Am 6. Juni (Freitag) war mein letzter Unitag. Bei der einzigen Veranstaltung (Softwaretechnik 3) ging es darum, den Profs. unser Programm vorzustellen. Es war sozusagen der Abschluss der Praktika in diesem Fach. Ich persönlich musste an diesem Tag nichts machen, die Spanier haben die Präsentation übernommen.
Von der Uni aus bin ich mit einem Mietwagen direkt nach Puerto Real (bei Cádiz) gefahren. Álvaro (der momentan an der Koblenzer Uni seine Masterarbeit schreibt) ist für eine Woche nach Hause gefahren, um seine Familie und die Feria zu besuchen. Zur Feria hatte er mich eingeladen. Die Busfahrt für mich wäre sehr teuer und vom Zeitplan sehr unbequem gewesen. Außerdem musste ich am Sonntag (8. Juni) meine Familie in Málaga am Flughafen abholen. Der Bus nach Puerto Real und zurück plus der Bus für alle vier von Málaga nach Granada wäre nur wenig billiger (aber viel unbequemer) als das Mietauto gewesen.
Ich kam am Freitagnachmittag in Puerto Real an. Álvaro hat mich seiner Familie vorgestellt und mir das Haus gezeigt (ist echt cool!). Wir haben gegessen und sind danach direkt zur Feria, wo wir uns mit seinen Freunden getroffen haben. Die Feria war richtig groß! Irgendwas wird in Koblenz falsch gemacht: Puerto Real ist ein kleines Städtchen mit etwa 30.000 Einwohnern und hat trotzdem eine größere und bessere Feria, als wir in Koblenz ...
Nach einem Rundgang über das Feriagelände sind wir an dem Auto von einem von Álvaros Freunden angekommen. Von dort aus haben wir uns mit selbsgemachten Rebujito bedient (das ist Weißwein mit Zitronenlimonade) und danach weiter die Feria angesehen. Abends haben wir ein paar Stunden Pause eingelegt und sind zum Duschen und Erholen nach Hause. Gegen 22 Uhr ging es aber wieder auf die Feria und zwar zum gemeinsamen Abendessen mit Álvaros Kirchengruppe (er betreut Jugendliche vor und nach der Kommunion). Wir haben alle Geld zusammengelegt und uns verschiede Teller mit Feriaessen gekauft (Fischstücke, Fleischspieße, gebratene Paprika, Kartoffeln ...). Nach dem Essen ging die Party auf der Feria weiter, aber nur bis etwa 2 Uhr. Ich war zu müde und Álvaro mochte es auf der Feria nicht, weil alles überfüllt war.
Am Samstagmorgen sind wir nach dem Frühstück nach Cádiz gefahren. Ich habe mir ein paar Postkarten gekauft und Álvaro hat mir seine Uni gezeigt. Seine Kumpels haben dort gerade eine Klausur geschrieben und wir haben das Ende abgewartet, damit Álvaro kurz mit ihnen reden konnte. Sie waren alle ganz überrascht ihn zu sehen, weil sie dachten er wäre in Deutschland.
Danach ging es wieder auf die Feria zum gemeinsamen Mittagessen mit Álvaros Familie. Dieses Mal gab es eine noch viel größere Bandbreite an typischem Feriaessen (es kam noch der typische spanische Schinken dazu, eine sehr leckere Suppe, von der ich den Namen vergessen habe, irgendwas Gazpacho ähnliches und noch viel mehr - die Paprika war zum Glück wieder dabei). Álvaros Familie hat alles bezahlt, inklusive Getränken. Die Jungendlichen (also auch wir) sind nach dem Essen los, um weiter zu feiern. Dabei haben wir irgendwann wieder Álvaros Familie getroffen und wurde wieder mit Rebujito und Gebäck aus der Bäckerei versorgt. Außerdem hat Álvaros Mutter für mich ein Feriaposter organisiert - das war total lieb!
Gegen 19 Uhr wurde es wieder Zeit, nach Hause zu gehen - für eine kurze Siesta und zum Duschen. Abends kam Álvaros Cousine mit ihrem Freund vorbei. Seine Eltern hatten ein super leckeres Abendessen gezaubert (mit vielen Meerestieren). Bis auf die Muscheln, die mir ungewohnt und komisch vorkamen, hätte ich von allem noch mehr essen können, bis ich geplatzt wäre (das Meer ist immer noch das leckerste Tier von allen!). Nach dem Essen und dem leckersten Flan, den ich jemals gegessen habe (hausgemacht von Álvaros Mutter), ging es wieder auf die Feria. Wir waren noch bis etwa 3 Uhr da, ich habe aber fast nichts mehr getrunken.
