine kurze Siesta und zum Duschen. Abends kam Álvaros Cousine mit ihrem Freund vorbei. Seine Eltern hatten ein super leckeres Abendessen gezaubert (mit vielen Meerestieren). Bis auf die Muscheln, die mir ungewohnt und komisch vorkamen, hätte ich von allem noch mehr essen können, bis ich geplatzt wäre (das Meer ist immer noch das leckerste Tier von allen!). Nach dem Essen und dem leckersten Flan, den ich jemals gegessen habe (hausgemacht von Álvaros Mutter), ging es wieder auf die Feria. Wir waren noch bis etwa 3 Uhr da, ich habe aber fast nichts mehr getrunken.
Um 6 Uhr morgens am Sonntag hieß es für uns alle aufstehen (ich musste fahren und Álvaros Familie hat mich verabschiedet). Wir haben gefrühstückt und sie sind mit ihrem Auto vorgefahren, um mir den besten Weg auf die Autobahn zu zeigen. Der Rest des Weges war danach kein Problem, weil Álvaro mir die Wegbeschreibung von einem Routenplaner ausgedruckt hatte.
Ich bin nach Süden in Richtung Algeciras und von dort aus an der Küste nach Málaga (habe auch einen Teil Bezahlautobahn ausprobiert - etwa 30 km für 3,95 Euro). Die Bezahlautobahn ging viel schneller, als die "Autobahn mit Kreisverkehren", aber ich hatte keine Lust noch mehr Geld auszugeben.
Gegen halb 10 war ich am Flughafen in Málaga angekommen und habe meine Eltern und meinen Bruder direkt gefunden. Ich habe mich gefreut sie endlich wieder zu sehen und sie sich auch. Auf der Fahrt nach Granada haben sie sich ständig über die Spanischen Eigenheiten gewundert, die sie so gesehen haben - für mich war alles schon normal.
In Granada hat uns unser Vermieter zum Apartment im Sacromonte gebracht, welches sich als Höhlenwohnung entpuppt hat (von außen aber wie ein normales Haus). Nach dem Abstellen der Koffer haben wir eine Tapaspause eingelegt und haben dann beschlossen irgedwohin zu fahren, weil ich noch bis zum nächsten Tag das Auto hatte. Das Ziel sollten die Wildwest-Filmstudios bei Tabernas in der Wüste von Almería sein (diesesmal die richtigen). Aber als wir kurz vor der Autobahnausfahrt von Tabernas waren, haben sich meine Eltern doch für das Meer entschieden und wir sind nach Almería durchgefahren. Während sie am Strand waren, habe ich die Gelegenheit genutzt, mit die Stadt nochmal genauer anzusehen, aber sie war am Sonntagnachmittag wie ausgestorben (und die historische Altstadt immer noch so schäbig, wie bei meinem ersten Besuch dort). Ich war nochmal auf der Alcazaba und konnte diesesmal sogar Fotos machen (letztes Mal ist dort meine DigiCam kaputt gegangen (siehe Blogeintrag: Berge, Wüste und Meer)).
Die Autobahn nach Almería war verdächtig leer. Ich habe beim Tanken gefragt, warum das so ist und bekam als Antwort, dass ja um Mitternacht der Streik anfängt und deswegen keiner mehr fährt. Ich wusste aber nicht, was für ein Streik das sein sollte und habe dem keine weitere Beachtung geschenkt.
Als wir wieder in Granada waren, habe ich meine Familie zuerst mit meiner Wohnung geschockt (mein Bruder sinngemäßes: "Jetzt weiß ich, warum du so viel am reisen bist..."). An der Tankstelle in Granada war seltsamerweise die Hölle los. Warum - das wusste ich noch nicht.
Bilanz für diesen Sonntag: Ich bin über 700 km gefahren und zwar von einem Ende Andalusiens ans andere (von Puerto Real an der Atlantikküste an die Mittelmeerküste nach Málaga, von dort aus nach Granada und ans andere Ende Andalusiens nach Almería).
Sonntagabend war das EM-Fußballspiel Deutschland gegen Polen (2:0). Ich habe mir das nicht angesehen, mich aber nach dem Spiel mit meinen Leuten zum Tapasessen getroffen (die Polinnen waren total traurig). Danach waren wir kurz im Bugaclub, aber die Musik war nicht so gut wie erwartet und ich bin recht schnell wieder nach Hause.
