Was macht man nach einer Woche am Strand und einer durchgefeierten Nacht? Klar - man fährt so früh wie möglich an den Strand!
Diesesmal ging es nach Salobreña, wo ich noch nie zuvor gewesen bin. Ich kam mit Julia 30 Minuten vor Abfahrt des Busses am Busbahnhof an und wir sahen nur riesig Menschenmassen Schlange stehen, um noch ein paar Tickets zu ergattern. Zum Glück waren die anderen (Markus, Rabea und eine gewisse Regina, von der ich bis heute nicht weiß, wer sie war ...) schon da und hatten für uns alle Tickets gekauft. Wir hatten 30 Minuten vor Abfahrt (fast) die letzten Plätze im zweiten Bus (von 2)!
In Salobreña hatten wir auf dem Weg zum Strand Essen und Wasser eingekauft (und dank Markus, der immer sein Messer dabei hat (unser kleiner Pfadfinder ;-) ), konnten wir uns Brote schmieren und eine Wassermelone schlachten).
Der von Wasser bedeckte Teil des Strandes in Salobreña fällt sehr stark ab, sodass man schon ab einer Entfernung von ca. 3 Metern vom Land nicht mehr stehen kann, wenn man dabei gleichzeitig atmen will.
Alle Klarheiten beseitigt? Dann nochmal auf Deutsch: Der Meeresboden fällt steil ab, sodass man nach 3 Metern Entfernung vom Strand schon schwimmen muss.
Auf dem Wasser war übrigens ständig irgendein seltsamer Film, der aber zum Glück nicht zum Thriller wurde (Markus und ich hatten unseren Spaß mit diesen Scherzen).
Nach diesem entspannenden Samstag folgte ein harter Sonntag. Im Fach Kryptographie mussten wir neben den umfangreichen Praxisaufgaben (50%), der 230-Seiten-Skript-Klausur (30%) auch noch eine Hausarbeit (20%, Thema: La máquina Enigma) schreiben und anschließend ein Referat darüber halten.
Da keiner von uns (Sadi, Christoph und ich) wirklich noch Lust hatte, sich damit zu befassen, haben wir uns einfach des Weltwissens bedient (was in Spanien aber normal zu sein scheint - zumindest bei Hausarbeiten!!!) und ein paar Sachen ausgelassen. Die Arbeit, die wir uns machen mussten, war nur noch den Text ins Spanische zu übersetzen - was bei dem Fachvokabular auch schon einen ganzen Schein wert ist (nicht nur 20% wie in diesem Fall). Von den 17 Seiten hatte Sadi schon im Laufe der letzten Woche 5 übersetzt. Für die übrigen 12 haben wir zu dritt 8 Stunden gebraucht (bei paralleler Arbeit und nur 1,5 Stunden Mittagspause). Es waren aber gefühlte 24 Stunden - es war heiß, lästig, das Internet (Spanischwörterbücher) hat nicht mitgespielt, Sadis Mitbewohner waren einfach nur spanisch (--> laut) und ich hatte was besseres zu tun (die Ratten). Schließlich waren wir gegen 20 Uhr fertig und konnten noch eine kurze Pause einlegen, bevor es zum Fußball ging (Italien gegen Spanien; Christoph ist aus Italien). Ich war an diesem Abend auf der italienischen Seite (aber nicht gegen Spanien), aber es hat nichts gebracht. Christoph war nach dem Spiel nicht gerade gut gelaunt und wir haben in der Chupiteria zum ersten Mal den Chupi Nr. 25 getrunken (Tequila-Rum-Gin-Vodka) - hat besser geschmeckt, als er sich anhört (ich hatte schon einige, die schlimmer waren).
Montag, 23. Juni 2008. Ein Tag der ganz normal angefangen hatte, aber mit etwas sehr außergewöhnlichem endete, doch dazu später. Da Anjas Geburtstag nahte (24. Juni), haben wir endlich unser Vorhaben in die Tat umgesetzt und unseren Granada Soundtrack zusammengestellt. War gar nicht so einfach, sich für bestimmte Lieder zu entscheiden, oder in dem (mittlerweile) großen Chaos auf meiner Festplatte alle Lieder zu finden. Aber wir haben es doch noch geschafft. Nach einem kurzen Einkauf für den Abend, habe ich den restlichen Tag wieder damit verbracht, meinen Ratten das Benehmen beizubringen.
----------------- FIESTA DEL AGUA DE LANJARON ---------------
Um 19 Uhr sind wir mit dem Bus in Richtung Lanjaron aufgebrochen - ein Dorf in der Naehe von Granada, das fuer sein Mineralwasser sehr bekannt ist. In dieser Nacht - der Nacht auf den 24. Juni - wird ueberall das Fest des San Juan gefeiert. Normalerweise mit grossen Feuern - ausser in Lanjaron, hier ist das Wasser der Herrscher.
Gegen 20 Uhr kamen wir an unserem Ziel an. Zunaechst hatten wir genug Zeit, uns das Dorf und die dortige Feria anzusehen. Nach einem leckeren Abendessen (patatas asadas) sind wir durch das Dorf spaziert und haben auch ein paar Tapas gegessen (auch hier gab es sie gratis, weil wir noch fast in Granada waren). Ueberall in den Strassen konnte man schon Vorbereitungen fuer das anstehende Fest erkennen. An jeder Ecke wurden Wassereimer und Wasserpistolen verkauft. An der Hauptstrasse standen ein paar LKWs deren Ladeflaeche mit Wasser gefuellt war. Und in den Gebaeden an der Hauptsrasse, die grosse Fenster haben, versammelten sich Menschen, die das Fest sehen, aber nicht nass werden wollten.
Gegen 23:30 Uhr haben wir uns wieder am Bus getroffen, um uns fuer die Wasserschlacht fertig zu machen (der Bus war etwas ausserhalb des Dorfes geparkt). Das bedeutet: Alle Wertsachen ablegen, elektronische Geraete im Bus lassen, moeglichst wenig Kleidung anbehalten und natuerlich Wasserpistolen mitnehmen.
Eigentlich sollte es erst um 0 Uhr losgehen, aber sobald alle Leute ihre Pistolen und Eimer hatten und an der ersten Wasserquelle ankamen, wurde die Wasserschlacht inoffiziell eroeffnet. Am Anfang gaben wir uns Muehe, uns nicht gegenseitig nass zu spritzen (ausser Sadi und Christoph, die wegen der EM noch eine Rechnung offen hatten ... Italien ist rausgeflogen und Sadi hatte sich darueber lustig gemacht ...). Die ersten Treffer, die man von den Wasserpistolen abbekam waren noch schlimm und sehr kalt. Aber es waren nur kleine Wasserstrahlen, denen man leicht entkommen konnte - das sollte sich schnell aendern.
Als wir wieder in der Stadt ankamen, was es zwar noch vor Mitternacht, aber es war trotzdem schon richtig nass. Erst hier fiel einem auf, wie das Dorf aufgebaut ist: Es besteht aus einer langen Hauptstrasse, an deren beiden Seiten mehr stoeckige Hauser stehen. Das fiel deswegen auf, weil ALLE Bewohner dieser Haeuser am Fenster standen und Wassereimer nach unten kippten, oder aus Gartenschlaechen Wasser nach unten gossen. Wir kamen uns vor, wie in einer Schlucht deren Grund sich binnen weniger Minuten in einen Fluss verwandelte. Und wir waren mittendrin. Nach nur 10 Minuten war jeder von uns nass von Kopf bis Fuss - und es war kalt! Unsere Wasserpistolen waren zu nichts mehr zu gebrachen, weil ihre "Wasserkraft" laecherlich gering war. Nur noch die Leuten mit den Eimern konnten etwas ausrichten. Unterdessen wurden wir immer nasser und uns wurde kaelter. Irgendwie zwischen den Wassermassen gerieten wir in den Strom der etwa 15.000 Menschen. Deren Ziel bestand scheinbar darin vom Dorfrand in die Ortsmitte zum Hauptlatz zu kommen - und wir schwommen einfach mit dem Strom (ausserdem war es in den Menschenmassen nicht so kalt, wie ausserhalb). Unterdessen tauchen immer wieder lustig angezogene Menschen auf. Einige hatten Strandklamotten, andere trugen Neoprenanzuege, es gab welche mit Rettungringen und Schwimmfluegeln und auch welche, die einfach nur mit einer Muelltuete bekleidet waren.
Auf einmal tauchten mitten in der Menge ein paar Chicos mit Trommeln auf und trommelten einen Tackt, zu dem gesprungen und gesungen wurde. Neben Fussballliedern gab es vor allem viele Wasserlieder bzw. Wasserrufe zu hoeren: "dulce agua, dulce agua - jey, jey, jey" oder das Gleich mit "mucho agua". Sehr interessant war auch das Lied, von dem keiner von uns den ersten Teil verstanden hat. Der zweite war: "... donde esta el agua porque no lo veo!" ("wo ist das Wasser, ich sehe es nicht") - was immer oefter gesungen wurde, je mehr Wasser von oben runterkam.