Um 6 Uhr morgens am Sonntag hieß es für uns alle aufstehen (ich musste fahren und Álvaros Familie hat mich verabschiedet). Wir haben gefrühstückt und sie sind mit ihrem Auto vorgefahren, um mir den besten Weg auf die Autobahn zu zeigen. Der Rest des Weges war danach kein Problem, weil Álvaro mir die Wegbeschreibung von einem Routenplaner ausgedruckt hatte.
Ich bin nach Süden in Richtung Algeciras und von dort aus an der Küste nach Málaga (habe auch einen Teil Bezahlautobahn ausprobiert - etwa 30 km für 3,95 Euro). Die Bezahlautobahn ging viel schneller, als die "Autobahn mit Kreisverkehren", aber ich hatte keine Lust noch mehr Geld auszugeben.
Gegen halb 10 war ich am Flughafen in Málaga angekommen und habe meine Eltern und meinen Bruder direkt gefunden. Ich habe mich gefreut sie endlich wieder zu sehen und sie sich auch. Auf der Fahrt nach Granada haben sie sich ständig über die Spanischen Eigenheiten gewundert, die sie so gesehen haben - für mich war alles schon normal.
In Granada hat uns unser Vermieter zum Apartment im Sacromonte gebracht, welches sich als Höhlenwohnung entpuppt hat (von außen aber wie ein normales Haus). Nach dem Abstellen der Koffer haben wir eine Tapaspause eingelegt und haben dann beschlossen irgedwohin zu fahren, weil ich noch bis zum nächsten Tag das Auto hatte. Das Ziel sollten die Wildwest-Filmstudios bei Tabernas in der Wüste von Almería sein (diesesmal die richtigen). Aber als wir kurz vor der Autobahnausfahrt von Tabernas waren, haben sich meine Eltern doch für das Meer entschieden und wir sind nach Almería durchgefahren. Während sie am Strand waren, habe ich die Gelegenheit genutzt, mit die Stadt nochmal genauer anzusehen, aber sie war am Sonntagnachmittag wie ausgestorben (und die historische Altstadt immer noch so schäbig, wie bei meinem ersten Besuch dort). Ich war nochmal auf der Alcazaba und konnte diesesmal sogar Fotos machen (letztes Mal ist dort meine DigiCam kaputt gegangen (siehe Blogeintrag: Berge, Wüste und Meer)).
Die Autobahn nach Almería war verdächtig leer. Ich habe beim Tanken gefragt, warum das so ist und bekam als Antwort, dass ja um Mitternacht der Streik anfängt und deswegen keiner mehr fährt. Ich wusste aber nicht, was für ein Streik das sein sollte und habe dem keine weitere Beachtung geschenkt.
Als wir wieder in Granada waren, habe ich meine Familie zuerst mit meiner Wohnung geschockt (mein Bruder sinngemäßes: "Jetzt weiß ich, warum du so viel am reisen bist..."). An der Tankstelle in Granada war seltsamerweise die Hölle los. Warum - das wusste ich noch nicht.
Bilanz für diesen Sonntag: Ich bin über 700 km gefahren und zwar von einem Ende Andalusiens ans andere (von Puerto Real an der Atlantikküste an die Mittelmeerküste nach Málaga, von dort aus nach Granada und ans andere Ende Andalusiens nach Almería).
Sonntagabend war das EM-Fußballspiel Deutschland gegen Polen (2:0). Ich habe mir das nicht angesehen, mich aber nach dem Spiel mit meinen Leuten zum Tapasessen getroffen (die Polinnen waren total traurig). Danach waren wir kurz im Bugaclub, aber die Musik war nicht so gut wie erwartet und ich bin recht schnell wieder nach Hause.
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1 Kommentar:
wow Viktor, deine Blogeinträge werden länger und länger ;-) das hört sich alles mit der Feria richtig gut an. ihr Partylöwen! musste wirklich lachen, als ich das gelesen habe, was dein Bruder zu dir über deine Wohnhung gesagt hat!! ha ha.
:-*
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