Freitag, 25. April 2008

Lissabon

Am vergangenen Wochenende waren wir in Lissabon. Wie es uns dahin verschlagen hat ist eine lustige Wettergeschichte. Ganz urprünglich wollten wir eine Strandtour machen, haben uns dann aber entschieden, diese bis zum wärmeren Wetter aufzusparen. Der zweite Plan war nach Sevilla, Huelva und die Algarve zu fahren, wobei wir einen ganzen Tag am Strand in Portugal verbringen wollten. Kurz vor unserer Reise wurde aber in Andalusien und in ganz Portugal schlechtes Wetter gemeldet (und Sevilla bei Regen hatten wir ja schon gesehen). Dann haben wir überlegt, nach Lissabon zu fahren. Aber da auch dort schlechtes Wetter sein sollte, hat einer aus unserem Planungteam nicht mehr mitfahren wolle und blieb lieber mit seiner Freundin in Granada (und damit viel das zweite Mietauto weg). Ein weiterer hat abgesagt, weil er noch zu viel für die Uni tun musste. So wurden aus 8 Personen nur 5 - aber jetzt passten wir wenigstens in ein einziges Auto (und eine Person davon spricht kein Deutsch, weswegen für das ganze Wochenende Spanisch Pflicht war (woran sich aber nicht alle gehalten haben - ich schon :-P )).
(Und wie sich später rausgestellt hat, hatte es in Granada die ganze Zeit geregnet. In Lissabon dagegen schien die meiste Zeit die Sonne und es gab nur sehr wenige Regenschauer - und nach 15 Minuten schien wieder die Sonne!)

Wir kamen Freitagabend in Lissabon an und mussten erstmal einen Parkplatz suchen. Vor einem Laden war auch was frei. Wir haben uns dahin gestellt und erstmal über die Schilder gerätselt, die dort hingen (wann und wie lange man parken kann). Freundlicherweise kam der Ladenbesitzer raus um uns zu helfen (ein Türke/Araber/Inder ?). Hat uns auch gleich auf Portugiesisch erklärt, was erlaubt war und was nicht. Aber für mich hatte sich das alles genau nach dem Gegenteil von dem angehört, was auf dem Schild stand, deswegen habe ich Anja gefragt, ob sie den Typen versteht. Sie hat es dann auf Deutsch erklärt, was der gesagt hatte. Aber sobald er hörte, dass wir Deutsch reden, wurde er direkt sauber, sagte auf Deutsch "Ihr seid nicht ganz richtig im Kopf" und ist wieder in den Laden rein. Wir standen verwirrt da und als er wieder rauskam, frage ich, ob er Deutsch spricht. Er sagte nur ganz wütend (aber auf Deutsch) "Nein" und ist weggegangen. Wir haben daraufhin beschlossen nicht vor seinem Laden zu parken (und auch nur über Umwege zu unserem Auto zu gehen, weil der uns noch lange hinterhergeguckt hat). Glücklicherweise haben wir aber schnell einen besseren Parkplatz gefunden und das auch noch direkt vor dem Hostel (welches übrigens total cool war!). Mehr haben wir an diesem Tag nicht gemacht - außer in der Hostelküche Nudeln kochen und essen.

Am Samstag sind wir zuerst ein wenig durch die Stadt gelaufen, um uns die Gegend um unser Hostel herum anzusehen (das Stadtzentrum). Nach ein paar Fotos mit der Brücke des 25. April (sieht der Golden Gate Bridge sehr ähnlich), sind wir ins Castelo de Sao Jorge (im Grunde eine Alcazaba, wie wir sie schon vielfach aus Spanien kennen) gegangen. Danach stand noch die Kathedrale auf dem Programm. So weit hatte es allen noch Spaß gemacht. Danach folgte aber ein ewig langer Fußmarsch (die Stadtkarte hatte keinen Maßstab und wir dachten die ganze Zeit, wir wären an einer anderen Stelle) zum Aquädukt. Mir hat das nichts ausgemacht, aber einge Mädels waren total fertig. Von dort ging es dann noch längere Zeit zu einem Bahnhof, von wo wir in den Stadtteil Bélem fahren wollten. Im Bus hat uns aber ein Einheimischer den Weg zu einer Straßenbahnlinie erklärt, die wir dann auch genommen hatten.
Im Stadtteil Bélem haben wir uns das Mosteiro dos Jerónimos angesehen - sehr schön. In der dortigen Kirche findet man das Grab von Vasco da Gama (und noch einem anderen Seefahrer, den ich nicht kenne: Luis vas de Camoes). Dann gab es noch mehr Fotos mit der Brücke 25-4 (diesmal von der anderen Seite), den Vasco da Gama Turm und die (angeblich) berühmten Küchlein einer (angeblich) berühmte Bäckerei - die aber wirklich lecker waren. Abendessen gab es in einem günstigen Restaurant (natürlich haben wir Fisch gegessen!).