Und es kam wirklich viel Wasser auf uns zu - nicht nur von oben. Je weiter man kam, desto mehr Menschen haben ihre Eimer und Gartenschlaechen auf den Daechern oder Balkonen eingesetzt. Dann kamen aber noch am Boden aufgestellte Feuerwehrschlaeche dazu - davor gab es ueberhaupt kein Entrinnen mehr. Schritt um Schritt, Wassereimer um Wassereimer, kamen wir der Dorfmitte immer naeher. Als wir schliesslich dort waren, sahen wir einen erhoehten Platz, eine Art Buehne, von der gleich drei Leute mit Feuerwehrschlaechen in die Menge schossen. Wir haben diese Buehe einmal umrundet und haben uns wieder auf den Rueckweg gemacht. Die Strassen waren schon deutlich leerer und als schliesslich um 1 Uhr nachts der Kanonenschuss ertoente, der das Ende der Schlacht ankuendigt, war die Schlacht auch schlagartig zu Ende. So, als ob sich alle auf einmal wieder daran erinnert haben, dass in Andalusien eigentlich Wasserknappheit herrscht und alle gleichzeitig mit dieser Verschwendung aufgehoert haben.
Fuer alle, die sich ein Bild (eher ein Video) davon machen wollen: Bei youtube gibt es unter dem Suchbegriff "carrera de agua" einige Videos mit dem Titel "San Juan Lanjaron 2008 Carrera de Agua Water Fight X", wobei das X eine Zahl ist. Bei X = 2 kann man in den letzten Sekunden sehen, wie Sadi vorbeiläuft.
------------------------------------------------------------
Am Bus haben wir uns die Ersatzklamotten angezogen - endlich war es wieder warm! Aber die eine kalte Stunde hat sich für den riesigen Spaß richtig gelohnt!
Sobald alle Schäfchen im Trockenen waren, ging es weiter nach Salobreña an den Strand. Hier fand ein „echtes“ San Juan Fest statt. Am strand gab es ein riesiges Feuer (den Holzhaufen dafür hatten wir vor ein paar Tagen gesehen, als wir hier baden waren) und überall kleine Lagerfeuer. Von dem großen Feuer war leider nicht mehr viel als ein heißer Aschehaufen übrig (wir kamen erst gegen 3 Uhr am Strand an). Aber er strahlte immer noch viel Hitze ab. Wir haben uns einen gemütlichen Platz gesucht und auf Anjas Geburtstag angestoßen (es war schon nach Mitternacht und somit der 24. Juni). Am Strand gab es auch eine Disko, aber die hat uns nicht interessiert.
Irgendwann ist Sadi rumgelaufen und wollte eine Abkürzung am Aschehaufen vorbei nehmen - leider geriet er mit seinen Füßen in heiße, aber nicht mehr leuchtende Asche - das gab ein paar Verbrennungen (Sadi immer mit seinen Fußunfällen ...).
Gegen 6 Uhr ist der Bus wieder zurück nach Granada gefahren. Rabea, Julia und ich beschlossen, am Strand zu bleiben und am nächsten Tag das Meer zu nutzen. Sadi wollte es eigentlicht auch, aber er hat sich doch lieber für einen Arztbesuch entschieden...
Kurz bevor der Bus gefahren ist, kam die Feuerwehr und hat den Aschehaufen unschädlich gemacht - was für uns auch leider bedeutete, dass er keine Wärme mehr abgestrahlt hat. So wurde es in der Nacht doch noch etwas kalt. Aber mit vielen Pullis und Badetüchern haben wir die Zeit bis 8 Uhr morgens gut überstanden. Dann wurden wir und andere Strandpenner ;-) von den Aufräumarbeitern geweckt, die mit einem Bagger die Asche wegräumen wollten. Die Sonne war schon draußen und mir war richtig heiß in meinen Klamotten. Wir haben unser Lager ein wenig zur Seite verlegt und haben noch bis etwa 10 Uhr geschlafen. Sobald wir wach wurden, war der Strand wieder komplett sauber und für Touristen freigegeben (in der Zwischenzeit kam ein anderer Bagger um die großen Müllberge wegzuräumen und ein großer Fusstrupp der Stadtreinigung, um den restlichen Müll aufzusammeln).
Nach einem Frühstück bestehend aus Kaffee und Orangensaft in einer der Strandbars, konnten wir das Meer genießen. Julia ist gegen 13 Uhr gefahren, Rabea und ich blieben bis 15 Uhr. Als wir dann aber Bustickets kaufen wollten, hieß es, der Bus wäre ausverkauft und wir müssten bis halb 5 warten. Glücklicherweise waren im Bus aber doch noch ein paar Plätze frei, sodass wir mit unseren halb 5 Tickets schon um kurz nach 3 fahren konnten.
Kaum in Granada angekommen, ging der Unistreß weiter. Ich bin mit Sadi nochmal unseren Quellcode für Kryptographie durchgegangen, weil wir am folgenden Tag unser Referat über die Enigma halten mussten und anschließend unserer praktischen Aufgaben vorstellen. Ich konnte mich aber nicht mehr an Vieles erinnern und habe zu den meisten „Bitschiebereien“ nur die Kommentare vorgelesen oder gesagt „das ist Teil des DES/RSA/blabla Algorithmus ...“. Dadurch war die gesamte Sache schnell abgehackt und wir konnten mit Anja Geburtstag feiern (natürlich wieder Tapas essen und danach etwas in der Chupiteria trinken).
Am Mittwoch (25. Juni) ging es für 11:30 Uhr zur Uni (den Vormittag habe ich wieder mit meinen Ratten verbracht). Wir haben uns natürlich etwas früher getroffen, um die Präsentation ein wenig durchzusprechen. Bei dieser Gelegenheit haben Christoph und ich zum ersten Mal die Folien gesehen, die Sadi zusammengestellt hatte. Nach einem kurzen Gespräch über den Vortrag ging es schon los zum Büro des Profs. Dort mussten wir wie immer etwa eine halbe Stunde warten. Unser Vortrag kam glaube ich ganz gut an, was uns ein wenig überraschte. Bei der Vorstellung unserer praktischen Aufgaben ist auch alles gut gelaufen, nur bei einer Aufgabe gab es ein paar kleinere Fehler.
Zurück in der Wohnung habe ich mich wiedermal mit den Ratten beschäftigt. Estella hatte mich in der Küche abgefangen und gemeint, dass wir jetzt doch die Nebenkosten zahlen - also 50 Euro weniger in meiner Reisekasse.
Außerdem habe ich ein paar e-mail von einem Prof im Spamordner gefunden. Darin hieß es, dass alle, die einen Schein wollen, ihr CG-Projekt am Freitag (27. Juni) vorstellen müssen. Da fliege ich aber mit Caiti nach Barcelona. Habe dem Prof geschrieben, dass ich nicht da bin und warte noch auf eine Antwort, was jetzt zu tun ist.
Abends habe ich Caiti vom Busbahnhof abgeholt und die arme musste mit mir zum Fussballgucken in eine Kneipe gehen. Dafür hat Deutschland gegen die Türkei gewonnen und ich somit die EM. Deutschland war somit im Finale und im zweiten Halbfinalspiel hatte noch Russland gegen Spanien zu spielen - egal wie die EM jetzt ausgeht, eine von meinen Mannschaften gewinnt!
Donnerstag, 26. Juni 2008
Freitag, 20. Juni 2008
Nerja mit Familie
Von Dienstag (17. Juni) bis Freitag (20. Juni) war ich bei meiner Familie in Nerja (in dem bereits vorher beschriebenen Apartment). In Nerja gibt es (von den Tropfsteinhöhlen abgesehen) nichts zu tun, außer zum Strand zu gehen.
Ich konnte mich darüber aber nur bedingt freuen, da ich noch ein Projekt für Computergrafik fertigstellen musste (das Rattenrennen). So habe ich jeden Morgen (bis ca. 15 Uhr) damit verbracht, mich vor meinen Laptop zu setzen und den Ratten irgendwas sinnvolles beizubringen. Ab 16 Uhr, wenn die "über 30 Grad Hitze" sich einigermaßen gelegt hatte, bin ich mit meiner Familie zum Strand gegangen (ohne mich sind sie natürlich auch schon morgens gegangen).
Mein Ziel war es, die Ratten bis zum Ende der Woche fertig zu kriegen, aber so ganz hat es nicht funktioniert. Immerhin hatte ich einige Fortschritte gemacht.
Am Freitagnachmittag wurde es Zeit, Nerja zu verlassen. Die Vermieterin kam - wie für Spanien üblich - etwas später. Und wie für Spanien üblich, gab sie uns direkt die volle Kaution zurück, ohne sich auch nur einmal in der Wohnung umzusehen!
Wir nahmen den Bus nach Málaga. Ich habe meiner Fam den Bus zum Flughafen gezeigt und musste auch schon direkt meinen Bus zurück in das gute alte Granada nehmen.
Insgesamt hat die Reise meinen Eltern gut gefallen und ich glaube sogar mein Bruder fand es schön.
In Granada angekommen, musste ich feststellen, dass weder ein Tapastreffen noch ein "Fußballgucktreffen" geplant war (irgendwie wollte keiner Kroation gegen die Türkei sehen - ich frage mich, wo Sadi war ...). Ich konnte nur Rabea erreichen und sie schlug vor, vor der Geburtstagsparty eines Spaniers um 23 Uhr (also war doch was für den Abend geplant!) in den Garcia Lorca Park zu gehen - zu einem kostenlosen Open-Air-Konzert (aber keine Ahnung wie die Spanierin hieß, die da gesungen hat - war aber gut!).
