Ich weiß nicht, ob jemandem aufgefallen ist, dass beim letzten Eintrag die ganze Woche außer Samstag beschrieben wurde. Der Samstag kommt jetzt: Sierra Nevada! Wir sind morgens in die Berge gefahren, um ein wenig zu wandern (Skifahren wäre zu teuer gewesen). Leider gab es dort, wo wir angekommen sind keine Wanderwege, nur Skipisten. Nach ein wenig Umsehen haben wir beschlossen, eine nicht befahrene Piste hinaufzugehen (die eigentliche Skiseason ist vorbei). Aber die Securityleute fanden das nicht so toll und haben uns rausgeschmissen. Der einzige alternative Weg nach oben führte über eine endloslange Serpentinenstraße, wo es natürlich keinen Schnee gab. Wir gingen ein Stück nach oben und versuchten es nochmal auf einer noch weniger befahrenen Piste, aber auch hier gab es einen Aufpasser, der uns rausgeschmissen hatte. Das ganze war schon sehr seltsam, die Spanier sehen normalerweise alles SEHR locker, aber hier kamen wir uns vor wie in Deutschland - alles musste seine Ordnung haben.
Ein weiteres gutes Stück die Serpentinen hoch und eine weitere Piste - endlich keine Security! Hier konnten wir endlich in die Berge aufbrechen und ein paar schöne Schneefotos machen. Leider hatten wir schon viel Zeit verloren und in 5 Stunden sollte schon der letzte Bus zurück nach Granada fahren. Die nächsten 3 Stunden sind wir einfach dem Weg gefolgt, bis wir an einer kleinen Bergstation ankamen. Da aber die Skiseason schon vorbei war, war hier alles abgeriegelt. Es gab aber eine Terrasse. Stühle und Tische waren schon alle zusammengepackt und windsicher befestigt - aber nicht tourisicher. So konnten wir es uns bequem machen und ein wenig die Sonne genießen. Irgendwoher tauchte dann doch ein Angestellter auf und bat uns darum, wenn wir fertig wären, die Tische und Stühle wieder wegzuräumen - hatte also (wieder auf die spanische Art) nichts dagegen, dass wir uns daran bedient hatten. Das ganze war auf einer Höhe von 2500 m und weil sowieso alles geschlossen war, hatten wir keine Lust mehr, noch weiter nach oben zu steigen.
Den Rückweg wollten wir über die direkte Piste zu unserem Startpunkt antreten. Zum Glück gab es eine riesege Plastikplane, die da rumlag. Damit sind wir die Piste runtergefahren, hatten jede Menge Spaß und total nasse Klamotten. Zum Glück hatten wir die Plane wieder spaniengerecht entsorgt, bevor wir in Sichtweite der Securities kamen. Als wir unten über die Skipiste ankamen, haben wir dank Ausländernarrenfreiheit nur eine mündliche Ermahnung und keine Strafe bekommen - mit der Plastikplane wäre das sicher anders ausgegangen.
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3 Kommentare:
was für eine lustige Geschichte!! es freut mich immer so sehr, deine Einträge zu lesen. Danke, dass du sie so fleißig schreibst.
Caiti
Jaja, ich glaub ihr kostet die Narrenfreiheit ganz schön aus da unten :P. Wusstest du eigentlich, dass das spanische Wort für Ehefrauen das Gleiche ist wie für Handschellen...?
Ciao,
Carola
Ja, es passieren hier viele lustige Geschichten - die nächste ist sogar schon passiert, nämlich Valencia, das kommt demnächst auch in den Blog.
Das mit den Handschellen und der Ehefrau habe ich nicht gewusst - dann weiß man ja, wovor man sich hüten muss *g*
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