Donnerstag, 5. Juni 2008
Strandtour Nr. 1 - Costa {de la Luz, del Sol}
Endlich eine Strandtour! Der harte Reisekern (Anja, Julia, Rabea und ich) lässt die Heimatstadt Granada mal wieder hinter sich, um den Lernen für die Uni und dem mittelmäßigen Wetter zu entgehen.
Am Freitag, 30. Mai gegen 14 Uhr ging es los.
Mietwagen: Peugeout 308
Strecke: 820 km
Fahrer: ich
Erstes Reiseziel: Der Granadiner Aldi (Nord)!
Wie immer haben wir ein paar Nudeln und sonstige Grundnahrungsmittel wie Süßigkeiten eingekauft, um auf der langen Reise ein wenig Geld zu sparen (wir haben uns extra Hostels mit Küchen ausgesucht, um nicht irgendwo essen gehen zu müssen).
Nach dem Aldi ging es geradewegs nach Cádiz, eine Stadt mit - wie man bisweilen hört - 150 000 m Strand (also mehr Strandmeter als Einwohner). Leider kamen wir zu einer etwas ungüstigen Zeit an: Alle Parkplätze im Zentrum waren blockiert. Aber nach eingem Suchen konnten wir dann doch nichtallzuweitweg parken. Erstmal die Sachen ins Schneckenhostel gebracht und direkt raus, eine Strandrunde drehen (haben die gesamte Altstadt an der Küste umrundet)! Zwischen den ganzen seewärts (Atlantik) zugewandten Festungsanlangen haben wir auch noch den Sonnenuntergang sehen können! Als wir irgendwann wieder in Hostelnähe waren, haben wir beschlossen, dass es zu spät zum Kochen ist und stattdessen einen günstigen Riesenburger gegessen.
Am nächsten Tag - Samstag - stand erstmal eine Stadterkundung auf dem Programm. Wir mussten aber schnell feststellen, dass es in Cádiz außer der Küste nicht wirklich viel zu sehen gibt. Wir sind die Kathedrale rein, haben aber nicht bezahlt. Vom Eingangspunkt konnte man schon genug sehen, um sich den Eintrittspreis zu sparen. Stattdessen haben wir den Westturm der Kathedrale besucht - von dort oben hat man einen Superausblick über die gesamte Stadt! War richtig super! Danach hatten wir noch einen kurzen Stadtbummel, einen sehr kurzen Besuch im halbausgegrabenen Amphitheater und in einem Stadtpark. Weil der Tag noch relativ jung war, haben wir uns entschlossen, nach Jerez de la Frontera zu einem Besuch in einer Sherryproduktion zu fahren (Jerez ist eine der Sherry Hochburgen Spaniens - die anderen beiden sind nur wenige Kilometer entfernt). Während der Wartezeit auf den Bus haben wir uns ein paar Plätze in Cádiz angesehen und sind dann voller Sherrydurst nach Jerez aufgebrochen. Nach einem kurzen Stadtrundgang (bei dem uns klar wurde, dass Jerez nicht all zuviel zu bieten hat), sind wir zur Bodega von "Gonzales Byass" (einer der drei größten) zur Führung gegangen. Uns wurde gezeigt, wo und wie der Wein/Jerry gemacht wird und am Ende gab es dann endlich auch was zum trinken. Jeder Tisch hat eine Flasche "Tio Pepe" bekommen und jede Person ein Glas "Croft" (der zweite war viel süßer). Unser Nebentisch hat uns auch noch die halbe Flasche geschenkt, sodass wir 4 genug "Traubensaft" an dem Tag getrunken hatten. In Cádiz waren wir leider nicht mehr rechtzeitig zum Sonnenuntergang zurück - haben dafür im Dunkeln einen Spaziergang zum Strand außerhalb des historischen Zentrums gemacht. Zum Kochen war es an diesem Abend wieder zu spät und so haben wir wieder diese dicken, günstigen Burger gegessen.