Um 23 Uhr haben wir uns alle zur Geburtstagsfeier von Juan getroffen (ein Spanier, den ich erst vor Kurzem bei den Polinnen kennengelernt hatte). Er hat uns zuerst in eine 1-Euro-Tapasbar mitgeschleppt, die aber gar nicht so toll war (zu kleine Getränke und mittelmäßige Tapas). Danach ging es durch die halbe Stadt in eine "Nicht-Tapasbar" und schließlich in die Disko Granada-10. Warum 10? Soviel hat der Eintritt in Euro gekostet ... Normalerweise hätte ich das nicht bezahlt, aber da uns Juan wegen seinem Geburtstag auf eine Menge Getränke einladen wollte ... (er hatte 3 Flaschen Rum reserviert gehabt). Und so gab es eine Copa nach der anderen und eigentlich wollte keiner mehr von uns trinken (Notiz an dieser Stelle für später: eine leckere Copa ist Malibu mit O-Saft)... Um 5 Uhr hatten Markus und ich keine Lust mehr, ständig mit Alkohol bequatscht zu werden und da es sowieso schon "früh" war, sind wir heim (falls Markus im Blog noch nicht vorkam: Ihn habe ich durch Christoph am Anfang der EM kennengelernt).
Ich konnte mich darüber aber nur bedingt freuen, da ich noch ein Projekt für Computergrafik fertigstellen musste (das Rattenrennen). So habe ich jeden Morgen (bis ca. 15 Uhr) damit verbracht, mich vor meinen Laptop zu setzen und den Ratten irgendwas sinnvolles beizubringen. Ab 16 Uhr, wenn die "über 30 Grad Hitze" sich einigermaßen gelegt hatte, bin ich mit meiner Familie zum Strand gegangen (ohne mich sind sie natürlich auch schon morgens gegangen).
Mein Ziel war es, die Ratten bis zum Ende der Woche fertig zu kriegen, aber so ganz hat es nicht funktioniert. Immerhin hatte ich einige Fortschritte gemacht.
Am Freitagnachmittag wurde es Zeit, Nerja zu verlassen. Die Vermieterin kam - wie für Spanien üblich - etwas später. Und wie für Spanien üblich, gab sie uns direkt die volle Kaution zurück, ohne sich auch nur einmal in der Wohnung umzusehen!
Wir nahmen den Bus nach Málaga. Ich habe meiner Fam den Bus zum Flughafen gezeigt und musste auch schon direkt meinen Bus zurück in das gute alte Granada nehmen.
Insgesamt hat die Reise meinen Eltern gut gefallen und ich glaube sogar mein Bruder fand es schön.
In Granada angekommen, musste ich feststellen, dass weder ein Tapastreffen noch ein "Fußballgucktreffen" geplant war (irgendwie wollte keiner Kroation gegen die Türkei sehen - ich frage mich, wo Sadi war ...). Ich konnte nur Rabea erreichen und sie schlug vor, vor der Geburtstagsparty eines Spaniers um 23 Uhr (also war doch was für den Abend geplant!) in den Garcia Lorca Park zu gehen - zu einem kostenlosen Open-Air-Konzert (aber keine Ahnung wie die Spanierin hieß, die da gesungen hat - war aber gut!).
Um 23 Uhr haben wir uns alle zur Geburtstagsfeier von Juan getroffen (ein Spanier, den ich erst vor Kurzem bei den Polinnen kennengelernt hatte). Er hat uns zuerst in eine 1-Euro-Tapasbar mitgeschleppt, die aber gar nicht so toll war (zu kleine Getränke und mittelmäßige Tapas). Danach ging es durch die halbe Stadt in eine "Nicht-Tapasbar" und schließlich in die Disko Granada-10. Warum 10? Soviel hat der Eintritt in Euro gekostet ... Normalerweise hätte ich das nicht bezahlt, aber da uns Juan wegen seinem Geburtstag auf eine Menge Getränke einladen wollte ... (er hatte 3 Flaschen Rum reserviert gehabt). Und so gab es eine Copa nach der anderen und eigentlich wollte keiner mehr von uns trinken (Notiz an dieser Stelle für später: eine leckere Copa ist Malibu mit O-Saft)... Um 5 Uhr hatten Markus und ich keine Lust mehr, ständig mit Alkohol bequatscht zu werden und da es sowieso schon "früh" war, sind wir heim (falls Markus im Blog noch nicht vorkam: Ihn habe ich durch Christoph am Anfang der EM kennengelernt).
Dienstag, 17. Juni 2008
Zweite Klausur und erster Abschied
Am Freitag (13.06) bin ich mit meinen Eltern nach Nerja gefahren. Unser Apartment war total super! 2 Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche, Bad und ein Innenhof. Dieser war durch eine hohe Mauer von den Innenhof der Nachbarfamilie getrennt - einer spanischen Familie. Was leider auch bedeutet, dass es immer SEHR LAUT war, sobald sie in ihrem Hof waren (die Spanier reden nicht, sie schreien!).
Ich bin aber gar nicht lange in Nerja geblieben, schon am Samstag ging es für mich zurück nach Granada, um weiter für die zweite Klausur zu lernen. Das Lernen bestand hier im wesentlichen aus dem Durchlesen des 230 Seiten langen Skriptes (von dem die letzten 90 Seiten erst im Laufe der letzten Woche vor der Klausur online gestellt wurden).
Am Samstagabend sollten wir uns alle zum Grillen treffen. Alle meint wirklich alle, denn irgendjemand, den keiner von uns kannte, hat an alle Freunde eine Einladung geschickt, mit der Bitte, die Einladung an alle Freunde weiterzuleiten. Einige von uns bekamen diese e-mail, andere wurden bei Facebook dazu eingeladen. Und so gab es auf einem entlegenen Grillort, 40 Minuten Fußweg hinter der Alhambra ein Treffen von so ziemlich allen Erasmusstudenten in Granada, die nicht gerade am Strand waren.
Leider wurde zumindest für uns nichts aus dem Grillen, da in den Geschäften wegen dem anhaltenden Streik kein Fleisch zu kaufen war. Wir haben stattdessen Surimi und Döner gekauft (und natürlich etwas zu trinken). Eins kann ich sagen: Gegrilltes Surimi schmeckt nicht (der Döner war aber super!).
Am Sonntag ging das Skriptlesen munter weiter und am Montag kam schließlich die Klausur. Im Nachhinein war sie gar nicht mal so schwer, aber nach meinem Gefühl habe ich nicht mehr als 40 Prozent geschafft - und diese auch nur mit Glück. Aber alles kein Problem, da wir sowieso nur 25% brauchen. Wir durften übrigens das Skript benutzen, weil der Prof meinte: "Das alles kann kein Mensch wissen!".
Am Abend nach der Klausur kam auch schon die erste Abschiedsfeier: Unser polnischen Erasmuskolleginnen mussten Granada leider schon verlassen. Ihr Weg führte sie nach Marbella, um dort noch zwei Monate zu arbeiten, bevor es wieder nach Hause geht.
Die Feier bei ihnen war wie immer super und die Disko danach ebenfalls. Auf dem Heimweg wurden aber alle ziemlich traurig und die Polinnen wollten, dass wir versprechen, sie in Marbella zu besuchen. Ich bin auf jeden Fall dabei.
Ich bin aber gar nicht lange in Nerja geblieben, schon am Samstag ging es für mich zurück nach Granada, um weiter für die zweite Klausur zu lernen. Das Lernen bestand hier im wesentlichen aus dem Durchlesen des 230 Seiten langen Skriptes (von dem die letzten 90 Seiten erst im Laufe der letzten Woche vor der Klausur online gestellt wurden).
Am Samstagabend sollten wir uns alle zum Grillen treffen. Alle meint wirklich alle, denn irgendjemand, den keiner von uns kannte, hat an alle Freunde eine Einladung geschickt, mit der Bitte, die Einladung an alle Freunde weiterzuleiten. Einige von uns bekamen diese e-mail, andere wurden bei Facebook dazu eingeladen. Und so gab es auf einem entlegenen Grillort, 40 Minuten Fußweg hinter der Alhambra ein Treffen von so ziemlich allen Erasmusstudenten in Granada, die nicht gerade am Strand waren.
Leider wurde zumindest für uns nichts aus dem Grillen, da in den Geschäften wegen dem anhaltenden Streik kein Fleisch zu kaufen war. Wir haben stattdessen Surimi und Döner gekauft (und natürlich etwas zu trinken). Eins kann ich sagen: Gegrilltes Surimi schmeckt nicht (der Döner war aber super!).
Am Sonntag ging das Skriptlesen munter weiter und am Montag kam schließlich die Klausur. Im Nachhinein war sie gar nicht mal so schwer, aber nach meinem Gefühl habe ich nicht mehr als 40 Prozent geschafft - und diese auch nur mit Glück. Aber alles kein Problem, da wir sowieso nur 25% brauchen. Wir durften übrigens das Skript benutzen, weil der Prof meinte: "Das alles kann kein Mensch wissen!".
Am Abend nach der Klausur kam auch schon die erste Abschiedsfeier: Unser polnischen Erasmuskolleginnen mussten Granada leider schon verlassen. Ihr Weg führte sie nach Marbella, um dort noch zwei Monate zu arbeiten, bevor es wieder nach Hause geht.
