Sonntag, 27. April 2008

Wandern in den Cahorros und Sonstiges

Heute hat das Centro de Lenguas Modernas (wo unser Spanischkurs stattfindet) eine Wanderung am Rande der Sierra Nevada veranstaltet. Wir sind im Dorf Monachil (ziemlich nah an Granada) gestartet. Kurz hinter dem Dorf haben wir unreife Mandeln vom Baum gegessen. Die Frucht schmeckt sehr wässrig, die Schale sauer.
Die erste Stunde ging es steil hinauf in die Berge. Danach wurde die Aussicht besser und der Weg leichter. Der Pfad war zwar meistens sehr eng, aber dafür nicht mehr steil. Als wir dann am Fluß ankamen, wurde es aber etwas komplizierter. Wir mussten uns an Felswänden entlangquetschen. Hin und wieder ging es auch nur sitzend weiter.
Leider (?) haben wir während der ganzen Wanderung keine Stiere gesehen. Unser Reiseführer hatte gemeint, dass er beim letzten Mal 5 gesehen hätte. Er sagte, die tun einem nichts, wenn man Abstand hält und sie nicht ärgert (was beim letzten Mal bedeutet hatte, dass er mit seiner Gruppe 20 Minuten warten musste, bis die Stiere fertig gegessen hatten und den Weg freimachten).
Insgesamt war die Wanderung aber sehr gut. Zum Glück sind wir relativ früh gestartet und konnte der Hitze größtenteils entkommen (wir haben jetzt mittags um die 30°).

Sonst geht es mir immer noch gut hier. Aber langsam kommt der Unistreß, weil ich in letzter Zeit einem Kurs kaum Beachtung geschenkt habe. Aber das wird hoffentlich bald wieder ...
Letztens waren wir in einer "rundenbasierten" Tapasbar. Dort wählt man die Tapas nicht aus, sondern bekommt bestimmt Tapas zum ersten, zweiten usw. Getränk. Wir dachten, dass es nur 8 Runden gibt und haben uns vorgenommen, alle zu schaffen. Die anderen Gäste haben uns schon komisch angeguckt, als uns für uns die Runden 5, 6 und 7 ausgerufen wurden (normal sind vielleicht 3 oder höchstens 4, weil die Portionen groß sind). Die achte Runde haben wir sogar an den Tisch gebracht bekommen (normalerweise muss man sie an der Theke abholen). Wir haben gefragt, ob das die letzte Runde ist - aber das war sie leider nicht. Es gibt 66 (der Rekord liegt bisher bei 50 - das waren viele Leute während einer Geburtstagsfeier).
Sonst gehe ich ab und zu am Montagabend zu einem kostenlosen Salsakurs. Bisher hat es nicht viel gebracht, aber den Grundschritt kriege ich ab und zu hin :-)

Ich wohne immer noch mit meinen lauten und dreckigen Spaniern zusammen. Neuerdings haben wir ab und zu sogar Kakerlaken in der Wohnung, aber noch fühle ich mich von denen nicht belästigt. Ich habe mich gewundert, warum bei uns im Bad eine verbrauchte Klopapierrolle auf dem Boden steht, die mit einem Wannenstöpsel verschlossen ist. Aber hier steht Vieles einfach rum - da habe ich mir nicht viel bei gedacht. Vor zwei Tagen kam aber auf einmal ein Geräusch aus dieser Rolle und ein langer Fühler. Erst da habe ich verstanden, dass dort eine Kakerlake gefangen gehalten wird. Ob sie jetzt noch lebt, weiß ich nicht. Aber die Rolle steht immer noch verschlossen da ...

Diese Woche Dienstag war Jean-Paul zu Besuch in Granada. Er kommt aus Kanada und macht eine Europareise. Ich hatte ihn im Hostel kennengelernt, als ich noch neu in Granada war (siehe auch mein erstes Fotoalbum über die Alhambra). Wir haben zusammen Tapas gegessen und unsere Reisegeschichten ausgetauscht. War ganz lustig. Ich habe ihn abends zum Bahnhof begleitet und in der Straße am Bahnhof einen russischen Laden entdeckt. Aber irgendwie ist das Sortiment dort nicht so reichhaltig wie bei uns. Und es gibt nur eine einzige Kwassorte - diese schmeckt nicht überragend, aber man kann sie trotzdem trinken.