Am nächsten Morgen (Sonntag) sind wir früh aus Cádiz aufgebrochen. Unser erster Halt war direkt hinter der Stadtgrenze am Sandstrand der Atlantikküste. Das Wasser war relativ angenehm - wir waren aber trotzdem nur mit den Füßen drin. Von Cádiz aus sind wir nach Süden, die Costa de la luz entlanggefahren. Vorbei an den Touristensiedlungen Novo Sancti Petri, Roche und den beiden Conils (Puerto de ... und ... de la Frontera). Zwischendurch haben wir immer wieder gehalten, um die Aussicht zu genießen oder unsere Füße ins Wasser zu stecken. In El Palmar (sofern ich mich richtig erinnere) haben wir sogar etwa eine Stunde am Strand verbracht. Dort gibt es im Sand total viele, riesige Muscheln - soetwas habe ich noch nie an einem Strand gesehen - eine Riesenmuschel nach der anderen! Ein paar Kilometer weiter haben wir uns den Kap Trafalgar angesehen und den restlichen Sonnennachmittag am Strand zwischen dem Kap und Caños de Meca verbracht, wo ich dann zum ersten Mal im Atlantik geschwommen bin (übrigens ein wunderbarer Strand, wirklich empfehlenswert!) (ich habe noch 1kg Sand davon hier - wenn jemand was davon haben will, Bescheid sagen, sonst lasse ich den Sandsack hier ;-) ). Als die Sonne nicht mehr ganz so warm war, haben wir den Strand verlassen. Auf dem Weg nach Tarifa haben wir einen Zwischenstopp in Barbate eingelegt und dort auf der Feria gegessen. Gegen 22 Uhr waren wir nach ein paar Abenteuern mit der spanischen Straßenbeschilderung endlich in Tarifa angekommen und konnten unser Hostelzimmer beziehen. Ein nächtlicher Stadtrundgang war vor dem Schlafen aber noch drin.
Am Montagmorgen haben wir uns die Stadt nochmal im Hellen angesehen und sind bis zum südlichsten Punkt des europäischen Festlandes gegangen, der für Zivilisten noch zugänglich ist (die weitern ca. 300 Meter sind militärische Sperrzone - wahrscheinlich, weil dieser Teil der Straße von Gibraltar am nächsten an Afrika ist). Außerdem cool: eine dünne Landzunge, wo auf der einen Seite der Atlantik und auf der anderen das Mittelmeer ist - eine der besten Attraktionen in Tarifa *g*.
Danach haben wir unsere Gruppe geteilt: Anja und ich sind zum Delphine- und Walebeobachten rausgefahren, während Rabea und Julia die Stadt (oder den Strand) weiter erkundet haben.
Das Schiffchen ist relativ flott auf das Meer rausgefahren und kam ziemlich nah an Afrika dran (wir konnten einzelne Bergstraßen erkennen). An Tieren haben wir zwei verschiedene Delfinsorten gesehen und Pilotwale (etwa zweimal so groß wie Delfine). Außerdem noch einen Mondfisch (oder Kissenfisch ???), der gar nicht im Programm vorgesehen war. Danach waren wir alle zusammen in einer günstigen Brötchenbar essen, wo man sich die Zutaten selber aussuchen durfte (aus einer riesige Palette). Nach dem Essen sind wir direkt weiter gefahren, an der Costa del Sol entlang in Richtung Marbella. Auf dem Weg gab es ein paar schöne Aussichtspunkte, von denen aus man Afrika und den Felsen von Gibraltar super sehen konnte. In Estepona haben wir nochmal einen Badestopp eingelegt - aber dieser Strand konnte nicht mehr mit dem vom Kap Trafalgar mithalten.
Kurz vor Sonnenuntergang sind wir in Puerto Banúz angekommen. Ein Vorort (eher "Vorhafen") von Marbella, wo die ganzen reichen Leute ihre Yachten abstellen. Da waren auch wirklich ein paar schicke Dinger dabei. Einige waren fast schon Schiffe und andere waren dicke Schnellboote. Die Läden entlang des Hafens waren auch (fast) alle super teuer: Irgendwelche hässlichen Kleider, Hemden und Handtaschen für um die 1000 Euro. In den Straßen um den Hafen: Schwarze Schwarzverkäufer, die einem "echte" Rolexuhren und Markensachen für ein paar Euro verkaufen (da haben die "Reichen" also ihre Sachen her *g*).
Als wir in Marbella ankamen, war es dunkel und spät. Also wieder keine Nudeln kochen. Uns wurde ein günstiges Pizzarestaurant empfohlen, wo wir zu Abend gegessen haben.
