Donnerstag, 5. Juni 2008

Strandtour Nr. 1 - Costa {de la Luz, del Sol}

Endlich eine Strandtour! Der harte Reisekern (Anja, Julia, Rabea und ich) lässt die Heimatstadt Granada mal wieder hinter sich, um den Lernen für die Uni und dem mittelmäßigen Wetter zu entgehen.
Am Freitag, 30. Mai gegen 14 Uhr ging es los.
Mietwagen: Peugeout 308
Strecke: 820 km
Fahrer: ich
Erstes Reiseziel: Der Granadiner Aldi (Nord)!
Wie immer haben wir ein paar Nudeln und sonstige Grundnahrungsmittel wie Süßigkeiten eingekauft, um auf der langen Reise ein wenig Geld zu sparen (wir haben uns extra Hostels mit Küchen ausgesucht, um nicht irgendwo essen gehen zu müssen).
Nach dem Aldi ging es geradewegs nach Cádiz, eine Stadt mit - wie man bisweilen hört - 150 000 m Strand (also mehr Strandmeter als Einwohner). Leider kamen wir zu einer etwas ungüstigen Zeit an: Alle Parkplätze im Zentrum waren blockiert. Aber nach eingem Suchen konnten wir dann doch nichtallzuweitweg parken. Erstmal die Sachen ins Schneckenhostel gebracht und direkt raus, eine Strandrunde drehen (haben die gesamte Altstadt an der Küste umrundet)! Zwischen den ganzen seewärts (Atlantik) zugewandten Festungsanlangen haben wir auch noch den Sonnenuntergang sehen können! Als wir irgendwann wieder in Hostelnähe waren, haben wir beschlossen, dass es zu spät zum Kochen ist und stattdessen einen günstigen Riesenburger gegessen.

Am nächsten Tag - Samstag - stand erstmal eine Stadterkundung auf dem Programm. Wir mussten aber schnell feststellen, dass es in Cádiz außer der Küste nicht wirklich viel zu sehen gibt. Wir sind die Kathedrale rein, haben aber nicht bezahlt. Vom Eingangspunkt konnte man schon genug sehen, um sich den Eintrittspreis zu sparen. Stattdessen haben wir den Westturm der Kathedrale besucht - von dort oben hat man einen Superausblick über die gesamte Stadt! War richtig super! Danach hatten wir noch einen kurzen Stadtbummel, einen sehr kurzen Besuch im halbausgegrabenen Amphitheater und in einem Stadtpark. Weil der Tag noch relativ jung war, haben wir uns entschlossen, nach Jerez de la Frontera zu einem Besuch in einer Sherryproduktion zu fahren (Jerez ist eine der Sherry Hochburgen Spaniens - die anderen beiden sind nur wenige Kilometer entfernt). Während der Wartezeit auf den Bus haben wir uns ein paar Plätze in Cádiz angesehen und sind dann voller Sherrydurst nach Jerez aufgebrochen. Nach einem kurzen Stadtrundgang (bei dem uns klar wurde, dass Jerez nicht all zuviel zu bieten hat), sind wir zur Bodega von "Gonzales Byass" (einer der drei größten) zur Führung gegangen. Uns wurde gezeigt, wo und wie der Wein/Jerry gemacht wird und am Ende gab es dann endlich auch was zum trinken. Jeder Tisch hat eine Flasche "Tio Pepe" bekommen und jede Person ein Glas "Croft" (der zweite war viel süßer). Unser Nebentisch hat uns auch noch die halbe Flasche geschenkt, sodass wir 4 genug "Traubensaft" an dem Tag getrunken hatten. In Cádiz waren wir leider nicht mehr rechtzeitig zum Sonnenuntergang zurück - haben dafür im Dunkeln einen Spaziergang zum Strand außerhalb des historischen Zentrums gemacht. Zum Kochen war es an diesem Abend wieder zu spät und so haben wir wieder diese dicken, günstigen Burger gegessen.

Am nächsten Morgen (Sonntag) sind wir früh aus Cádiz aufgebrochen. Unser erster Halt war direkt hinter der Stadtgrenze am Sandstrand der Atlantikküste. Das Wasser war relativ angenehm - wir waren aber trotzdem nur mit den Füßen drin. Von Cádiz aus sind wir nach Süden, die Costa de la luz entlanggefahren. Vorbei an den Touristensiedlungen Novo Sancti Petri, Roche und den beiden Conils (Puerto de ... und ... de la Frontera). Zwischendurch haben wir immer wieder gehalten, um die Aussicht zu genießen oder unsere Füße ins Wasser zu stecken. In El Palmar (sofern ich mich richtig erinnere) haben wir sogar etwa eine Stunde am Strand verbracht. Dort gibt es im Sand total viele, riesige Muscheln - soetwas habe ich noch nie an einem Strand gesehen - eine Riesenmuschel nach der anderen! Ein paar Kilometer weiter haben wir uns den Kap Trafalgar angesehen und den restlichen Sonnennachmittag am Strand zwischen dem Kap und Caños de Meca verbracht, wo ich dann zum ersten Mal im Atlantik geschwommen bin (übrigens ein wunderbarer Strand, wirklich empfehlenswert!) (ich habe noch 1kg Sand davon hier - wenn jemand was davon haben will, Bescheid sagen, sonst lasse ich den Sandsack hier ;-) ). Als die Sonne nicht mehr ganz so warm war, haben wir den Strand verlassen. Auf dem Weg nach Tarifa haben wir einen Zwischenstopp in Barbate eingelegt und dort auf der Feria gegessen. Gegen 22 Uhr waren wir nach ein paar Abenteuern mit der spanischen Straßenbeschilderung endlich in Tarifa angekommen und konnten unser Hostelzimmer beziehen. Ein nächtlicher Stadtrundgang war vor dem Schlafen aber noch drin.