Freitag, 25. April 2008

Lissabon

Am vergangenen Wochenende waren wir in Lissabon. Wie es uns dahin verschlagen hat ist eine lustige Wettergeschichte. Ganz urprünglich wollten wir eine Strandtour machen, haben uns dann aber entschieden, diese bis zum wärmeren Wetter aufzusparen. Der zweite Plan war nach Sevilla, Huelva und die Algarve zu fahren, wobei wir einen ganzen Tag am Strand in Portugal verbringen wollten. Kurz vor unserer Reise wurde aber in Andalusien und in ganz Portugal schlechtes Wetter gemeldet (und Sevilla bei Regen hatten wir ja schon gesehen). Dann haben wir überlegt, nach Lissabon zu fahren. Aber da auch dort schlechtes Wetter sein sollte, hat einer aus unserem Planungteam nicht mehr mitfahren wolle und blieb lieber mit seiner Freundin in Granada (und damit viel das zweite Mietauto weg). Ein weiterer hat abgesagt, weil er noch zu viel für die Uni tun musste. So wurden aus 8 Personen nur 5 - aber jetzt passten wir wenigstens in ein einziges Auto (und eine Person davon spricht kein Deutsch, weswegen für das ganze Wochenende Spanisch Pflicht war (woran sich aber nicht alle gehalten haben - ich schon :-P )).
(Und wie sich später rausgestellt hat, hatte es in Granada die ganze Zeit geregnet. In Lissabon dagegen schien die meiste Zeit die Sonne und es gab nur sehr wenige Regenschauer - und nach 15 Minuten schien wieder die Sonne!)

Wir kamen Freitagabend in Lissabon an und mussten erstmal einen Parkplatz suchen. Vor einem Laden war auch was frei. Wir haben uns dahin gestellt und erstmal über die Schilder gerätselt, die dort hingen (wann und wie lange man parken kann). Freundlicherweise kam der Ladenbesitzer raus um uns zu helfen (ein Türke/Araber/Inder ?). Hat uns auch gleich auf Portugiesisch erklärt, was erlaubt war und was nicht. Aber für mich hatte sich das alles genau nach dem Gegenteil von dem angehört, was auf dem Schild stand, deswegen habe ich Anja gefragt, ob sie den Typen versteht. Sie hat es dann auf Deutsch erklärt, was der gesagt hatte. Aber sobald er hörte, dass wir Deutsch reden, wurde er direkt sauber, sagte auf Deutsch "Ihr seid nicht ganz richtig im Kopf" und ist wieder in den Laden rein. Wir standen verwirrt da und als er wieder rauskam, frage ich, ob er Deutsch spricht. Er sagte nur ganz wütend (aber auf Deutsch) "Nein" und ist weggegangen. Wir haben daraufhin beschlossen nicht vor seinem Laden zu parken (und auch nur über Umwege zu unserem Auto zu gehen, weil der uns noch lange hinterhergeguckt hat). Glücklicherweise haben wir aber schnell einen besseren Parkplatz gefunden und das auch noch direkt vor dem Hostel (welches übrigens total cool war!). Mehr haben wir an diesem Tag nicht gemacht - außer in der Hostelküche Nudeln kochen und essen.

Am Samstag sind wir zuerst ein wenig durch die Stadt gelaufen, um uns die Gegend um unser Hostel herum anzusehen (das Stadtzentrum). Nach ein paar Fotos mit der Brücke des 25. April (sieht der Golden Gate Bridge sehr ähnlich), sind wir ins Castelo de Sao Jorge (im Grunde eine Alcazaba, wie wir sie schon vielfach aus Spanien kennen) gegangen. Danach stand noch die Kathedrale auf dem Programm. So weit hatte es allen noch Spaß gemacht. Danach folgte aber ein ewig langer Fußmarsch (die Stadtkarte hatte keinen Maßstab und wir dachten die ganze Zeit, wir wären an einer anderen Stelle) zum Aquädukt. Mir hat das nichts ausgemacht, aber einge Mädels waren total fertig. Von dort ging es dann noch längere Zeit zu einem Bahnhof, von wo wir in den Stadtteil Bélem fahren wollten. Im Bus hat uns aber ein Einheimischer den Weg zu einer Straßenbahnlinie erklärt, die wir dann auch genommen hatten.
Im Stadtteil Bélem haben wir uns das Mosteiro dos Jerónimos angesehen - sehr schön. In der dortigen Kirche findet man das Grab von Vasco da Gama (und noch einem anderen Seefahrer, den ich nicht kenne: Luis vas de Camoes). Dann gab es noch mehr Fotos mit der Brücke 25-4 (diesmal von der anderen Seite), den Vasco da Gama Turm und die (angeblich) berühmten Küchlein einer (angeblich) berühmte Bäckerei - die aber wirklich lecker waren. Abendessen gab es in einem günstigen Restaurant (natürlich haben wir Fisch gegessen!).