Am Dienstag wurde es Zeit so langsam an die Rückkehr nach Granada zu denken. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt und zum Strand sind wir wieder ins Auto gestiegen und haben unsere Fahrt an der Costa del Sol fortgesetzt. Zwischendrin haben wir immer wieder gehalten, aber die Aussichten waren hier nicht mehr so schön: Die Costa del Sol ist eher ein riesiger, aus Hotels bestehender Betonklotz. Kurz nach der Provinzgrenze zu Granada haben wir eine versteckte, kleine, enge, steil hinabführende Straße gefunden, die uns zu einer verborgegen Bucht führte. Auch wenn die Bucht recht klein war, gab es hier gleich zwei Restaurants. Wir haben ein Eis gegessen - als Strandtourabschluss und haben uns wieder auf den Weg nach Granada gemacht. In der Stadt kamen wir um 14:15 an - das Auto sollten wir aber um 14 Uhr zurückgeben. Und so hatte der Laden schon für die Siesta dichtgemacht (es war aber kein Problem, das Auto erst um 17 Uhr abzugeben).
Die Rückkehr nach Granada bedeutete, die Rückkehr in die letzte Uniwoche. Am Dienstag gab es die letzte Praxisstunde zu Criptográfia, am Mittwoch zu Informática Gráfica. Auch am Mittwoch: Die letzte Cripto-Vorlesung. Der Prof hat uns gefragt, ob wir noch Fragen haben. Danach hat er uns auf einen Kaffee in die Cafeteria eingeladen (wir waren insgesamt fünf in der Vorlesung: 2 Spanier, Sadi, Christoph und ich - die Spanier sind nicht mitgekommen).
Abends waren wir in der Stadt bei einem Filmfestival. Hier wurden draußen gratis Filme "aus dem Süden" gezeigt (aus Richtung Iran, Indonesien ...). War nicht schlecht, mal nicht so ein typisches Hollywoodgewäsch.
Nach dem Film bin ich mit Christoph in eine Bar gegangen (gegenüber von unserer Lieblingschupiteria), um seinen ersten Schein zu feiern. In dieser Bar gab es zu jedem Bier einen gratis Chupito - cool!
(Die Präsentation meines Partikelsystems ist übrigens gut gelaufen. Der Prof war zufrieden, hat aber scherzhaft gemeint, dass ich für meine Folien auf Spanisch durchgefallen wäre.)
Am Freitag, 30. Mai gegen 14 Uhr ging es los.
Mietwagen: Peugeout 308
Strecke: 820 km
Fahrer: ich
Erstes Reiseziel: Der Granadiner Aldi (Nord)!
Wie immer haben wir ein paar Nudeln und sonstige Grundnahrungsmittel wie Süßigkeiten eingekauft, um auf der langen Reise ein wenig Geld zu sparen (wir haben uns extra Hostels mit Küchen ausgesucht, um nicht irgendwo essen gehen zu müssen).
Nach dem Aldi ging es geradewegs nach Cádiz, eine Stadt mit - wie man bisweilen hört - 150 000 m Strand (also mehr Strandmeter als Einwohner). Leider kamen wir zu einer etwas ungüstigen Zeit an: Alle Parkplätze im Zentrum waren blockiert. Aber nach eingem Suchen konnten wir dann doch nichtallzuweitweg parken. Erstmal die Sachen ins Schneckenhostel gebracht und direkt raus, eine Strandrunde drehen (haben die gesamte Altstadt an der Küste umrundet)! Zwischen den ganzen seewärts (Atlantik) zugewandten Festungsanlangen haben wir auch noch den Sonnenuntergang sehen können! Als wir irgendwann wieder in Hostelnähe waren, haben wir beschlossen, dass es zu spät zum Kochen ist und stattdessen einen günstigen Riesenburger gegessen.