Die Feier bei ihnen war wie immer super und die Disko danach ebenfalls. Auf dem Heimweg wurden aber alle ziemlich traurig und die Polinnen wollten, dass wir versprechen, sie in Marbella zu besuchen. Ich bin auf jeden Fall dabei.
Freitag, 13. Juni 2008
Erste Klausur und Granada mit Familie
Die Woche über war meine Familie in Granada. Morgens bis mittags habe ich was mit ihr unternommen (Alhambra war natürlich auch auf der TODO-Liste) und am nachmittag habe ich mich fleißig an meinen Lernstoff für die Kryptografieklausur begeben (im Grunde bestand das Lernen aus dem Lesen des 230 seitigen Skriptes).
Am Donnerstag (12.6.) kam auch die erste Klausur - aber nicht Krypto, sondern Computergrafik. Da es eine freiwillige Klausur zum Punktesammeln war, von der nicht das Erreichen des Scheines, sondern nur die Note abhängt, hatte ich ursprünglich nicht vor, daran teilzunehmen. Aber der Prof hat uns empfohlen, auf jeden Fall hinzugehen. Weil in meinem Zeitplan aber keine Lernzeit dafür vorgesehen war, habe ich gedacht, ich nutze diese einmalige Gelegenheit, um in eine Klausur zu gehen, ohne vorher auch nur ein Kleinigkeit dafür zu lernen (was sich auch viele Spanier gedacht haben, wie ich bei Gesprächen vor der Klausur rausfand). So bin ich also zur Uni und die Klausur war wirklich einfach.
Erste Aufgabe: Irgendeinen Begriff erklären, den ich nicht verstanden habe - ok, diese Aufgabe konnte ich nicht machen (- 2 Punkte)
Zweite: Unterschied zwischen Topologie und Geometrie (+ 2 Punkte)
Dritte: Rotation um beliebige Achse im Pseudocode implementieren (hat mich ein wenig Denkarbeit gekostet, aber ich konnte mich noch halbwegs an die Folien vom Prof. Müller erinnern: + 3 Punkte).
Vierte: OpenGL Stack erklären und die gegeben Transformationen an einem Kegel durchführen und das Ergebnis zeichnen (+ 3 Punkte).
Habe also insgesamt (potentiell) 8 von 10 Punkte in der Klausur (wird aber sicherlich ein paar kleinere Abzüge geben).
Ein paar weitere Neuigkeiten aus meiner Wohnung: Wir sind in der letzten Woche des Putzplans angekommen, ohne dass er jemals in Kraft trat, oder auch nur mit einem Namen ausgefüllt wurde. Die Wohnung verkommt unterdessen immer weiter. Heute früh war die Küche aber wieder total sauber - eigentlich immer der Moment, in dem ich mir was koche und es in eine Plastikdose stecke, um später davon zu essen. Aber da ich heute mit meiner Familie nach Nerja fahren würde sich das nicht lohnen.
Wir haben übrigens jetzt einen zweiten Hund in der Wohnung (einen Welpen). Letzten Sonntag hieß es, dass der Hund nur für 2 Tage da ist. Jetzt sind es schon 6 - naja, solange ich nicht hinter ihm putzen muss und er nicht in mein Zimmer kommt, ist mir das egal. (Aber als meine Eltern und mein Bruder am Sonntag meine Wohnung besichtigt haben, lag direkt mal ein Hundehaufen im Bad ...).
Außerdem hat sich der Vermieter bei Estella gemeldet (sie ist die offizielle Mieterin der Wohnung und wir sind alle Untermieter). Sie möge doch bitte die Stromabrechnungen der letzten 8 Monate zahlen und ihr auch die Rechnungen gegeben. Sie hatte scheinbar im Mietvertrag überlesen, dass der Strompreis nicht in der Miete enthalten ist. Trotzdem hätte sich der Vermieter früher melden sollen - wie soll sie dann eine Rechnung bezahlen, die er nicht an sie weiterreicht? Für mich könnte das noch die Konsequenz haben, dass ich meinen Anteil (ein Viertel) rückwirkend bis Februar zahlen muss. Das wäre sehr ätzend, denn die Wohnung war als "alles inklusive" ausgeschriebe - Estellas Fehler, aber die Bedingung unter der ich hier Mieter bin. Aber vielleicht kommt es gar nicht dazu: Die anderen Mitbewohner haben sich beraten und meinten, dass wir nur die letzte Rechnung zahlen (März-April). Paar Tage später als ich nochmal nachgefragt habe, was denn damit ist, hieß es: Wir müssen uns nochmal alle zusammensetzen und darüber beraten. Und das kennen wir ja schon vom Putzplan - sowas kommt nie zu Stande ... Ich werde auf jeden Fall nicht mehr nachfragen und gucken, wie es weitergeht.
Übrigens habe ich auch rausgefunden, warum am Sonntag viel auf der Tankstell los war: Wegen dem Streik! In den Lebensmittelmärkten gab es eine richtige Ebbe in dieser Woche. So viele leere Regale in einem Laden habe ich ewig nicht mehr gesehen ...
Am Donnerstag (12.6.) kam auch die erste Klausur - aber nicht Krypto, sondern Computergrafik. Da es eine freiwillige Klausur zum Punktesammeln war, von der nicht das Erreichen des Scheines, sondern nur die Note abhängt, hatte ich ursprünglich nicht vor, daran teilzunehmen. Aber der Prof hat uns empfohlen, auf jeden Fall hinzugehen. Weil in meinem Zeitplan aber keine Lernzeit dafür vorgesehen war, habe ich gedacht, ich nutze diese einmalige Gelegenheit, um in eine Klausur zu gehen, ohne vorher auch nur ein Kleinigkeit dafür zu lernen (was sich auch viele Spanier gedacht haben, wie ich bei Gesprächen vor der Klausur rausfand). So bin ich also zur Uni und die Klausur war wirklich einfach.
Erste Aufgabe: Irgendeinen Begriff erklären, den ich nicht verstanden habe - ok, diese Aufgabe konnte ich nicht machen (- 2 Punkte)
Zweite: Unterschied zwischen Topologie und Geometrie (+ 2 Punkte)
Dritte: Rotation um beliebige Achse im Pseudocode implementieren (hat mich ein wenig Denkarbeit gekostet, aber ich konnte mich noch halbwegs an die Folien vom Prof. Müller erinnern: + 3 Punkte).
Vierte: OpenGL Stack erklären und die gegeben Transformationen an einem Kegel durchführen und das Ergebnis zeichnen (+ 3 Punkte).
Habe also insgesamt (potentiell) 8 von 10 Punkte in der Klausur (wird aber sicherlich ein paar kleinere Abzüge geben).
Ein paar weitere Neuigkeiten aus meiner Wohnung: Wir sind in der letzten Woche des Putzplans angekommen, ohne dass er jemals in Kraft trat, oder auch nur mit einem Namen ausgefüllt wurde. Die Wohnung verkommt unterdessen immer weiter. Heute früh war die Küche aber wieder total sauber - eigentlich immer der Moment, in dem ich mir was koche und es in eine Plastikdose stecke, um später davon zu essen. Aber da ich heute mit meiner Familie nach Nerja fahren würde sich das nicht lohnen.
Wir haben übrigens jetzt einen zweiten Hund in der Wohnung (einen Welpen). Letzten Sonntag hieß es, dass der Hund nur für 2 Tage da ist. Jetzt sind es schon 6 - naja, solange ich nicht hinter ihm putzen muss und er nicht in mein Zimmer kommt, ist mir das egal. (Aber als meine Eltern und mein Bruder am Sonntag meine Wohnung besichtigt haben, lag direkt mal ein Hundehaufen im Bad ...).
Außerdem hat sich der Vermieter bei Estella gemeldet (sie ist die offizielle Mieterin der Wohnung und wir sind alle Untermieter). Sie möge doch bitte die Stromabrechnungen der letzten 8 Monate zahlen und ihr auch die Rechnungen gegeben. Sie hatte scheinbar im Mietvertrag überlesen, dass der Strompreis nicht in der Miete enthalten ist. Trotzdem hätte sich der Vermieter früher melden sollen - wie soll sie dann eine Rechnung bezahlen, die er nicht an sie weiterreicht? Für mich könnte das noch die Konsequenz haben, dass ich meinen Anteil (ein Viertel) rückwirkend bis Februar zahlen muss. Das wäre sehr ätzend, denn die Wohnung war als "alles inklusive" ausgeschriebe - Estellas Fehler, aber die Bedingung unter der ich hier Mieter bin. Aber vielleicht kommt es gar nicht dazu: Die anderen Mitbewohner haben sich beraten und meinten, dass wir nur die letzte Rechnung zahlen (März-April). Paar Tage später als ich nochmal nachgefragt habe, was denn damit ist, hieß es: Wir müssen uns nochmal alle zusammensetzen und darüber beraten. Und das kennen wir ja schon vom Putzplan - sowas kommt nie zu Stande ... Ich werde auf jeden Fall nicht mehr nachfragen und gucken, wie es weitergeht.
Übrigens habe ich auch rausgefunden, warum am Sonntag viel auf der Tankstell los war: Wegen dem Streik! In den Lebensmittelmärkten gab es eine richtige Ebbe in dieser Woche. So viele leere Regale in einem Laden habe ich ewig nicht mehr gesehen ...