Am Sonntag wollten wir zuerst ins Aquarium und zum EXPO-Gelände von 1998. Haben uns aber doch für das Städtchen Sintra entschieden. Es liegt relativ nah an Lissabon und hat 4 Schlösser/Burgen unterschiedlicher Typen. Wir haben uns eins davon angesehen (und die dazugehörigen Gärten). Durch ein Missverständnis hat sich unsere Gruppe dann in zwei Teile aufgespalten: 2 von uns sind zu einem weiteren Schloß und wir sind bei der Alcazaba gelandet. Da wir aber schon viele davon gesehen haben, wollten wir den Eintritt nicht zahlen und haben uns stattdessen die Stadt angesehen (und in einem - am Sonntag offenen - Supermarkt SEHR günstig eingekauft!). Um 17 Uhr waren unsere "Abtrünnigen" immer noch nicht wieder aufgetaucht (wir konnten sie mangels Guthaben bzw. in Portugal funktionierenden Handys nicht kontaktieren) und wir sind in den Bus nach Cabo da Roca gestiegen (erst als der Bus losfuhr, haben die beiden uns angerufen, aber für sie war es schon zu spät).
Cabo da Roca war super! Das ist der westlichste Punkt vom europäischen Kontinent! Der Blick von diesem Stück Fels war atemberaubend, genauso wie der blaue Atlantik und der sehr sehr starke Wind. Nach einer Stunde mussten wir auch schon weiter, weil der letzte Bus abfuhr (unsere "Abtrünnigen" kamen aber gerade erst da an). Wir sind wieter nach Cascais gefahren (die beiden anderen konnten mit den späteren Bussen nur noch zurück nach Sintra). In Cascais gab es dann eine Premiere für mich: Ich habe zum ersten Mal das Wasser eines Ozeans berührt! Von der Stadt haben wir aber nicht viel gesehen - aber was wir gesehen haben, war schön. Mit dem nächsten Zug sind wir zurück nach Lissabon gefahren, um noch die historische Straßenbahnlinie 28 in der Altstadt zu erwischen (im Zug haben wir eine Einheimische kennengelernt, die uns den Weg zur Straßenbahn gezeigt hat). Als Abendessen gab es die restlichen Nudeln vom Freitag.

Am Montag wollten wir uns kurz das Expogelände ansehen und dann nach Hause fahren, weil das Auto um 20 Uhr in Granada sein musste. Aber nach einem kurzen Gespräch mit der Autovermietung haben wir uns auf 9 Uhr am folgenden Tag geeinigt (ohne Aufpreis). Daher konnten wir nicht nur das Expogelände ansehen, sondern auch noch das Oceanarium (welches das zweitgrößte der Welt sein soll - kam mir aber klein vor). Aus der Stadt ging es raus über die 17 km lange Vasco da Gama Brücke. Mit vielen Stopps unterwegs (um die Landschaft zu fotografieren) ging es nach Granada, wo wir gegen 23 Uhr ankamen.