Am nächsten Tag - Samstag - stand erstmal eine Stadterkundung auf dem Programm. Wir mussten aber schnell feststellen, dass es in Cádiz außer der Küste nicht wirklich viel zu sehen gibt. Wir sind die Kathedrale rein, haben aber nicht bezahlt. Vom Eingangspunkt konnte man schon genug sehen, um sich den Eintrittspreis zu sparen. Stattdessen haben wir den Westturm der Kathedrale besucht - von dort oben hat man einen Superausblick über die gesamte Stadt! War richtig super! Danach hatten wir noch einen kurzen Stadtbummel, einen sehr kurzen Besuch im halbausgegrabenen Amphitheater und in einem Stadtpark. Weil der Tag noch relativ jung war, haben wir uns entschlossen, nach Jerez de la Frontera zu einem Besuch in einer Sherryproduktion zu fahren (Jerez ist eine der Sherry Hochburgen Spaniens - die anderen beiden sind nur wenige Kilometer entfernt). Während der Wartezeit auf den Bus haben wir uns ein paar Plätze in Cádiz angesehen und sind dann voller Sherrydurst nach Jerez aufgebrochen. Nach einem kurzen Stadtrundgang (bei dem uns klar wurde, dass Jerez nicht all zuviel zu bieten hat), sind wir zur Bodega von "Gonzales Byass" (einer der drei größten) zur Führung gegangen. Uns wurde gezeigt, wo und wie der Wein/Jerry gemacht wird und am Ende gab es dann endlich auch was zum trinken. Jeder Tisch hat eine Flasche "Tio Pepe" bekommen und jede Person ein Glas "Croft" (der zweite war viel süßer). Unser Nebentisch hat uns auch noch die halbe Flasche geschenkt, sodass wir 4 genug "Traubensaft" an dem Tag getrunken hatten. In Cádiz waren wir leider nicht mehr rechtzeitig zum Sonnenuntergang zurück - haben dafür im Dunkeln einen Spaziergang zum Strand außerhalb des historischen Zentrums gemacht. Zum Kochen war es an diesem Abend wieder zu spät und so haben wir wieder diese dicken, günstigen Burger gegessen.
Am nächsten Morgen (Sonntag) sind wir früh aus Cádiz aufgebrochen. Unser erster Halt war direkt hinter der Stadtgrenze am Sandstrand der Atlantikküste. Das Wasser war relativ angenehm - wir waren aber trotzdem nur mit den Füßen drin. Von Cádiz aus sind wir nach Süden, die Costa de la luz entlanggefahren. Vorbei an den Touristensiedlungen Novo Sancti Petri, Roche und den beiden Conils (Puerto de ... und ... de la Frontera). Zwischendurch haben wir immer wieder gehalten, um die Aussicht zu genießen oder unsere Füße ins Wasser zu stecken. In El Palmar (sofern ich mich richtig erinnere) haben wir sogar etwa eine Stunde am Strand verbracht. Dort gibt es im Sand total viele, riesige Muscheln - soetwas habe ich noch nie an einem Strand gesehen - eine Riesenmuschel nach der anderen! Ein paar Kilometer weiter haben wir uns den Kap Trafalgar angesehen und den restlichen Sonnennachmittag am Strand zwischen dem Kap und Caños de Meca verbracht, wo ich dann zum ersten Mal im Atlantik geschwommen bin (übrigens ein wunderbarer Strand, wirklich empfehlenswert!) (ich habe noch 1kg Sand davon hier - wenn jemand was davon haben will, Bescheid sagen, sonst lasse ich den Sandsack hier ;-) ). Als die Sonne nicht mehr ganz so warm war, haben wir den Strand verlassen. Auf dem Weg nach Tarifa haben wir einen Zwischenstopp in Barbate eingelegt und dort auf der Feria gegessen. Gegen 22 Uhr waren wir nach ein paar Abenteuern mit der spanischen Straßenbeschilderung endlich in Tarifa angekommen und konnten unser Hostelzimmer beziehen. Ein nächtlicher Stadtrundgang war vor dem Schlafen aber noch drin.
Am Montagmorgen haben wir uns die Stadt nochmal im Hellen angesehen und sind bis zum südlichsten Punkt des europäischen Festlandes gegangen, der für Zivilisten noch zugänglich ist (die weitern ca. 300 Meter sind militärische Sperrzone - wahrscheinlich, weil dieser Teil der Straße von Gibraltar am nächsten an Afrika ist). Außerdem cool: eine dünne Landzunge, wo auf der einen Seite der Atlantik und auf der anderen das Mittelmeer ist - eine der besten Attraktionen in Tarifa *g*.
Danach haben wir unsere Gruppe geteilt: Anja und ich sind zum Delphine- und Walebeobachten rausgefahren, während Rabea und Julia die Stadt (oder den Strand) weiter erkundet haben.
