Sonntag, 2. März 2008

Berge, Wüste und Meer

Dieses Wochenende hatten wir etwas länger frei als gewöhnlich. Wir (ich, Sadi, Christoph und Katja (ein Mädel, das der Sadi bei der Wohnungssuche kennengelernt hat)) haben uns daher entschlossen, ein Auto zu mieten und ein wenig die Gegend zu erkunden (das Auto - ein Ford Focus Kombi hat für 3 Tage ca. 65 Euro gekostet).
Als erstes sind wir durch die Alpujarras gefahren. Das ist die südliche Region der Sierra Nevada. Sie diente den Mauren als letzte Zuflucht, bevor sie auch von da durch die Christen vertrieben wurden. Die Fahrt ging über ganz enge Serpentinen hinauf in die Berge, wo es außer einer guten Aussicht auch die typisch andalusischen weißen Dörfer zu sehen gab. Am Abend haben wir das Gebirge von Süden nach Norden überquert und in einem kleinen Dörfchen mit dem Namen "La Calahorra" in einem 2-Sterne-Hotel (für 20 Euro pro Person) übernachtet - was anderes gabs da nicht.
Am nächsten Morgen sind wir schon früh aufgestanden und haben uns bei der Burg in diesem Dorf den Sonnenaufgang angesehen. Danach ging es über die Autobahn in Richtung Wüste. Von der Wüste haben wir aber nicht so viel gesehen, weil wir lieber an den Strand wollten (und weil wir schon viel Zeit in einem Westerndorf verbracht haben (viele Italowestern wurden nämlich hier in Andalusien gedreht und "Der Schuh des Manitu" auch).
Am Nachmittag erreichten wir "Cabo de Gata", ein Minidorf an der Küste im gleichnamigen Naturpark. Das Wasser war aber immer noch viel zu kalt zum Baden - nur Christoph hat sich für ein Foto komplett ins Wasser getraut. Wir sind ein wenig durch die Gegend gefahren, kamen aber zum Sonnenuntergang wieder zurück an die Küste. In der Dunkelheit ging es nach Almeria, wo wir zunächst auch eine Unterkunft suchen mussten. Das billigste (und nicht ausgebuchte) Hostel, was wir gefunden hatten, hätte 22 Euro pro Person gekostet - und machte keinen tollen Eindruck. Wir wollten das schon nehmen und sind raus zum Auto (welches sehr weit geparkt war), haben dann aber auf dem Weg zum Spaß in einem 3-Sterne-Hotel nach den Preisen gefragt. Ergebnis: 20 Euro pro Person! Das haben wir dann auch genommen. Für das Auto mussten wir aber noch einen anderen Parkplatz finden, weil der erste ab 23 Uhr kostenpflichtig war. Nicht weit davon entfernt gab es einen kostenfreien - wenn man die "Parkplatzmafia" nicht dazu zählt. Als wir das Auto gerade abgestellt hatten, kam ein (versifft wirkender) Mensch auf uns zu. Er sagte, wenn wir ihm ein wenig Geld geben, passt er auf, dass unserem Auto nichts passiert. Was macht man in einem solchen Fall? Natürlich würde der Typ nicht auf das Auto aufpassen, aber wenn wir den nichts gegeben hätten, wäre unser Auto am nächsten Morgen womöglich nicht mehr so schön anzuschauen gewesen - wir haben uns dann auf 2 Euro geeinigt.
Nach einer erholsamen Nacht im Hotel haben wir uns am Morgen die Alcazaba (Burg) von Almeria angesehen und sind danach nach Hause gefahren (das Auto war unversehrt).
Fazit: Auto mieten ist billig, Benzin kostet 1,12 pro Liter - aber das Essen ist sehr teuer, wenn man unterwegs ist (da hat das Riesennetz Orangen für 2 Euro den Durchschnittspreis auch nicht signifikant senken können...)

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