Am Montagmorgen haben wir uns die Stadt nochmal im Hellen angesehen und sind bis zum südlichsten Punkt des europäischen Festlandes gegangen, der für Zivilisten noch zugänglich ist (die weitern ca. 300 Meter sind militärische Sperrzone - wahrscheinlich, weil dieser Teil der Straße von Gibraltar am nächsten an Afrika ist). Außerdem cool: eine dünne Landzunge, wo auf der einen Seite der Atlantik und auf der anderen das Mittelmeer ist - eine der besten Attraktionen in Tarifa *g*.
Danach haben wir unsere Gruppe geteilt: Anja und ich sind zum Delphine- und Walebeobachten rausgefahren, während Rabea und Julia die Stadt (oder den Strand) weiter erkundet haben.
Das Schiffchen ist relativ flott auf das Meer rausgefahren und kam ziemlich nah an Afrika dran (wir konnten einzelne Bergstraßen erkennen). An Tieren haben wir zwei verschiedene Delfinsorten gesehen und Pilotwale (etwa zweimal so groß wie Delfine). Außerdem noch einen Mondfisch (oder Kissenfisch ???), der gar nicht im Programm vorgesehen war. Danach waren wir alle zusammen in einer günstigen Brötchenbar essen, wo man sich die Zutaten selber aussuchen durfte (aus einer riesige Palette). Nach dem Essen sind wir direkt weiter gefahren, an der Costa del Sol entlang in Richtung Marbella. Auf dem Weg gab es ein paar schöne Aussichtspunkte, von denen aus man Afrika und den Felsen von Gibraltar super sehen konnte. In Estepona haben wir nochmal einen Badestopp eingelegt - aber dieser Strand konnte nicht mehr mit dem vom Kap Trafalgar mithalten.
Kurz vor Sonnenuntergang sind wir in Puerto Banúz angekommen. Ein Vorort (eher "Vorhafen") von Marbella, wo die ganzen reichen Leute ihre Yachten abstellen. Da waren auch wirklich ein paar schicke Dinger dabei. Einige waren fast schon Schiffe und andere waren dicke Schnellboote. Die Läden entlang des Hafens waren auch (fast) alle super teuer: Irgendwelche hässlichen Kleider, Hemden und Handtaschen für um die 1000 Euro. In den Straßen um den Hafen: Schwarze Schwarzverkäufer, die einem "echte" Rolexuhren und Markensachen für ein paar Euro verkaufen (da haben die "Reichen" also ihre Sachen her *g*).
Als wir in Marbella ankamen, war es dunkel und spät. Also wieder keine Nudeln kochen. Uns wurde ein günstiges Pizzarestaurant empfohlen, wo wir zu Abend gegessen haben.

Am Dienstag wurde es Zeit so langsam an die Rückkehr nach Granada zu denken. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt und zum Strand sind wir wieder ins Auto gestiegen und haben unsere Fahrt an der Costa del Sol fortgesetzt. Zwischendrin haben wir immer wieder gehalten, aber die Aussichten waren hier nicht mehr so schön: Die Costa del Sol ist eher ein riesiger, aus Hotels bestehender Betonklotz. Kurz nach der Provinzgrenze zu Granada haben wir eine versteckte, kleine, enge, steil hinabführende Straße gefunden, die uns zu einer verborgegen Bucht führte. Auch wenn die Bucht recht klein war, gab es hier gleich zwei Restaurants. Wir haben ein Eis gegessen - als Strandtourabschluss und haben uns wieder auf den Weg nach Granada gemacht. In der Stadt kamen wir um 14:15 an - das Auto sollten wir aber um 14 Uhr zurückgeben. Und so hatte der Laden schon für die Siesta dichtgemacht (es war aber kein Problem, das Auto erst um 17 Uhr abzugeben).

Die Rückkehr nach Granada bedeutete, die Rückkehr in die letzte Uniwoche. Am Dienstag gab es die letzte Praxisstunde zu Criptográfia, am Mittwoch zu Informática Gráfica. Auch am Mittwoch: Die letzte Cripto-Vorlesung. Der Prof hat uns gefragt, ob wir noch Fragen haben. Danach hat er uns auf einen Kaffee in die Cafeteria eingeladen (wir waren insgesamt fünf in der Vorlesung: 2 Spanier, Sadi, Christoph und ich - die Spanier sind nicht mitgekommen).
Abends waren wir in der Stadt bei einem Filmfestival. Hier wurden draußen gratis Filme "aus dem Süden" gezeigt (aus Richtung Iran, Indonesien ...). War nicht schlecht, mal nicht so ein typisches Hollywoodgewäsch.
Nach dem Film bin ich mit Christoph in eine Bar gegangen (gegenüber von unserer Lieblingschupiteria), um seinen ersten Schein zu feiern. In dieser Bar gab es zu jedem Bier einen gratis Chupito - cool!

(Die Präsentation meines Partikelsystems ist übrigens gut gelaufen. Der Prof war zufrieden, hat aber scherzhaft gemeint, dass ich für meine Folien auf Spanisch durchgefallen wäre.)

1 Kommentar:

Caitlin Pyle hat gesagt…

Hi Viktor!
Dein Blogeintrag hat mich mehrmals zum Lachen gebracht... du Lustiger!! Habt ihr eure Grundnahrungsmittel wie Süßigkeiten wenigstens aufgegessen? ;-) Die Strandtour klingt viel Spaß gewesen zu sein!! bist du gut gefahren?
freut mich auch zu hören, dass deine Präsentation gut gelaufen ist!
freue mich sehr darauf, dich wiederzusehen!
Caiti