Das Schiffchen ist relativ flott auf das Meer rausgefahren und kam ziemlich nah an Afrika dran (wir konnten einzelne Bergstraßen erkennen). An Tieren haben wir zwei verschiedene Delfinsorten gesehen und Pilotwale (etwa zweimal so groß wie Delfine). Außerdem noch einen Mondfisch (oder Kissenfisch ???), der gar nicht im Programm vorgesehen war. Danach waren wir alle zusammen in einer günstigen Brötchenbar essen, wo man sich die Zutaten selber aussuchen durfte (aus einer riesige Palette). Nach dem Essen sind wir direkt weiter gefahren, an der Costa del Sol entlang in Richtung Marbella. Auf dem Weg gab es ein paar schöne Aussichtspunkte, von denen aus man Afrika und den Felsen von Gibraltar super sehen konnte. In Estepona haben wir nochmal einen Badestopp eingelegt - aber dieser Strand konnte nicht mehr mit dem vom Kap Trafalgar mithalten.
Kurz vor Sonnenuntergang sind wir in Puerto Banúz angekommen. Ein Vorort (eher "Vorhafen") von Marbella, wo die ganzen reichen Leute ihre Yachten abstellen. Da waren auch wirklich ein paar schicke Dinger dabei. Einige waren fast schon Schiffe und andere waren dicke Schnellboote. Die Läden entlang des Hafens waren auch (fast) alle super teuer: Irgendwelche hässlichen Kleider, Hemden und Handtaschen für um die 1000 Euro. In den Straßen um den Hafen: Schwarze Schwarzverkäufer, die einem "echte" Rolexuhren und Markensachen für ein paar Euro verkaufen (da haben die "Reichen" also ihre Sachen her *g*).
Als wir in Marbella ankamen, war es dunkel und spät. Also wieder keine Nudeln kochen. Uns wurde ein günstiges Pizzarestaurant empfohlen, wo wir zu Abend gegessen haben.
Am Dienstag wurde es Zeit so langsam an die Rückkehr nach Granada zu denken. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt und zum Strand sind wir wieder ins Auto gestiegen und haben unsere Fahrt an der Costa del Sol fortgesetzt. Zwischendrin haben wir immer wieder gehalten, aber die Aussichten waren hier nicht mehr so schön: Die Costa del Sol ist eher ein riesiger, aus Hotels bestehender Betonklotz. Kurz nach der Provinzgrenze zu Granada haben wir eine versteckte, kleine, enge, steil hinabführende Straße gefunden, die uns zu einer verborgegen Bucht führte. Auch wenn die Bucht recht klein war, gab es hier gleich zwei Restaurants. Wir haben ein Eis gegessen - als Strandtourabschluss und haben uns wieder auf den Weg nach Granada gemacht. In der Stadt kamen wir um 14:15 an - das Auto sollten wir aber um 14 Uhr zurückgeben. Und so hatte der Laden schon für die Siesta dichtgemacht (es war aber kein Problem, das Auto erst um 17 Uhr abzugeben).
Die Rückkehr nach Granada bedeutete, die Rückkehr in die letzte Uniwoche. Am Dienstag gab es die letzte Praxisstunde zu Criptográfia, am Mittwoch zu Informática Gráfica. Auch am Mittwoch: Die letzte Cripto-Vorlesung. Der Prof hat uns gefragt, ob wir noch Fragen haben. Danach hat er uns auf einen Kaffee in die Cafeteria eingeladen (wir waren insgesamt fünf in der Vorlesung: 2 Spanier, Sadi, Christoph und ich - die Spanier sind nicht mitgekommen).
Abends waren wir in der Stadt bei einem Filmfestival. Hier wurden draußen gratis Filme "aus dem Süden" gezeigt (aus Richtung Iran, Indonesien ...). War nicht schlecht, mal nicht so ein typisches Hollywoodgewäsch.
Nach dem Film bin ich mit Christoph in eine Bar gegangen (gegenüber von unserer Lieblingschupiteria), um seinen ersten Schein zu feiern. In dieser Bar gab es zu jedem Bier einen gratis Chupito - cool!
(Die Präsentation meines Partikelsystems ist übrigens gut gelaufen. Der Prof war zufrieden, hat aber scherzhaft gemeint, dass ich für meine Folien auf Spanisch durchgefallen wäre.)
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