Am Sonntag wollten wir zuerst ins Aquarium und zum EXPO-Gelände von 1998. Haben uns aber doch für das Städtchen Sintra entschieden. Es liegt relativ nah an Lissabon und hat 4 Schlösser/Burgen unterschiedlicher Typen. Wir haben uns eins davon angesehen (und die dazugehörigen Gärten). Durch ein Missverständnis hat sich unsere Gruppe dann in zwei Teile aufgespalten: 2 von uns sind zu einem weiteren Schloß und wir sind bei der Alcazaba gelandet. Da wir aber schon viele davon gesehen haben, wollten wir den Eintritt nicht zahlen und haben uns stattdessen die Stadt angesehen (und in einem - am Sonntag offenen - Supermarkt SEHR günstig eingekauft!). Um 17 Uhr waren unsere "Abtrünnigen" immer noch nicht wieder aufgetaucht (wir konnten sie mangels Guthaben bzw. in Portugal funktionierenden Handys nicht kontaktieren) und wir sind in den Bus nach Cabo da Roca gestiegen (erst als der Bus losfuhr, haben die beiden uns angerufen, aber für sie war es schon zu spät).
Cabo da Roca war super! Das ist der westlichste Punkt vom europäischen Kontinent! Der Blick von diesem Stück Fels war atemberaubend, genauso wie der blaue Atlantik und der sehr sehr starke Wind. Nach einer Stunde mussten wir auch schon weiter, weil der letzte Bus abfuhr (unsere "Abtrünnigen" kamen aber gerade erst da an). Wir sind wieter nach Cascais gefahren (die beiden anderen konnten mit den späteren Bussen nur noch zurück nach Sintra). In Cascais gab es dann eine Premiere für mich: Ich habe zum ersten Mal das Wasser eines Ozeans berührt! Von der Stadt haben wir aber nicht viel gesehen - aber was wir gesehen haben, war schön. Mit dem nächsten Zug sind wir zurück nach Lissabon gefahren, um noch die historische Straßenbahnlinie 28 in der Altstadt zu erwischen (im Zug haben wir eine Einheimische kennengelernt, die uns den Weg zur Straßenbahn gezeigt hat). Als Abendessen gab es die restlichen Nudeln vom Freitag.

Am Montag wollten wir uns kurz das Expogelände ansehen und dann nach Hause fahren, weil das Auto um 20 Uhr in Granada sein musste. Aber nach einem kurzen Gespräch mit der Autovermietung haben wir uns auf 9 Uhr am folgenden Tag geeinigt (ohne Aufpreis). Daher konnten wir nicht nur das Expogelände ansehen, sondern auch noch das Oceanarium (welches das zweitgrößte der Welt sein soll - kam mir aber klein vor). Aus der Stadt ging es raus über die 17 km lange Vasco da Gama Brücke. Mit vielen Stopps unterwegs (um die Landschaft zu fotografieren) ging es nach Granada, wo wir gegen 23 Uhr ankamen.

2 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

Hey,
das lässt Erinnerungen aufkommen. Als ich damals in Lissabon war, hatten wir auch einen Ausflug nach Sintra gemacht. Das Schloss, wo ich war, war wie ein Märchenschloss und der Garten drumrum war voller Statuen und Grotten (ohne Beleuchtung natürlich). Und bei einem anderen gabs so Wege, die teils gesperrt waren, weil da stand, dass 10 Kilo Kokosnüsse runterfallen könnten, oder so :D.
An Cabo da Roca und Cascais kann ich mich auch verschwommen erinnern.
Ich warte auf Fotos ^^.

Ciao,
Carola

Caitlin Pyle hat gesagt…

Wow Schätzel! Du hast das sehr gut geschrieben, es war sehr, sehr interessant!! du magst es, (Sachen in Klammern zu schreiben)... :-) süß!!!
ich gehe mir jetzt die Fotos anschauen!!
deine Girl