Montag, 9. Juni 2008
Feria de Puerto Real
Am 6. Juni (Freitag) war mein letzter Unitag. Bei der einzigen Veranstaltung (Softwaretechnik 3) ging es darum, den Profs. unser Programm vorzustellen. Es war sozusagen der Abschluss der Praktika in diesem Fach. Ich persönlich musste an diesem Tag nichts machen, die Spanier haben die Präsentation übernommen.
Von der Uni aus bin ich mit einem Mietwagen direkt nach Puerto Real (bei Cádiz) gefahren. Álvaro (der momentan an der Koblenzer Uni seine Masterarbeit schreibt) ist für eine Woche nach Hause gefahren, um seine Familie und die Feria zu besuchen. Zur Feria hatte er mich eingeladen. Die Busfahrt für mich wäre sehr teuer und vom Zeitplan sehr unbequem gewesen. Außerdem musste ich am Sonntag (8. Juni) meine Familie in Málaga am Flughafen abholen. Der Bus nach Puerto Real und zurück plus der Bus für alle vier von Málaga nach Granada wäre nur wenig billiger (aber viel unbequemer) als das Mietauto gewesen.
Ich kam am Freitagnachmittag in Puerto Real an. Álvaro hat mich seiner Familie vorgestellt und mir das Haus gezeigt (ist echt cool!). Wir haben gegessen und sind danach direkt zur Feria, wo wir uns mit seinen Freunden getroffen haben. Die Feria war richtig groß! Irgendwas wird in Koblenz falsch gemacht: Puerto Real ist ein kleines Städtchen mit etwa 30.000 Einwohnern und hat trotzdem eine größere und bessere Feria, als wir in Koblenz ...
Nach einem Rundgang über das Feriagelände sind wir an dem Auto von einem von Álvaros Freunden angekommen. Von dort aus haben wir uns mit selbsgemachten Rebujito bedient (das ist Weißwein mit Zitronenlimonade) und danach weiter die Feria angesehen. Abends haben wir ein paar Stunden Pause eingelegt und sind zum Duschen und Erholen nach Hause. Gegen 22 Uhr ging es aber wieder auf die Feria und zwar zum gemeinsamen Abendessen mit Álvaros Kirchengruppe (er betreut Jugendliche vor und nach der Kommunion). Wir haben alle Geld zusammengelegt und uns verschiede Teller mit Feriaessen gekauft (Fischstücke, Fleischspieße, gebratene Paprika, Kartoffeln ...). Nach dem Essen ging die Party auf der Feria weiter, aber nur bis etwa 2 Uhr. Ich war zu müde und Álvaro mochte es auf der Feria nicht, weil alles überfüllt war.
Am Samstagmorgen sind wir nach dem Frühstück nach Cádiz gefahren. Ich habe mir ein paar Postkarten gekauft und Álvaro hat mir seine Uni gezeigt. Seine Kumpels haben dort gerade eine Klausur geschrieben und wir haben das Ende abgewartet, damit Álvaro kurz mit ihnen reden konnte. Sie waren alle ganz überrascht ihn zu sehen, weil sie dachten er wäre in Deutschland.
Danach ging es wieder auf die Feria zum gemeinsamen Mittagessen mit Álvaros Familie. Dieses Mal gab es eine noch viel größere Bandbreite an typischem Feriaessen (es kam noch der typische spanische Schinken dazu, eine sehr leckere Suppe, von der ich den Namen vergessen habe, irgendwas Gazpacho ähnliches und noch viel mehr - die Paprika war zum Glück wieder dabei). Álvaros Familie hat alles bezahlt, inklusive Getränken. Die Jungendlichen (also auch wir) sind nach dem Essen los, um weiter zu feiern. Dabei haben wir irgendwann wieder Álvaros Familie getroffen und wurde wieder mit Rebujito und Gebäck aus der Bäckerei versorgt. Außerdem hat Álvaros Mutter für mich ein Feriaposter organisiert - das war total lieb!
Gegen 19 Uhr wurde es wieder Zeit, nach Hause zu gehen - für eine kurze Siesta und zum Duschen. Abends kam Álvaros Cousine mit ihrem Freund vorbei. Seine Eltern hatten ein super leckeres Abendessen gezaubert (mit vielen Meerestieren). Bis auf die Muscheln, die mir ungewohnt und komisch vorkamen, hätte ich von allem noch mehr essen können, bis ich geplatzt wäre (das Meer ist immer noch das leckerste Tier von allen!). Nach dem Essen und dem leckersten Flan, den ich jemals gegessen habe (hausgemacht von Álvaros Mutter), ging es wieder auf die Feria. Wir waren noch bis etwa 3 Uhr da, ich habe aber fast nichts mehr getrunken.
Um 6 Uhr morgens am Sonntag hieß es für uns alle aufstehen (ich musste fahren und Álvaros Familie hat mich verabschiedet). Wir haben gefrühstückt und sie sind mit ihrem Auto vorgefahren, um mir den besten Weg auf die Autobahn zu zeigen. Der Rest des Weges war danach kein Problem, weil Álvaro mir die Wegbeschreibung von einem Routenplaner ausgedruckt hatte.
Ich bin nach Süden in Richtung Algeciras und von dort aus an der Küste nach Málaga (habe auch einen Teil Bezahlautobahn ausprobiert - etwa 30 km für 3,95 Euro). Die Bezahlautobahn ging viel schneller, als die "Autobahn mit Kreisverkehren", aber ich hatte keine Lust noch mehr Geld auszugeben.
Gegen halb 10 war ich am Flughafen in Málaga angekommen und habe meine Eltern und meinen Bruder direkt gefunden. Ich habe mich gefreut sie endlich wieder zu sehen und sie sich auch. Auf der Fahrt nach Granada haben sie sich ständig über die Spanischen Eigenheiten gewundert, die sie so gesehen haben - für mich war alles schon normal.
In Granada hat uns unser Vermieter zum Apartment im Sacromonte gebracht, welches sich als Höhlenwohnung entpuppt hat (von außen aber wie ein normales Haus). Nach dem Abstellen der Koffer haben wir eine Tapaspause eingelegt und haben dann beschlossen irgedwohin zu fahren, weil ich noch bis zum nächsten Tag das Auto hatte. Das Ziel sollten die Wildwest-Filmstudios bei Tabernas in der Wüste von Almería sein (diesesmal die richtigen). Aber als wir kurz vor der Autobahnausfahrt von Tabernas waren, haben sich meine Eltern doch für das Meer entschieden und wir sind nach Almería durchgefahren. Während sie am Strand waren, habe ich die Gelegenheit genutzt, mit die Stadt nochmal genauer anzusehen, aber sie war am Sonntagnachmittag wie ausgestorben (und die historische Altstadt immer noch so schäbig, wie bei meinem ersten Besuch dort). Ich war nochmal auf der Alcazaba und konnte diesesmal sogar Fotos machen (letztes Mal ist dort meine DigiCam kaputt gegangen (siehe Blogeintrag: Berge, Wüste und Meer)).
Die Autobahn nach Almería war verdächtig leer. Ich habe beim Tanken gefragt, warum das so ist und bekam als Antwort, dass ja um Mitternacht der Streik anfängt und deswegen keiner mehr fährt. Ich wusste aber nicht, was für ein Streik das sein sollte und habe dem keine weitere Beachtung geschenkt.
Als wir wieder in Granada waren, habe ich meine Familie zuerst mit meiner Wohnung geschockt (mein Bruder sinngemäßes: "Jetzt weiß ich, warum du so viel am reisen bist..."). An der Tankstelle in Granada war seltsamerweise die Hölle los. Warum - das wusste ich noch nicht.
Bilanz für diesen Sonntag: Ich bin über 700 km gefahren und zwar von einem Ende Andalusiens ans andere (von Puerto Real an der Atlantikküste an die Mittelmeerküste nach Málaga, von dort aus nach Granada und ans andere Ende Andalusiens nach Almería).
Sonntagabend war das EM-Fußballspiel Deutschland gegen Polen (2:0). Ich habe mir das nicht angesehen, mich aber nach dem Spiel mit meinen Leuten zum Tapasessen getroffen (die Polinnen waren total traurig). Danach waren wir kurz im Bugaclub, aber die Musik war nicht so gut wie erwartet und ich bin recht schnell wieder nach Hause.
Von der Uni aus bin ich mit einem Mietwagen direkt nach Puerto Real (bei Cádiz) gefahren. Álvaro (der momentan an der Koblenzer Uni seine Masterarbeit schreibt) ist für eine Woche nach Hause gefahren, um seine Familie und die Feria zu besuchen. Zur Feria hatte er mich eingeladen. Die Busfahrt für mich wäre sehr teuer und vom Zeitplan sehr unbequem gewesen. Außerdem musste ich am Sonntag (8. Juni) meine Familie in Málaga am Flughafen abholen. Der Bus nach Puerto Real und zurück plus der Bus für alle vier von Málaga nach Granada wäre nur wenig billiger (aber viel unbequemer) als das Mietauto gewesen.
Ich kam am Freitagnachmittag in Puerto Real an. Álvaro hat mich seiner Familie vorgestellt und mir das Haus gezeigt (ist echt cool!). Wir haben gegessen und sind danach direkt zur Feria, wo wir uns mit seinen Freunden getroffen haben. Die Feria war richtig groß! Irgendwas wird in Koblenz falsch gemacht: Puerto Real ist ein kleines Städtchen mit etwa 30.000 Einwohnern und hat trotzdem eine größere und bessere Feria, als wir in Koblenz ...