Mittwoch, 16. April 2008

Caitis Besuch, Alhambra und Málaga

Am Mittwoch (9. Apr) kam Caiti zu Besuch! Wir haben uns zusammen Granada angesehen und waren auch auf der Alhambra (für mich war das der erste richtige Besuch dort). Caiti hat es hier sehr gefallen und die Tapas mochte sie genauso wie ich (nächstes Mal erkunden wir neue Tapas-Bars)!
Sonntag und Montag haben wir in Málaga verbracht - auch eine wunderschöne Stadt und sogar mit Strand (wo es aber viel zu kalt zum Baden war - aber gut zum Picknicken). Hier war das Wetter besser als in Granada - die ganze Zeit Sonne und blauer Himmer (nur das Meer war noch blauer). Die Alcazaba in Málaga war sehr interessant und irgendwie anders, als in den Städten, wo ich bisher gewesen bin. Auch das Castillo de Gibralfaro war super. Zudem lag es hoch über der Stadt, von wo aus man einen super Ausblick hatte. Die Kathedrale von Málaga fand ich aber eher enttäuschend - oder besser gesagt: nicht Besonderes. Da hat Granada schon mehr gerockt: Die Kathedrale ist von innen komplett weiß, was ziemlich beeindruckend aussieht!

Sonntag, 6. April 2008

2. Monate in Granada

6. April - das bedeutet, dass ich schon seit zwei Monaten in Granada bin.
Mit der Sprache klappt es schon viel besser, aber frei sprechen kann ich natürlich immer noch nicht. Wir unterhalten uns unter Erasmen auch schon öfters auf Spanisch (vor allem wenn Leute dabei sind, die kein Deutsch können) - Englisch wird gemieden (außerdem habe ich alle meine Englischkenntnisse verloren - ich kann es verstehen, aber beim Sprechen kommen nur spanische Wörter raus).
Ich habe hier beschlossen einen Kurs zu streichen. Ich habe keine Lust, wie in Deutschland, ständig für die Uni arbeiten zu müssen - da hätte ich auch in Koblenz bleiben können. Neurocomputación fliegt raus: Professor sehr unsympatisch, Thema auf Spanisch schwer zu verstehen, Kurs macht überhaupt keinen Spaß, keine Lust die Aufgaben zu machen und vor allem: keine Lust auf eine weitere Gruppenarbeit, die ich vorantreiben soll (und das auch noch mit Matlab, was ich kaum kenne). Bleiben 3 Kurse und der Spanischkurs (die alle Spaß machen) - 20 SWS sind übrig, für ein Auslandssemester sogar fast zuviel, denn 1 SWS in Spanien = 1,333 SWS in Deutschland.

Noch was: Ich hätte es vorher nicht geglaubt, aber die Orangen schmecken hier wirklich viel besser als bei uns. Und es geht noch weiter: Orangen aus den Alpujarras schmecken noch 1000 Mal besser als die übrigen spanischen Orangen ...

Das Wetter war heute übrigens super (28° bei frischem, schwachen Wind - sehr angenehm). Nach dem Ausschlafen nach der gestrigen Disko war ich mit Christoph im Albayzin unterwegs. Wir sind auf den Berg zur alten Stadtmauer geklettert. Dort oben haben wir dann endlich echte Höhlenwohnungen gefunden, wie sie hier in Andalusien üblich sind (sie sahen aber total schäbig aus).
Abends waren wir auf einem kostenlosen Konzert von einer Gruppe, die die Musik vom Album "Origin of Symmetry" von Muse gespielt hat. Wir haben leider den Anfang verpasst aber es war trotzdem gut.

Samstag, 5. April 2008

Ronda

Am Samstag gab es eine Reise in das kleine Städtchen Ronda (in der Nähe von Málaga). Das Besondere an Ronda ist, dass die Altstadt auf einem Felsplateau liegt. Man hat also in alle Richtungen einen super Ausblick. Das und die Brücke, die vom Plateau in die "Neustadt" führt sind aber die größten Highlights. Sonst gibt es nicht viel zu sehen (daher hätte sich eine Reise nicht gelohnt, wenn sie nicht von dieser Erasmusgruppe organisiert und subventioniert worden wäre).
Wir waren noch in den arabischen Bädern (die waren noch interessant) aber die anderen Sachen, die wir mit unserem (in den Reisekosten inbegriffenen) Touripass ansehen konnten, waren nicht so interessant.
Insgesamt war die Stadt sehr schön, aber auf eigene Kosten hinfahren hätte sich von Granada aus kaum gelohnt (es sei denn, man wäre auch noch wegen anderen Orten in der Nähe hingefahren).
Nach der Fahrt waren wir mit ein paar Leuten in einer anderen Disko ("D'cuadro"). Die war auch gut (wenn auch nicht so, wie das "Camborio" letzte Woche - und außerdem noch teurer ...).