Nach einem Rundgang über das Feriagelände sind wir an dem Auto von einem von Álvaros Freunden angekommen. Von dort aus haben wir uns mit selbsgemachten Rebujito bedient (das ist Weißwein mit Zitronenlimonade) und danach weiter die Feria angesehen. Abends haben wir ein paar Stunden Pause eingelegt und sind zum Duschen und Erholen nach Hause. Gegen 22 Uhr ging es aber wieder auf die Feria und zwar zum gemeinsamen Abendessen mit Álvaros Kirchengruppe (er betreut Jugendliche vor und nach der Kommunion). Wir haben alle Geld zusammengelegt und uns verschiede Teller mit Feriaessen gekauft (Fischstücke, Fleischspieße, gebratene Paprika, Kartoffeln ...). Nach dem Essen ging die Party auf der Feria weiter, aber nur bis etwa 2 Uhr. Ich war zu müde und Álvaro mochte es auf der Feria nicht, weil alles überfüllt war.
Am Samstagmorgen sind wir nach dem Frühstück nach Cádiz gefahren. Ich habe mir ein paar Postkarten gekauft und Álvaro hat mir seine Uni gezeigt. Seine Kumpels haben dort gerade eine Klausur geschrieben und wir haben das Ende abgewartet, damit Álvaro kurz mit ihnen reden konnte. Sie waren alle ganz überrascht ihn zu sehen, weil sie dachten er wäre in Deutschland.
Danach ging es wieder auf die Feria zum gemeinsamen Mittagessen mit Álvaros Familie. Dieses Mal gab es eine noch viel größere Bandbreite an typischem Feriaessen (es kam noch der typische spanische Schinken dazu, eine sehr leckere Suppe, von der ich den Namen vergessen habe, irgendwas Gazpacho ähnliches und noch viel mehr - die Paprika war zum Glück wieder dabei). Álvaros Familie hat alles bezahlt, inklusive Getränken. Die Jungendlichen (also auch wir) sind nach dem Essen los, um weiter zu feiern. Dabei haben wir irgendwann wieder Álvaros Familie getroffen und wurde wieder mit Rebujito und Gebäck aus der Bäckerei versorgt. Außerdem hat Álvaros Mutter für mich ein Feriaposter organisiert - das war total lieb!
Gegen 19 Uhr wurde es wieder Zeit, nach Hause zu gehen - für eine kurze Siesta und zum Duschen. Abends kam Álvaros Cousine mit ihrem Freund vorbei. Seine Eltern hatten ein super leckeres Abendessen gezaubert (mit vielen Meerestieren). Bis auf die Muscheln, die mir ungewohnt und komisch vorkamen, hätte ich von allem noch mehr essen können, bis ich geplatzt wäre (das Meer ist immer noch das leckerste Tier von allen!). Nach dem Essen und dem leckersten Flan, den ich jemals gegessen habe (hausgemacht von Álvaros Mutter), ging es wieder auf die Feria. Wir waren noch bis etwa 3 Uhr da, ich habe aber fast nichts mehr getrunken.
Um 6 Uhr morgens am Sonntag hieß es für uns alle aufstehen (ich musste fahren und Álvaros Familie hat mich verabschiedet). Wir haben gefrühstückt und sie sind mit ihrem Auto vorgefahren, um mir den besten Weg auf die Autobahn zu zeigen. Der Rest des Weges war danach kein Problem, weil Álvaro mir die Wegbeschreibung von einem Routenplaner ausgedruckt hatte.
Ich bin nach Süden in Richtung Algeciras und von dort aus an der Küste nach Málaga (habe auch einen Teil Bezahlautobahn ausprobiert - etwa 30 km für 3,95 Euro). Die Bezahlautobahn ging viel schneller, als die "Autobahn mit Kreisverkehren", aber ich hatte keine Lust noch mehr Geld auszugeben.
Gegen halb 10 war ich am Flughafen in Málaga angekommen und habe meine Eltern und meinen Bruder direkt gefunden. Ich habe mich gefreut sie endlich wieder zu sehen und sie sich auch. Auf der Fahrt nach Granada haben sie sich ständig über die Spanischen Eigenheiten gewundert, die sie so gesehen haben - für mich war alles schon normal.
In Granada hat uns unser Vermieter zum Apartment im Sacromonte gebracht, welches sich als Höhlenwohnung entpuppt hat (von außen aber wie ein normales Haus). Nach dem Abstellen der Koffer haben wir eine Tapaspause eingelegt und haben dann beschlossen irgedwohin zu fahren, weil ich noch bis zum nächsten Tag das Auto hatte. Das Ziel sollten die Wildwest-Filmstudios bei Tabernas in der Wüste von Almería sein (diesesmal die richtigen). Aber als wir kurz vor der Autobahnausfahrt von Tabernas waren, haben sich meine Eltern doch für das Meer entschieden und wir sind nach Almería durchgefahren. Während sie am Strand waren, habe ich die Gelegenheit genutzt, mit die Stadt nochmal genauer anzusehen, aber sie war am Sonntagnachmittag wie ausgestorben (und die historische Altstadt immer noch so schäbig, wie bei meinem ersten Besuch dort). Ich war nochmal auf der Alcazaba und konnte diesesmal sogar Fotos machen (letztes Mal ist dort meine DigiCam kaputt gegangen (siehe Blogeintrag: Berge, Wüste und Meer)).
Die Autobahn nach Almería war verdächtig leer. Ich habe beim Tanken gefragt, warum das so ist und bekam als Antwort, dass ja um Mitternacht der Streik anfängt und deswegen keiner mehr fährt. Ich wusste aber nicht, was für ein Streik das sein sollte und habe dem keine weitere Beachtung geschenkt.
Als wir wieder in Granada waren, habe ich meine Familie zuerst mit meiner Wohnung geschockt (mein Bruder sinngemäßes: "Jetzt weiß ich, warum du so viel am reisen bist..."). An der Tankstelle in Granada war seltsamerweise die Hölle los. Warum - das wusste ich noch nicht.
Bilanz für diesen Sonntag: Ich bin über 700 km gefahren und zwar von einem Ende Andalusiens ans andere (von Puerto Real an der Atlantikküste an die Mittelmeerküste nach Málaga, von dort aus nach Granada und ans andere Ende Andalusiens nach Almería).
Sonntagabend war das EM-Fußballspiel Deutschland gegen Polen (2:0). Ich habe mir das nicht angesehen, mich aber nach dem Spiel mit meinen Leuten zum Tapasessen getroffen (die Polinnen waren total traurig). Danach waren wir kurz im Bugaclub, aber die Musik war nicht so gut wie erwartet und ich bin recht schnell wieder nach Hause.
Donnerstag, 5. Juni 2008
Strandtour Nr. 1 - Costa {de la Luz, del Sol}
Endlich eine Strandtour! Der harte Reisekern (Anja, Julia, Rabea und ich) lässt die Heimatstadt Granada mal wieder hinter sich, um den Lernen für die Uni und dem mittelmäßigen Wetter zu entgehen.
Am Freitag, 30. Mai gegen 14 Uhr ging es los.
Mietwagen: Peugeout 308
Strecke: 820 km
Fahrer: ich
Erstes Reiseziel: Der Granadiner Aldi (Nord)!
Wie immer haben wir ein paar Nudeln und sonstige Grundnahrungsmittel wie Süßigkeiten eingekauft, um auf der langen Reise ein wenig Geld zu sparen (wir haben uns extra Hostels mit Küchen ausgesucht, um nicht irgendwo essen gehen zu müssen).
Nach dem Aldi ging es geradewegs nach Cádiz, eine Stadt mit - wie man bisweilen hört - 150 000 m Strand (also mehr Strandmeter als Einwohner). Leider kamen wir zu einer etwas ungüstigen Zeit an: Alle Parkplätze im Zentrum waren blockiert. Aber nach eingem Suchen konnten wir dann doch nichtallzuweitweg parken. Erstmal die Sachen ins Schneckenhostel gebracht und direkt raus, eine Strandrunde drehen (haben die gesamte Altstadt an der Küste umrundet)! Zwischen den ganzen seewärts (Atlantik) zugewandten Festungsanlangen haben wir auch noch den Sonnenuntergang sehen können! Als wir irgendwann wieder in Hostelnähe waren, haben wir beschlossen, dass es zu spät zum Kochen ist und stattdessen einen günstigen Riesenburger gegessen.
Am nächsten Tag - Samstag - stand erstmal eine Stadterkundung auf dem Programm. Wir mussten aber schnell feststellen, dass es in Cádiz außer der Küste nicht wirklich viel zu sehen gibt. Wir sind die Kathedrale rein, haben aber nicht bezahlt. Vom Eingangspunkt konnte man schon genug sehen, um sich den Eintrittspreis zu sparen. Stattdessen haben wir den Westturm der Kathedrale besucht - von dort oben hat man einen Superausblick über die gesamte Stadt! War richtig super! Danach hatten wir noch einen kurzen Stadtbummel, einen sehr kurzen Besuch im halbausgegrabenen Amphitheater und in einem Stadtpark. Weil der Tag noch relativ jung war, haben wir uns entschlossen, nach Jerez de la Frontera zu einem Besuch in einer Sherryproduktion zu fahren (Jerez ist eine der Sherry Hochburgen Spaniens - die anderen beiden sind nur wenige Kilometer entfernt). Während der Wartezeit auf den Bus haben wir uns ein paar Plätze in Cádiz angesehen und sind dann voller Sherrydurst nach Jerez aufgebrochen. Nach einem kurzen Stadtrundgang (bei dem uns klar wurde, dass Jerez nicht all zuviel zu bieten hat), sind wir zur Bodega von "Gonzales Byass" (einer der drei größten) zur Führung gegangen. Uns wurde gezeigt, wo und wie der Wein/Jerry gemacht wird und am Ende gab es dann endlich auch was zum trinken. Jeder Tisch hat eine Flasche "Tio Pepe" bekommen und jede Person ein Glas "Croft" (der zweite war viel süßer). Unser Nebentisch hat uns auch noch die halbe Flasche geschenkt, sodass wir 4 genug "Traubensaft" an dem Tag getrunken hatten. In Cádiz waren wir leider nicht mehr rechtzeitig zum Sonnenuntergang zurück - haben dafür im Dunkeln einen Spaziergang zum Strand außerhalb des historischen Zentrums gemacht. Zum Kochen war es an diesem Abend wieder zu spät und so haben wir wieder diese dicken, günstigen Burger gegessen.
Am nächsten Morgen (Sonntag) sind wir früh aus Cádiz aufgebrochen. Unser erster Halt war direkt hinter der Stadtgrenze am Sandstrand der Atlantikküste. Das Wasser war relativ angenehm - wir waren aber trotzdem nur mit den Füßen drin. Von Cádiz aus sind wir nach Süden, die Costa de la luz entlanggefahren. Vorbei an den Touristensiedlungen Novo Sancti Petri, Roche und den beiden Conils (Puerto de ... und ... de la Frontera). Zwischendurch haben wir immer wieder gehalten, um die Aussicht zu genießen oder unsere Füße ins Wasser zu stecken. In El Palmar (sofern ich mich richtig erinnere) haben wir sogar etwa eine Stunde am Strand verbracht. Dort gibt es im Sand total viele, riesige Muscheln - soetwas habe ich noch nie an einem Strand gesehen - eine Riesenmuschel nach der anderen! Ein paar Kilometer weiter haben wir uns den Kap Trafalgar angesehen und den restlichen Sonnennachmittag am Strand zwischen dem Kap und Caños de Meca verbracht, wo ich dann zum ersten Mal im Atlantik geschwommen bin (übrigens ein wunderbarer Strand, wirklich empfehlenswert!) (ich habe noch 1kg Sand davon hier - wenn jemand was davon haben will, Bescheid sagen, sonst lasse ich den Sandsack hier ;-) ). Als die Sonne nicht mehr ganz so warm war, haben wir den Strand verlassen. Auf dem Weg nach Tarifa haben wir einen Zwischenstopp in Barbate eingelegt und dort auf der Feria gegessen. Gegen 22 Uhr waren wir nach ein paar Abenteuern mit der spanischen Straßenbeschilderung endlich in Tarifa angekommen und konnten unser Hostelzimmer beziehen. Ein nächtlicher Stadtrundgang war vor dem Schlafen aber noch drin.
Am Montagmorgen haben wir uns die Stadt nochmal im Hellen angesehen und sind bis zum südlichsten Punkt des europäischen Festlandes gegangen, der für Zivilisten noch zugänglich ist (die weitern ca. 300 Meter sind militärische Sperrzone - wahrscheinlich, weil dieser Teil der Straße von Gibraltar am nächsten an Afrika ist). Außerdem cool: eine dünne Landzunge, wo auf der einen Seite der Atlantik und auf der anderen das Mittelmeer ist - eine der besten Attraktionen in Tarifa *g*.
Danach haben wir unsere Gruppe geteilt: Anja und ich sind zum Delphine- und Walebeobachten rausgefahren, während Rabea und Julia die Stadt (oder den Strand) weiter erkundet haben.
Das Schiffchen ist relativ flott auf das Meer rausgefahren und kam ziemlich nah an Afrika dran (wir konnten einzelne Bergstraßen erkennen). An Tieren haben wir zwei verschiedene Delfinsorten gesehen und Pilotwale (etwa zweimal so groß wie Delfine). Außerdem noch einen Mondfisch (oder Kissenfisch ???), der gar nicht im Programm vorgesehen war. Danach waren wir alle zusammen in einer günstigen Brötchenbar essen, wo man sich die Zutaten selber aussuchen durfte (aus einer riesige Palette). Nach dem Essen sind wir direkt weiter gefahren, an der Costa del Sol entlang in Richtung Marbella. Auf dem Weg gab es ein paar schöne Aussichtspunkte, von denen aus man Afrika und den Felsen von Gibraltar super sehen konnte. In Estepona haben wir nochmal einen Badestopp eingelegt - aber dieser Strand konnte nicht mehr mit dem vom Kap Trafalgar mithalten.
Kurz vor Sonnenuntergang sind wir in Puerto Banúz angekommen. Ein Vorort (eher "Vorhafen") von Marbella, wo die ganzen reichen Leute ihre Yachten abstellen. Da waren auch wirklich ein paar schicke Dinger dabei. Einige waren fast schon Schiffe und andere waren dicke Schnellboote. Die Läden entlang des Hafens waren auch (fast) alle super teuer: Irgendwelche hässlichen Kleider, Hemden und Handtaschen für um die 1000 Euro. In den Straßen um den Hafen: Schwarze Schwarzverkäufer, die einem "echte" Rolexuhren und Markensachen für ein paar Euro verkaufen (da haben die "Reichen" also ihre Sachen her *g*).
Als wir in Marbella ankamen, war es dunkel und spät. Also wieder keine Nudeln kochen. Uns wurde ein günstiges Pizzarestaurant empfohlen, wo wir zu Abend gegessen haben.
Am Dienstag wurde es Zeit so langsam an die Rückkehr nach Granada zu denken. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt und zum Strand sind wir wieder ins Auto gestiegen und haben unsere Fahrt an der Costa del Sol fortgesetzt. Zwischendrin haben wir immer wieder gehalten, aber die Aussichten waren hier nicht mehr so schön: Die Costa del Sol ist eher ein riesiger, aus Hotels bestehender Betonklotz. Kurz nach der Provinzgrenze zu Granada haben wir eine versteckte, kleine, enge, steil hinabführende Straße gefunden, die uns zu einer verborgegen Bucht führte. Auch wenn die Bucht recht klein war, gab es hier gleich zwei Restaurants. Wir haben ein Eis gegessen - als Strandtourabschluss und haben uns wieder auf den Weg nach Granada gemacht. In der Stadt kamen wir um 14:15 an - das Auto sollten wir aber um 14 Uhr zurückgeben. Und so hatte der Laden schon für die Siesta dichtgemacht (es war aber kein Problem, das Auto erst um 17 Uhr abzugeben).
Die Rückkehr nach Granada bedeutete, die Rückkehr in die letzte Uniwoche. Am Dienstag gab es die letzte Praxisstunde zu Criptográfia, am Mittwoch zu Informática Gráfica. Auch am Mittwoch: Die letzte Cripto-Vorlesung. Der Prof hat uns gefragt, ob wir noch Fragen haben. Danach hat er uns auf einen Kaffee in die Cafeteria eingeladen (wir waren insgesamt fünf in der Vorlesung: 2 Spanier, Sadi, Christoph und ich - die Spanier sind nicht mitgekommen).
Abends waren wir in der Stadt bei einem Filmfestival. Hier wurden draußen gratis Filme "aus dem Süden" gezeigt (aus Richtung Iran, Indonesien ...). War nicht schlecht, mal nicht so ein typisches Hollywoodgewäsch.
Nach dem Film bin ich mit Christoph in eine Bar gegangen (gegenüber von unserer Lieblingschupiteria), um seinen ersten Schein zu feiern. In dieser Bar gab es zu jedem Bier einen gratis Chupito - cool!
(Die Präsentation meines Partikelsystems ist übrigens gut gelaufen. Der Prof war zufrieden, hat aber scherzhaft gemeint, dass ich für meine Folien auf Spanisch durchgefallen wäre.)
Am Freitag, 30. Mai gegen 14 Uhr ging es los.
Mietwagen: Peugeout 308
Strecke: 820 km
Fahrer: ich
Erstes Reiseziel: Der Granadiner Aldi (Nord)!
Wie immer haben wir ein paar Nudeln und sonstige Grundnahrungsmittel wie Süßigkeiten eingekauft, um auf der langen Reise ein wenig Geld zu sparen (wir haben uns extra Hostels mit Küchen ausgesucht, um nicht irgendwo essen gehen zu müssen).
Nach dem Aldi ging es geradewegs nach Cádiz, eine Stadt mit - wie man bisweilen hört - 150 000 m Strand (also mehr Strandmeter als Einwohner). Leider kamen wir zu einer etwas ungüstigen Zeit an: Alle Parkplätze im Zentrum waren blockiert. Aber nach eingem Suchen konnten wir dann doch nichtallzuweitweg parken. Erstmal die Sachen ins Schneckenhostel gebracht und direkt raus, eine Strandrunde drehen (haben die gesamte Altstadt an der Küste umrundet)! Zwischen den ganzen seewärts (Atlantik) zugewandten Festungsanlangen haben wir auch noch den Sonnenuntergang sehen können! Als wir irgendwann wieder in Hostelnähe waren, haben wir beschlossen, dass es zu spät zum Kochen ist und stattdessen einen günstigen Riesenburger gegessen.
Am nächsten Tag - Samstag - stand erstmal eine Stadterkundung auf dem Programm. Wir mussten aber schnell feststellen, dass es in Cádiz außer der Küste nicht wirklich viel zu sehen gibt. Wir sind die Kathedrale rein, haben aber nicht bezahlt. Vom Eingangspunkt konnte man schon genug sehen, um sich den Eintrittspreis zu sparen. Stattdessen haben wir den Westturm der Kathedrale besucht - von dort oben hat man einen Superausblick über die gesamte Stadt! War richtig super! Danach hatten wir noch einen kurzen Stadtbummel, einen sehr kurzen Besuch im halbausgegrabenen Amphitheater und in einem Stadtpark. Weil der Tag noch relativ jung war, haben wir uns entschlossen, nach Jerez de la Frontera zu einem Besuch in einer Sherryproduktion zu fahren (Jerez ist eine der Sherry Hochburgen Spaniens - die anderen beiden sind nur wenige Kilometer entfernt). Während der Wartezeit auf den Bus haben wir uns ein paar Plätze in Cádiz angesehen und sind dann voller Sherrydurst nach Jerez aufgebrochen. Nach einem kurzen Stadtrundgang (bei dem uns klar wurde, dass Jerez nicht all zuviel zu bieten hat), sind wir zur Bodega von "Gonzales Byass" (einer der drei größten) zur Führung gegangen. Uns wurde gezeigt, wo und wie der Wein/Jerry gemacht wird und am Ende gab es dann endlich auch was zum trinken. Jeder Tisch hat eine Flasche "Tio Pepe" bekommen und jede Person ein Glas "Croft" (der zweite war viel süßer). Unser Nebentisch hat uns auch noch die halbe Flasche geschenkt, sodass wir 4 genug "Traubensaft" an dem Tag getrunken hatten. In Cádiz waren wir leider nicht mehr rechtzeitig zum Sonnenuntergang zurück - haben dafür im Dunkeln einen Spaziergang zum Strand außerhalb des historischen Zentrums gemacht. Zum Kochen war es an diesem Abend wieder zu spät und so haben wir wieder diese dicken, günstigen Burger gegessen.
Am nächsten Morgen (Sonntag) sind wir früh aus Cádiz aufgebrochen. Unser erster Halt war direkt hinter der Stadtgrenze am Sandstrand der Atlantikküste. Das Wasser war relativ angenehm - wir waren aber trotzdem nur mit den Füßen drin. Von Cádiz aus sind wir nach Süden, die Costa de la luz entlanggefahren. Vorbei an den Touristensiedlungen Novo Sancti Petri, Roche und den beiden Conils (Puerto de ... und ... de la Frontera). Zwischendurch haben wir immer wieder gehalten, um die Aussicht zu genießen oder unsere Füße ins Wasser zu stecken. In El Palmar (sofern ich mich richtig erinnere) haben wir sogar etwa eine Stunde am Strand verbracht. Dort gibt es im Sand total viele, riesige Muscheln - soetwas habe ich noch nie an einem Strand gesehen - eine Riesenmuschel nach der anderen! Ein paar Kilometer weiter haben wir uns den Kap Trafalgar angesehen und den restlichen Sonnennachmittag am Strand zwischen dem Kap und Caños de Meca verbracht, wo ich dann zum ersten Mal im Atlantik geschwommen bin (übrigens ein wunderbarer Strand, wirklich empfehlenswert!) (ich habe noch 1kg Sand davon hier - wenn jemand was davon haben will, Bescheid sagen, sonst lasse ich den Sandsack hier ;-) ). Als die Sonne nicht mehr ganz so warm war, haben wir den Strand verlassen. Auf dem Weg nach Tarifa haben wir einen Zwischenstopp in Barbate eingelegt und dort auf der Feria gegessen. Gegen 22 Uhr waren wir nach ein paar Abenteuern mit der spanischen Straßenbeschilderung endlich in Tarifa angekommen und konnten unser Hostelzimmer beziehen. Ein nächtlicher Stadtrundgang war vor dem Schlafen aber noch drin.
Am Montagmorgen haben wir uns die Stadt nochmal im Hellen angesehen und sind bis zum südlichsten Punkt des europäischen Festlandes gegangen, der für Zivilisten noch zugänglich ist (die weitern ca. 300 Meter sind militärische Sperrzone - wahrscheinlich, weil dieser Teil der Straße von Gibraltar am nächsten an Afrika ist). Außerdem cool: eine dünne Landzunge, wo auf der einen Seite der Atlantik und auf der anderen das Mittelmeer ist - eine der besten Attraktionen in Tarifa *g*.
Danach haben wir unsere Gruppe geteilt: Anja und ich sind zum Delphine- und Walebeobachten rausgefahren, während Rabea und Julia die Stadt (oder den Strand) weiter erkundet haben.
Das Schiffchen ist relativ flott auf das Meer rausgefahren und kam ziemlich nah an Afrika dran (wir konnten einzelne Bergstraßen erkennen). An Tieren haben wir zwei verschiedene Delfinsorten gesehen und Pilotwale (etwa zweimal so groß wie Delfine). Außerdem noch einen Mondfisch (oder Kissenfisch ???), der gar nicht im Programm vorgesehen war. Danach waren wir alle zusammen in einer günstigen Brötchenbar essen, wo man sich die Zutaten selber aussuchen durfte (aus einer riesige Palette). Nach dem Essen sind wir direkt weiter gefahren, an der Costa del Sol entlang in Richtung Marbella. Auf dem Weg gab es ein paar schöne Aussichtspunkte, von denen aus man Afrika und den Felsen von Gibraltar super sehen konnte. In Estepona haben wir nochmal einen Badestopp eingelegt - aber dieser Strand konnte nicht mehr mit dem vom Kap Trafalgar mithalten.
Kurz vor Sonnenuntergang sind wir in Puerto Banúz angekommen. Ein Vorort (eher "Vorhafen") von Marbella, wo die ganzen reichen Leute ihre Yachten abstellen. Da waren auch wirklich ein paar schicke Dinger dabei. Einige waren fast schon Schiffe und andere waren dicke Schnellboote. Die Läden entlang des Hafens waren auch (fast) alle super teuer: Irgendwelche hässlichen Kleider, Hemden und Handtaschen für um die 1000 Euro. In den Straßen um den Hafen: Schwarze Schwarzverkäufer, die einem "echte" Rolexuhren und Markensachen für ein paar Euro verkaufen (da haben die "Reichen" also ihre Sachen her *g*).
Als wir in Marbella ankamen, war es dunkel und spät. Also wieder keine Nudeln kochen. Uns wurde ein günstiges Pizzarestaurant empfohlen, wo wir zu Abend gegessen haben.
Am Dienstag wurde es Zeit so langsam an die Rückkehr nach Granada zu denken. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt und zum Strand sind wir wieder ins Auto gestiegen und haben unsere Fahrt an der Costa del Sol fortgesetzt. Zwischendrin haben wir immer wieder gehalten, aber die Aussichten waren hier nicht mehr so schön: Die Costa del Sol ist eher ein riesiger, aus Hotels bestehender Betonklotz. Kurz nach der Provinzgrenze zu Granada haben wir eine versteckte, kleine, enge, steil hinabführende Straße gefunden, die uns zu einer verborgegen Bucht führte. Auch wenn die Bucht recht klein war, gab es hier gleich zwei Restaurants. Wir haben ein Eis gegessen - als Strandtourabschluss und haben uns wieder auf den Weg nach Granada gemacht. In der Stadt kamen wir um 14:15 an - das Auto sollten wir aber um 14 Uhr zurückgeben. Und so hatte der Laden schon für die Siesta dichtgemacht (es war aber kein Problem, das Auto erst um 17 Uhr abzugeben).
Die Rückkehr nach Granada bedeutete, die Rückkehr in die letzte Uniwoche. Am Dienstag gab es die letzte Praxisstunde zu Criptográfia, am Mittwoch zu Informática Gráfica. Auch am Mittwoch: Die letzte Cripto-Vorlesung. Der Prof hat uns gefragt, ob wir noch Fragen haben. Danach hat er uns auf einen Kaffee in die Cafeteria eingeladen (wir waren insgesamt fünf in der Vorlesung: 2 Spanier, Sadi, Christoph und ich - die Spanier sind nicht mitgekommen).
Abends waren wir in der Stadt bei einem Filmfestival. Hier wurden draußen gratis Filme "aus dem Süden" gezeigt (aus Richtung Iran, Indonesien ...). War nicht schlecht, mal nicht so ein typisches Hollywoodgewäsch.
Nach dem Film bin ich mit Christoph in eine Bar gegangen (gegenüber von unserer Lieblingschupiteria), um seinen ersten Schein zu feiern. In dieser Bar gab es zu jedem Bier einen gratis Chupito - cool!
(Die Präsentation meines Partikelsystems ist übrigens gut gelaufen. Der Prof war zufrieden, hat aber scherzhaft gemeint, dass ich für meine Folien auf Spanisch durchgefallen wäre.)
Abonnieren
Posts (Atom)